Regionalverband fordert mehr Unterstützung
Radschnellwege für den südlichen Oberrhein

Südlicher Oberrhein (st). Landauf, landab sind derzeit sogenannte Radschnellwege in aller Munde, heißt es in einer Presseinformation des Regionalverbands Südlicher Oberrhein. Ziel der Landesregierung sei es, bis 2015 zehn Radschnellwege in
Baden-Württemberg zu realisieren. Der Regionalverband Südlicher Oberrhein habe
sich bereits frühzeitig mit planerischer Unterfütterung möglicher
Radschnellwege auseinandergesetzt und im Januar 2017 eine Potenzialanalyse für die
Region vorgelegt. Dabei seien unter anderem Pendlerverflechtungen,
Einwohnerzahlen, Arbeitsplätze, Schul- und Hochschulstandorte und weitere
Kennzahlen analysiert worden. Auf der Grundlage dieser Ergebnisse habe der Planungsausschuss
des Regionalverbandes nun grünes Licht für die Vergabe von konkreten
Untersuchungen, sogenannte Machbarkeitsstudien, gegeben. Sowohl in der Ortenau
als auch im Raum Freiburg sollten jeweils zwei Korridore mit hohen Pendlerverflechtungen
untersucht werden. Verbandsvorsitzender Neideck zeigt sich
überzeugt davon, dass der Regionalverband hier den Grundstein für eine wichtige
Erweiterung der Mobilitätskonzepte der Oberzentren Freiburg und Offenburg legen
wird und das Umland ebenso partizipiert. Neideck weiter: „Aus raumordnerischer
Sicht haben wir hier ein wirklich zukunftsträchtiges Entwicklungskonzept für
die ganze Region initiiert.“

Die Ergebnisse sollen im Frühsommer 2018 vorliegen. 172.000 Euro kosteten die Machbarkeitsstudien. Beauftragt würden zwei verschiedene, sehr renommierte Bietergemeinschaften, die bereits zahlreiche solcher Untersuchungen durchgeführt haben und darüber hinaus auch entsprechende
Ortskenntnisse einbringen würden. „Besonders stolz sind wir darauf, dass wir mit den Potenzialanalysen eine fachlich fundierte Basis für die jetzt zu 80 Prozent vom Land gewährte
Förderung vorlegen konnten“, so Verbandsdirektor Dieter Karlin. Sein Resümee:
„Wir müssen aber bereits jetzt schon den übernächsten Schritt für die konkrete
Realisierung der Radschnellwege ins Auge fassen.“

Der Regionalverband weist in seiner Pressemitteilung darauf hin, dass die Finanzierung von Bau und Unterhaltung derzeit noch Aufgabe des jeweiligen Baulastträgers primär der
Landkreise und Gemeinden ist. Das Land Nordrhein-Westfalen habe im Oktober 2016
durch eine Änderung seines Straßengesetzes die Straßenbaulast für sämtliche
Radschnellverbindungen, mit Ausnahme der Ortsdurchfahrten, übernommen; denn den
gemeinde- beziehungsweise landkreisübergreifenden Radschnellverbindungen komme
eine ähnliche Verkehrsbedeutung wie einer Landesstraße zu. Vor diesem Hintergrund
habe der Planungsausschuss des Regionalverbandes jüngst die politische Forderung
erhoben, das Land Baden-Württemberg solle – entsprechend dem Vorbild des Landes
Nordrhein-Westfalen – die Straßenbaulast für Radschnellverbindungen
übernehmen. Verbandsvorsitzender Otto Neideck sowie Verbandsdirektor Dieter Karlin sind sich einig: „Wenn das Land bis 2025 zehn Radschnellverbindungen in Baden-Württemberg ernsthaft realisieren will, kann das Land nicht nur Haushaltsmittel für konzeptionelle Grundlagen bereitstellen, sondern muss konsequenterweise auch die Straßenbaulast für
Radschnellverbindungen übernehmen. Wenn dadurch eine Realisierung in greifbare Nähe
rückt, haben wir in unserer Region eine reale Chance nicht unerhebliche Anteile
bei laufend steigenden Pendlerströmen nachhaltig zu verlagern. Daran arbeitet
unser Regionalverband Schritt für Schritt.“ Die Zahlen laut der Pressemitteilung geben Karlin recht. Das Potenzial der Berufspendler in der Region steige stetig. In den vergangenen zehn
Jahren hätten diese um 23 Prozent zugelegt.
 
Stichwort: Radschnellwege
Radschnellverbindungen sollen künftig das Rückgrat kommunaler und regionaler Radverkehrsnetze bilden. Laut dem Regionalverband Südlicher Oberrhein stellen sie ein Infrastrukturelement dar, das den Radverkehr auch für längere Distanzen attraktiv macht und folgende Zielsetzungen verfolgt: Für Berufspendler soll das Radfahren, insbesondere durch
hohe Reisegeschwindigkeiten, attraktiver werden. Durch die Verlagerung vom
motorisierten Individualverkehr auf den Radverkehr sollen Staus und
Kapazitätsengpässe vermindert werden. Durch längere Reiseweiten im Radverkehr soll auch ein größerer Beitrag zur CO2-Minderung erreicht werden. Um diese Ziele zu erreichen,
muss auf der Radschnellverbindung zügiges, störungsarmes und nicht zuletzt
sicheres Radfahren möglich sein. Auch die Entwicklung und stetige Verbreitung
von Pedelecs, die deutlich höhere und konstante Geschwindigkeiten erreichen
können, spielt hier eine wichtige Rolle. Mit ihnen können längere Strecken im
Alltag in der gleichen Zeit zurückgelegt werden, was die Reichweite nochmals
verlängert. Die Potenzialanalyse Radschnellwege Südlicher Oberrhein finden Interessierte
unter www.rvso.de.

Autor:

Anne-Marie Glaser aus Offenburg

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