Auto Bayer in gerichtlichem Verfahren zur Sanierung

Ziel Restrukturierung: Stammsitz des Autohauses Bayer im Friesenheimer Ortsteil Heiligenzell.
  • Ziel Restrukturierung: Stammsitz des Autohauses Bayer im Friesenheimer Ortsteil Heiligenzell.
  • Foto: Axel Fleig
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Ortenau. Neue Etappe eines, so der Rechtsanwalt und Berater Matthias Kühne, bereits „seit einer
gewissen Zeit laufenden Sanierungsprozesses“: Die Auto Bayer OHG hat vor
dem Amtsgericht Offenburg ein gerichtliches Sanierungsverfahren in
Eigenverwaltung beantragt. Betroffen sind die Standorte in
Friesenheim-Heiligenzell, Freiburg und Kippenheim.

Grund seien eine „Umstellung des Zahlverhaltens“ der Banken, darunter Institute der
betreffenden Automarken, betonte Kühne von der Kanzlei Nickert, dem die
Kommunikation mit den Gläubigern und der Presse während des
gerichtlichen Sanierungsverfahrens übertragen wurde, gegenüber der
Stadtanzeiger-Redaktion. Der Anwalt: „Die Zahlungsziele wurden
verkürzt“. Beteiligt sei auch die Sparkasse Offenburg als Hausbank. In
den nächsten drei Monaten könnten die „wesentlichen Weichen“ gestellt
werden, betonte Kühne, der seitens der Banken positive Signale registrierte.

Nachdem das Amtsgericht den Antrag auf eine gerichtliche Sanierung in Eigenregie, eine spezielle Form im Insolvenzrecht, bewilligte, laufe der Geschäftsbetrieb in vollem Umfang
weiter. Neben dem Antrag auf Eröffnung eines Eigenverwaltungsverfahrens
wurde auch die vorläufige Eigenverwaltung beantragt, das die Firma
berechtigt, die Geschäfte in Eigenregie unter Aufsicht eines gerichtlich
bestellten Sachwalters weiterzuführen. Damit habe, so Kühn, das
Unternehmen nunmehr die Gelegenheit, einen Sanierungsplan zur
Restrukturierung des Unternehmens vorzulegen.

Durch die Anordnung der Eigenverwaltung bleibe die Auto Bayer OHG selbst
handlungsfähig, Geschäftsführer Stefan Bayer leitet weiter das
Unternehmen, wobei ihm das Gericht Rechtsanwalt Dr. Dirk Pehl von der
Acherner Kanzlei Schultze & Braun als vorläufigen Sachwalter
„beratend und begleitend zur Seite gestellt“ habe. Darüber hinaus habe
das Gericht einen für die Größe des Unternehmens gesetzlich vorgesehenen
vorläufigen Gläubigerausschuss eingesetzt, dem neben der Renault-Bank
RCI und der Hausbank Sparkasse Offenburg auch die Agentur für Arbeit,
die Unternehmensberaterin Katja Rhotert und der Mitarbeiter Michael
Weber Mitglieder angehören.

Die Auto Bayer OHG, die rund 80 Mitarbeiter beschäftigt, erzielte im vergangenen Geschäftsjahr laut Kühne rund 26 Millionen Euro Umsatzerlöse. Der Geschäftsbetrieb werde in
vollem Umfang fortgeführt, die vorliegenden Kundenaufträge würden wie
gewohnt zuverlässig, mängelfrei und pünktlich ausgeführt. Es bestehen
Serviceverträge mit Renault, Dacia, VW und Skoda sowie ein freies
Markenkonzept für Fremdmarken. Ziel des Verfahrens, so Kühne, sei eine
Restrukturierung und Sanierung der Firma und deren zukunftsfähige
Ausrichtung. Nach derzeitigem Stand sei davon auszugehen, dass das
Verfahren, zumindest in den wesentlichen Punkten, im zweiten Halbjahr
2015 abgeschlossen werden kann.

Autor: Norbert Rößler

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dtp01 dtp01 aus Achern

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