„So eine Krone wollte ich auch mal tragen“
Larissa Stäbler war die Ortenauer Weinprinzessin 2011/2012

Larissa Stäbler lebt für den Wein – sie war die Ortenauer Weinprinzessin 2011/2012 und ist noch Badische Weinprinzessin.
  • Larissa Stäbler lebt für den Wein – sie war die Ortenauer Weinprinzessin 2011/2012 und ist noch Badische Weinprinzessin.
  • Foto: Michael Bode
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Traurig sei sie schon über das Amtsende. „Die Ortenau ist meine Heimat, mit ihr bin ich stark verwurzelt“ sagt Larissa Stäbler. Bis vor zwei Wochen war sie Ortenauer Weinprinzessin.
Hinzu kommt das Amt als Badische Weinprinzessin, das sie seit Juni
dieses Jahres inne hat. Die letzten drei Monate waren die anstrengendste
Zeit für Stäbler. Um die Ortenau zu vertreten, nahm sie über 90 Termine
wahr – die junge Frau war auf Messen in Berlin und München und nahm an
Weinproben teil, dazu gesellten sich zahlreiche Weinfeste im Herbst.

Die Liebe zum Wein liegt in der Familie. Großvater August Falk ist Mitglied
der Winzergenossenschaft von Rammersweier. Hier wurde auch Mutter
Ursula Stäbler groß, die bereits vor 30 Jahren den Titel der Ortenauer
Weinprinzessin trug. Larissa Stäbler lebt momentan noch in Scherzheim
und arbeitet als Restaurantfachfrau im Schloss Staufenberg in Durbach.
Demnächst zieht sie nach Offenburg, „um näher beim Opa und den Reben zu sein“.

Bereits seit ihrer Kindheit ist sie mit der Weinherstellung vertraut. Die heute 22-Jährige wurde schon als drei Monate alter Säugling vom Großvater mit in die Reben genommen. Seit
ihrem siebten Lebensjahr träumte sie davon Prinzessin zu sein: „Das weiß
ich noch ganz genau. Auf dem 40. Offenburger Weinfest stand ich während
der Krönung mit auf der Bühne. Von da an war mir klar: So eine Krone
möchtest du auch mal tragen“, erzählt Stäbler mit einem Leuchten in den
Augen. 14 Jahre später entschloss sie sich dann dazu, die
Bewerbungsunterlagen bei dem Badischen Weinbauverband einzureichen.

Mit damals 21 Jahren hatte sie ihre Ausbildung zur Restaurantfachfrau
abgeschlossen und einige Berufserfahrung gesammelt. „Jetzt war der
richtige Zeitpunkt für mich gekommen“, sagt Larissa Stäbler. Sie bewarb
sich mit ihrem Lebenslauf und einem Motivationsschreiben. Kurze Zeit
später wurde sie zur Wahl eingeladen. Gemeinsam mit ihren
Mitbewerberinnen musste sich die spätere Hoheit neben einer Weinprobe
auch den Fragen einer Fachjury stellen. Nach der bestandenen Prüfung
ging dann alles ganz schnell. „Wenn ich zurückdenke, ist die Krönung auf
dem Offenburger Weinfest immer noch ein Highlight für mich.“ Seither
steht der Wein für sie im Vordergrund: „Arbeitgeber, Familie und Freunde
müssen da aber auf jeden Fall mitmachen.“

Viele Mädchen verzichten auf eine Bewerbung, weil ihr Chef nicht mitspielt. Anders ist
es bei Stäbler. Wenn Weinproben anstehen oder Presseanfragen kommen,
wird sie kurzfristig freigestellt. Mehr als der Winzerberuf liegen der
jungen Frau beratende Tätigkeiten. Mit ihrer Arbeit möchte Stäbler das
Produkt Wein und ihr Wissen darüber zum Kunden transportieren. Auch den
Ausbilderschein hat sie bereits ein Jahr nach der Abschlussprüfung zur
Restaurantfachfrau gemacht. „Von den Weinproben, die ich als
Weinprinzessin wahrnehme, bringe ich den Auszubildenden ab und zu einen
guten Tropfen mit. Den lasse ich dann von ihnen bestimmen“, erklärt
Larissa Stäbler. Wissensvermittlung ist ihr wichtig. Der Nachwuchs soll
den Gästen später kompetente Auskünfte über Rot-, Weiß- und Roséweine geben können.

Selbst mag die Weinprinzessin im Sommer einen spritzigen Weißwein. In den Wintermonaten darf es auch mal etwas Kräftigeres sein, zum Beispiel ein schwerer Roter, im Barrique gereift.
Larissa Stäbler schwärmt von der weinbegeisterten Region Ortenau. Die
Winzer sind traditionsbewusst, sie bewahren die Steillagen. Gleichzeitig
haben sie keine Scheu davor, neue Methoden im Weinanbau anzuwenden. Die
Weinlandschaften und Fachwerkhäuser machen die Region zu etwas ganz
Besonderem: „Wenn man von den Höhen aus in das Tal schaut und rings um
einen herum sind lauter Reben – das ist toll. Dieses Gefühl ist es, das
ich vermitteln möchte.“

Sie ist tief mit der Ortenau verwurzelt und seit Amtsantritt selbstsicherer geworden. „Auch wenn ich noch badische Weinprinzessin bin, ich würde es nie wieder missen wollen, das
Amt der Ortenauer Weinprinzessin gehabt zu haben“, sagt die Hoheit außer Dienst.

Autor: Laura Bosselmann

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