Kehler Wasserband-Senioren seit 14 Jahren im Einsatz
Von abgenutzten Besen und Knochen

Sowohl OB Toni Vetrano (rechts) als auch Thomas Wuttke, Erster Beigeordneter der Stadt Kehl, (links im Bild) und Peter Grün, Leiter des Betriebshofs, sind zum Treffen gekommen, um sich damit bei den Herren für ihren Einsatz zu bedanken.
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  • Sowohl OB Toni Vetrano (rechts) als auch Thomas Wuttke, Erster Beigeordneter der Stadt Kehl, (links im Bild) und Peter Grün, Leiter des Betriebshofs, sind zum Treffen gekommen, um sich damit bei den Herren für ihren Einsatz zu bedanken.
  • Foto: Stadt Kehl
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Kehl (st). Seit 2005 reinigt eine Gruppe von Senioren ehrenamtlich zwei Mal die Woche den Wasserspielplatz am Altrhein. Jetzt trafen sich diese sogenannten Wasserband-Senioren zum traditionellen Frühstück, um gemeinsam die vergangenen fünf Monate Revue passieren zu lassen: Obwohl zwei Neuzugänge im Team begrüßt werden konnten, verringert sich zum Ende der Saison die Gesamtzahl der Aktiven um zwei Männer. Eine Tendenz, die besorgniserregend ist.

14 Männer sitzen an diesem Vormittag im Nebenraum des Cafés Dreher. Es wird Kaffee getrunken, gelacht und ausgiebig erzählt. Es ist der Saisonabschluss der Wasserband-Senioren und hat für die Stadt Kehl eine besondere Bedeutung. Wie groß diese ist, sieht man auch an drei weiteren Teilnehmern: Sowohl Oberbürgermeister Toni Vetrano als auch Thomas Wuttke, Erster Beigeordneter, und Peter Grün, Leiter des Betriebshofs, sind zum Treffen gekommen, um sich damit bei den Herren für ihren Einsatz zu bedanken.

Seit 14 Jahren treffen sich die ehrenamtlichen Saubermänner in der Zeit von Mai bis September, jeweils dienstags und freitags von 7 bis 9 Uhr und schrubben die Wasserbecken oder entfernen Algen und Dreck, den unvernünftige Zeitgenossen, ins Wasserband geworfen haben. Geduldig schaufeln sie auch immer wieder Sand aus dem Betonbassin, den Kinder beim Spielen hineingeworfen haben und der zu Schlamm geworden ist.

36 Arbeitstage und 414 -stunden

„Neben drei Schläuchen sind in dieser Saison auch wieder etliche Besen verbraucht worden“, fasst Carlo Roth zusammen und fügt mit einem Zwinkern hinzu: „Von ein paar Knochenteilen mal ganz abgesehen.“ Seit 2013 ist er im Team der Wasserband-Senioren und führt die Statistik fort, die bislang der älteste in der Runde, Johannes Huber, pflegte: Im Zeitraum von Mai bis September kamen an 36 Arbeitstagen insgesamt 514 Arbeitsstunden zusammen.

Jeweils dienstags kümmern sich die Senioren um die Rheinseite des Wasserbandes. Da diese kürzer ist, brauchen die Männer meist etwa eine Stunde, bis alles sauber ist. Am Freitag kommt die Seite in Richtung Altrhein dran; hier ist der Reinigungsaufwand etwa doppelt so groß. „Damit wir das schaffen, brauchen wir für die längere Seite mindestens acht Helfer“, sagt Carlo Roth. „Bedingt durch Krankheiten oder anderweitige Ausfälle konnten selten alle dabei sein; oft waren es nur zehn, manchmal weniger.“

Zwar konnten in der aktuellen Saison mit Ulf Behringer und Eberhard Walter zwei neue Aktive gewonnen werden, jedoch gehen gleichzeitig vier Wasserband-Senioren in den endgültigen Ruhestand. Einer von ihnen ist Helmut Fritsch, ein Pionier der ersten Stunde. „Ich wurde damals angesprochen von Walter Fischer, den ich aus dem Seniorenbüro kannte und der die Idee hatte, das Wasserband nach der Landesgartenschau regelmäßig zu reinigen.“ Er und Herbert Kirrmann sind die beiden Dienstältesten in der Gruppe und seit 2005 dabei: „Am Anfang waren wir sechs bis sieben Männer. Durch die gezielte Ansprache im Freundes- oder Bekanntenkreis vergrößerte sich die Gruppe stetig.“

Auch Johannes Huber kann sich noch gut an die Anfangszeit erinnern: „In den ersten Jahren hatten wir keinen Wasseranschluss und mussten das Wasser zum Reinigen mit Schubkarren zum Spielplatz fahren. Das änderte sich erst, als nachträglich ein Brunnen unterirdisch installiert wurde.“ Über einen Hydranten können die Männer seitdem Schläuche anschließen und die einzelnen Becken, aus denen zuvor das Schmutzwasser abgelassen wurde, mit Frischwasser sauber spülen. Mit speziellen Besen mit Stahlborsten rücken sie dann dem Schmutz, vor allem aber den Algen zu Leibe, die sich sonst zu einem glitschigen und für die spielenden Kinder damit gefährlichen Belag entwickeln könnten. Die Arbeitsgeräte werden vom städtischen Betriebshof zur Verfügung gestellt. Nur Gummistiefel müssen die Herren selbst mitbringen.

Auch fernab von der wöchentlichen Putzaktion treffen sich die Saubermänner in ihrer Freizeit. So gibt es neben dem traditionellen Abschlussfrühstück auch ein gemeinsames Treffen im Oktober, an dem auch die Frauen der Wasserband-Männer teilnehmen. Helmut Fritsch versorgt die Truppe dabei mit selbstgebackenem Rahmkuchen.

Wie kann man mitmachen?

Wer sich an der Reinigung des Wasserbands beteiligen möchte, kann sich bei Joachim Kubitza von der Stadtverwaltung, Telefon 07851/882410 oder per Mail, melden. Interessierte können ab Mai – wenn die Putzsaison wieder beginnt – dienstags und freitags einfach direkt zum Wasserband kommen und mit den Saubermännern persönlich Kontakt aufnehmen. Wer gleich mitarbeiten möchte, sollte Gummistiefel nicht vergessen. Die Truppe freut sich auch über weibliche Unterstützung. Da das Wasserband außerdem gerne von französischen Familien besucht wird, sind explizit auch Senioren von der anderen Rheinseite willkommen.

Autor:

Rembert Graf Kerssenbrock aus Kehl

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