Handynutzung in Schulen
Bei Wiederholungstätern werden Eltern benachrichtigt

An manchen Schulen darf das Handy im Pausenhof benutzt werden.
  • An manchen Schulen darf das Handy im Pausenhof benutzt werden.
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  • hochgeladen von Daniela Santo

Lahr (ds). Seit dem neuen Schuljahr müssen Schüler in Frankreich ihr Handy zu Hause lassen – so regelt es ein neues Gesetz. In Deutschland kann jede Schule selbst entscheiden, wie sie mit dem Thema Handynutzung umgeht. Wir haben uns in Lahr exemplarisch an drei Schulen umgehört, welche Regeln hier gelten.

"Das Mitbringen eines Handys in die Schule kann den Schülern nicht generell verboten werden, an der Friedrichschule wird dies auch nicht verboten", erklärt Schulleiter Stephan Seizinger. Jedoch verlangt die Schule, dass die Smartphones sowohl im Unterricht als auch im Pausenhof ausgeschaltet bleiben. Für den Fall, dass das Handy dennoch klingelt, sieht es die Hausordnung vor, dass es den Schüler weggenommen werden kann. "Die Lehrkräfte müssen die Handys aber nach Unterrichtsende zurückzugeben", so Seizinger. Bis dahin werden die Handys im Rektorat sicher verwahrt. "Ob ich es dem Schüler oder den Eltern aushändige, hängt von den Umständen des Einzelfalls ab. Meistens lassen wir es bei 'Wiederholungstätern' von den Eltern abholen", berichtet der Schulleiter aus der Praxis. Wie oft ein Handy bei ihm abgeholt werden muss, ist sehr unterschiedlich, "aber sicher nicht mehrmals pro Woche".

In Prüfungen ist an der Friedrichschule bereits das Mitführen eines Smartphones aufgrund der hierfür geltenden besonderen Regelungen eine Täuschungshandlung. "Deshalb verbieten wir hier das Mitbringen deutlich", betont Seizinger. Da die Friedrichschule eine Ganztagsschule ist, ist es den Schülern aber in der Mittagspause erlaubt, in den Räumen der Schulsozialarbeit unter Aufsicht mit dem Handy Musik zu hören. In den Elternabenden werden die Handyregelungen regelmäßig thematisiert, weitere Gespräche sind daher nicht nötig. "Die Eltern stehen hinter unserer Regel und auch die Schulkonferenz hat dies so beschlossen", Schulleiter Seizinger.

Auch die Schüler des Scheffelgymnasiums dürfen ihre Handys mit in die Schule bringen, dürfen diese im Schulhaus aber nicht benutzen. "Das steht in der Hausordnung", berichtet Schulleiterin Sabine Rühtz. Ausnahme ist, wenn der Lehrer den Einsatz des Handys für eine Unterrichtssequenz einsetzt. Wer sich nicht an die Vorgaben der Hausordnung hält, muss das Handy abgeben. "Nach Unterrichtsende darf es dann im Sekretariat abgeholt werden. Nach drei Verstößen werden die Eltern benachrichtigt, die das Smartphone dann selbst abholen müssen", erläutert Rühtz weiter. Wie oft Handys am Scheffel "einkassiert" werden müssen, kann Sabine Rühtz nicht genau sagen, nur so viel: "Bei 770 Schülern passiert das erstaunlich selten. Es gibt allerdings eine Hand voll Schüler, die Probleme mit dem entsprechenden Passus der Hausordnung haben", sagt sie.

Am Integrierten Beruflichen Gymnasium (IGB) müssen die Schüler laut Schulordnung und dem Plakat "Verhaltensregeln", das in allen Klassenzimmern aushängt, ihre Handys während des Unterrichts in ihren Taschen verstauen. "Die Handys dürfen nur mit ausdrücklicher Zustimmung der Lehrer benutzt werden, zum Beispiel für Internetrecherchen", erläutert Abteilungsleiter Andreas Scherwath. Falls sich Schüler den Regeln wiederholt widersetzen, muss das Handy in die durchsichtige Handybox, die in jedem Klassenzimmer steht. "Die Box kann aber auch für die ganze Klasse eingesetzt werden, zum Beispiel bei Klassenarbeiten zur Vermeidung von Betrugsversuchen", so Scherwath.

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