Fachkonferenz Innenstadt
Verwaltung und Gemeinderat ziehen an einem Strang

Die Entwicklung der Lahrer Innenstadt war Thema einer Fachkonferenz.
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Lahr (ds/st). „Wirtschaft“, „Stadtmarketing“, „Städtebau, Sanierung, Wohnen“, „Kultur, Bildung und städtische Immobilien“ sowie „Öffentlicher Raum, Freiraum, Ökologie und Mobilität“: Mit diesen fünf Themenfeldern haben sich der Lahrer Gemeinderat und die Stadtverwaltung  bei der ganztägigen Fachkonferenz Innenstadt auseinandergesetzt. Das Ergebnis stellte Oberbürgermeister Markus Ibert zusammen mit dem Ersten Bürgermeister Guido Schöneboom, Bürgermeister Tilman Petters, weiteren Vertretern der Verwaltung sowie Vertretern der Gemeinderatsfraktionen am Freitag, 23. Juli, der Presse vor.

Wiederbelebung der Innenstadt

"Zentrale Frage der Fachkonferenz war, wie wir unsere Innenstadt wieder beleben können", so Ibert. Er stellte klar, dass das Thema Innenstadtentwicklung ein "Gesamtkunstwerk" sei, an dem mehrere Akteure beteiligt und zusammengebracht werden müssten. „Unsere Innenstadt verfügt über viele Schätze: Kulturdenkmale und Plätze sorgen für ein malerisches Stadtbild, Einzelhandel und Gastronomie befinden sich auf hohem Niveau, Bildungs- und Freizeiteinrichtungen locken mit attraktiven Angeboten. Zugleich ist das Thema Innenstadt eine Daueraufgabe mit vielen Facetten, und Corona hat als Beschleuniger den Handlungsdruck verstärkt. Wir haben aber allen Grund, die Herausforderungen mit Freude und Zuversicht anzupacken. Gemeinsam wollen wir eine Vision für die Lahrer Innenstadt entwickeln und umsetzen“, erklärte der OB. „Die Fachkonferenz hat gezeigt, dass Gemeinderat und Verwaltung dabei an einem Strang ziehen. Wir werden nun im nächsten Schritt die Ergebnisse aufbereiten und die erarbeiteten Handlungsempfehlungen nach der Sommerpause gemeinsam mit dem Gremien voranbringen.“ 

Die Lahrer Innenstadt wird ihre Funktion den Erkenntnissen aus der Fachkonferenz zufolge in den kommenden Jahren weiter ausdifferenzieren. Das Einzelhandelskonzept sieht vor, den Handel auf eine zentrale Achse mit Rundweg zu konzentrieren. Zugleich soll die Innenstadt als Wohn- und Kulturraum an Bedeutung gewinnen. Innovative Ansätze wie Co-Working-Spaces, also Flächen, die für eine zeitweise Nutzung als Büros zur Verfügung stehen, könnten künftig ebenfalls eine wichtige Rolle spielen. Um alle diese Entwicklungen voranzutreiben, gibt es die Absicht, ein neues Sanierungsgebiet in Angriff zu nehmen. Entsprechende Gespräche mit dem Regierungspräsidium seien bisher positiv verlaufen, so die Stadtverwaltung.

Post-Areal

Zudem wird auf dem Post-Areal, einem potenziell prominenten Eingang zur Innenstadt, eine gemeinsame Projektentwicklung mit den Grundstückseigentümern, darunter die Volksbank Lahr, angestrebt. Dort könnten sich unter anderem neue Entwicklungsperspektiven für zwei wichtige städtische Bildungseinrichtungen, die Volkshochschule und die Mediathek sowie andere Verwaltungsdienstleistungen bieten. Einigkeit bestand darüber, dass die Innenstadt – nicht zuletzt vor dem Hintergrund des Klimawandels – noch grüner werden und für alle Bürger ebenso wie für Besucher noch besser mit unterschiedlichen, insbesondere mit umweltfreundlichen, Verkehrsmitteln erreichbar sein soll.

Übergeordnetes Ziel ist damit, die Lahrer Innenstadt als vitalen und erlebnisreichen Raum für Begegnungen, Handel, Leben, Kultur, Freizeit und Arbeiten zu gestalten. Hierzu wird die Stadt einen Runden Tisch initiieren, um mit möglichst vielen Akteuren ins Gespräch zu kommen und neue Ideen zu entwickeln.

Stimmen aus den Fraktionen

Eberhard Roth, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler, nahm aus der Fachkonferenz das Schwerpunktthema Aufenthaltsqualität mit. Er betonte, dass die Innenstadt nicht mit alternativen Verkehrsmitteln, sondern weiterhin auch für Autos erreichbar sein muss. Dazu brauche es ein Mobilitätskonzept, das für alle eine Möglichkeit biete.

Sven Täubert, Fraktionsvorsitzender der Grünen, dagegen betonte, dass es in der Lahrer Innenstadt mehr Raum für andere Verkehrsteilnehmer geben müsse, was natürlich zu Lasten des Autoverkehrs ginge. Außerdem fordere seine Fraktion mehr Grün für die Innenstadt.

Roland Hirsch, Fraktionsvorsitzender der SPD, stellte fest, dass sich die Entwicklung des Postareals als Leuchtturmprojekt herauskristallisiert habe. Etwa 7.200 Menschen mehr soll es künftig in die Innenstadt bringen. "Wir sollten mit finanziellem Mut an die Sache herangehen", so Hirsch.

Ilona Rompel, Fraktionsvorsitzende der CDU, benannte die für ihre Fraktion wichtigsten Themen: Städtebau, Sanieren, Wohnen und Wirtschaft. Sie sprach sich für die Umgestaltung von Markt- und Rathausplatz aus. Auch die CDU sehe die Notwendigkeit, dass Individualverkehr möglich bleiben müsse.

Jürgen Oßwald, Fraktionsvorsitzender von Linke Liste Lahr und Tierschutzpartei, betonte, dass Raum geschaffen werden müsse, der auch Menschen ohne Geldbeutel animiert, in die Innenstadt zu kommen. Auch das Thema Barrierefreiheit müsse berücksichtigt werden. Außerdem müsse man die Frage stellen, wie weit die Innenstadt reiche.

Unisono waren sich die Fraktionen einig, dass das Post-Areal zentraler Punkt der Innenstadtentwicklung sein werde.

Autor:

Daniela Santo aus Lahr

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