Heimat lebt vom Ehrenamt und Gemeinschaft
Segelflugzeug bei Landesfestumzug in Oberkirch

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Die Fliegergruppe Renchtal e.V. blickt auf gleich drei erfolgreiche Events bei den ganzjährigen Heimattagen Baden-Württemberg 2026 in Oberkirch zurück. Ein starkes ehrenamtliches Engagement der Piloten bildete die Basis für diese Aktivitäten.
Es war für die Fliegergruppe ein starkes Zeichen der Verbundenheit zwischen den Städten Oppenau sowie Oberkirch und der renchtäler Bevölkerung. Ziel ist klar erreicht: Die Sichtbarkeit des Luftsportes und der Fliegergruppe zu verbessern sowie die Freude am Fliegen zu teilen.

Fliegerfest 1.Mai mit Jubiläum 50Jahre und Flugzeugtaufe
Schon zu Saisonanfang am 1.Mai feierte die Fliegergruppe Renchtal ihr Fliegerfest im Fliegerheim in Oppenau Ramsbach-Höfle. Die Feierlichkeiten begannen mit einer kurzen Andacht und Segnung der Segelflugzeuge, Piloten und Radfahrer durch Pfarrer Achim Brodback. Parallel fand auch die 50-Jahre Jubiläumsfeier statt. Denn im Jahr 1976 fusionierten der damalige Luftsport Club Oberkirch mit der Fliegergruppe Oppenau zur heutigen Fliegergruppe Renchtal e.V.  Das Jubiläumsfest war ein rundum gelungener Tag bei Kaiserwetter mit vielen Besucherinnen und Besuchern, angenehmen Begegnungen und einer sehr schönen, wertschätzenden Atmosphäre. Zahlreiche Radfahrer und Wanderer am Renchtal-Radweg kehrten in die Fliegerhallen und den zwei Festzelten ein – Kinder nutzten den benachbarten Spiel- und Bolzplatz. Der Harmonikaverein Ramsbach sorgte für die musikalische Begleitung. In diesem würdigen Rahmen wurde das Segelflugzeug DISCUS CS, Kennzeichen D-5770, auf das frühere Ehrenmitglied „Karl Thoma“ getauft.

Illuminierter Segler bei „Oberkirch Leuchtet“
Als zweites Event nahmen die Renchtäler Flieger bei „Oberkirch Leuchtet“ am 10.Juli teil. Erstmalig stellte die Fliegergruppe das illuminierte Segelflugzeug DISCUS CS im Stadtgarten aus. Zehn professionelle LED-Strahler sorgten für ein stimmungsvolles Bild neben dem Musik-Pavillon bis tief in die Nacht. Zusätzliche 24 Meter LED-Lichterketten an den Nasen der Tragflächen betonten die Konturen des schnittigen Seglers. Das Publikum zeigt sich beindruckt von dem stimmungsvollen Lichtermeer mit dem Segelflugzeug zwischen den angestrahlten Bäumen im Stadtgarten. Diese besondere Atmosphäre wurde natürlich in zahlreichen Fotos und Selfies festgehalten. Ein beleuchteter roter Teppich führte zum Cockpit. Besonders die ganz jungen Besucher standen für ein Probesitzen im Segler Schlange.

Umzugswagen mit Segler beim großen Landesfestumzug BW
Als drittes Event beteiligte sich die Fliegergruppe Renchtal am großen Landesfestumzug am 13.September in Oberkirch. Das entwickelte sich mit SWR-Fernsehen und Live-Moderatoren an vier Stellen am 1,5 Kilometer langen Umzug zu einem sehr gelungenen Event. Auch hier spielte das Wetter super mit.
Ein großes historisches Bild, auf einem Sackkarren geschoben, zeigte den ersten Gleitapparat im Renchtal aus dem Jahr 1914. Damals bauten einige hochmotivierte Pioniere ein Fluggerät anhand von Fotos und Berichten aus der Tageszeitung nach!? Dieser „Drahtverhau“ bestand aus Bambusstäben mit Ölpapier überzogen, Drähten und Fahrradteilen. Der erste und einzige Startversuch unterhalb der „Farnhöfe“ in Oppenau hatte der „Drahtverhau“ allerdings nicht heil überstanden und wurde danach eingemottet. In den Nachkriegsjahren war dann der Motorflug durch die alliierten Besatzungsmächte streng verboten und so baute man die erlaubten Segelflugzeuge in Holzbauweise komplett selbst. Heute besitzt die Fliegergruppe drei topmoderne und leistungsfähige Segelflugzeuge in Kunststoffbauweise sowie wie einen eigenstartfähigen Motorsegler.

Intensive Montagearbeiten am Umzugswagen
Ganze vier Wochen beschäftigten sich die Piloten intensiv mit dem Aufbau des Umzugswagen. Es galt eine stabile Holzkonstruktion auf den Autoanhänger mit Tandemachse zu montieren um den Rumpf des Seglers DISCUS offen zu transportieren sowie die blauen Schilder anzufertigen und mitsamt Dekoration sicher zu befestigen. Bei der TÜV-Abnahme und Begutachtung durch die Stadtwerke gab es dann auch keinerlei Beanstandung. Die original Flügel des Seglers mit 15 Metern Spannweite wären natürlich für den Landesfestumzug durch die Innenstadt viel zu groß gewesen – es galt seitenlange Auflagen durch den Veranstalter konsequent einzuhalten (ähnlich einem Fastnachts-Umzug). So durfte leider auch die geplante historische Schulgleiter SG38 von der Hahnweide nicht präsentiert werden – sie übertraf die maximal zulässige Breite von 2,55 Metern. Deshalb dienten für den DISCUS-Rumpf als Ersatz auch zwei kurze Stummelflügel aus Styropor. Der Jugendleiter Florian Ebert zog mit seinem historischen Traktor KRAMER KA110, Baujahr 1957 den Umzugswagen. Die Renchtäler Flieger mitsamt Familenanhang, einige Freudenstädter Fliegerkameraden sowie die Vereinsjugend folgten zu Fuß mit dem blauen Vereins-Poloshirt und den obligatorischen weißen Hüten.

Ministerpräsident Cem Özdemir und MdL Marion Gentges zu Besuch in Oberkirch
Der erste Vorsitzende der Fliegergruppe, Klemens Schmiederer, kennt die Schirmherrin der Heimattage Marion Gentges MdL persönlich. So überreichte er der interessierten Ministerin auf der Ehrentribüne bei der Evangelischen Kirche einen Flyer der Fliegergruppe und Ministerpräsident Cem Özdemir direkt daneben erhielt natürlich auch gleich einen.

Die Landesfesttage in Oberkirch zeigen: Heimat lebt von Ehrenamt, Gemeinschaft und Engagement der Bürger. Das bestätigten stolze 88 Umzugswagen, 4.000 Mitwirkende und 30.000 begeisterte Zuschauer.
Zitat Ministerpräsident Özdemir: „Die Oberkircher brennen nicht nur guten Schnaps – sondern brennen auch für ihre Heimat“.
Ausblick: Die Heimattage 2027 finden in Villingen-Schwenningen statt

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