Windpark Hohenlochen
Feierliche Einweihung und Taufe

Für einen kurzen Augenblick stand man etwas enger zusammen, um den Windpark Hohenlochen symbolisch mit einem Knopfdruck zu eröffnen: Michael Klein (v. l.), Geschäftsführer "badenovaWÄRMEPLUS"; Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer; Oberwolfachs Bürgermeister Matthias Bauernfeind; Nikolas Stoermer, erster Landesbeamter des Ortenaukreises; Badenova-Vorstand Heinz-Werner Hölscher; Staatssekretär Andre Baumann
  • Für einen kurzen Augenblick stand man etwas enger zusammen, um den Windpark Hohenlochen symbolisch mit einem Knopfdruck zu eröffnen: Michael Klein (v. l.), Geschäftsführer "badenovaWÄRMEPLUS"; Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer; Oberwolfachs Bürgermeister Matthias Bauernfeind; Nikolas Stoermer, erster Landesbeamter des Ortenaukreises; Badenova-Vorstand Heinz-Werner Hölscher; Staatssekretär Andre Baumann
  • Foto: Badenova/Jonas Conklin
  • hochgeladen von Daniela Santo

Oberwolfach/Hausach (st). „Im Einklang mit der Region – im Einklang mit der Natur“: Mit diesem Versprechen hat Badenova mit ihrer Tochter "badenovaWÄRMEPLUS" im Jahr 2012 das Projekt „Windpark Hohenlochen“ in Angriff genommen. Am Montag, 15. November, war es soweit: Im Beisein von Dr. Andre Baumann, Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft des Landes Baden-Württemberg, fand die feierliche Einweihung und Taufe des Windparks statt. Baumann würdigte vor zahlreichen Gästen aus Wirtschaft, Politik und Anrainern den Windpark als „wichtigen
Baustein zur Umsetzung der Energiewende in der Region“.

Sauberer Strom für 22.222 Personen

Bereits seit Frühjahr dieses Jahres liefert der aus vier Windanlagen bestehende Park Ökostrom. Dadurch werden jährlich
rund 17.000 Tonnen CO2 vermieden, was dem jährlichen CO2-Ausstoß von rund 4.400 PKW entspricht. Mit der Strommenge werden bilanziell gesehen 22.222 Personen pro Jahr versorgt. Der moderne Windpark steht auf einem Höhenzug in 650 bis 700 Metern Höhe auf der Gemarkung von Oberwolfach und Hausach.

In seiner Einweihungsrede bekräftigte Badenova-Vorstand Heinz-Werner Hölscher das Bekenntnis des Unternehmens zum
regionalen Ansatz der Energiewende: „Vor unserer Haustüre finden wir vielfältige Möglichkeiten, um die Energiewende als Beitrag zum Klimaschutz voranzutreiben. Wir wohnen nicht nur in einer der sonnenreichsten Regionen Deutschlands, sondern besitzen auch hervorragende Windstandorte – unter anderem am Hohenlochen.“ Hölscher unterstrich, dass sich Windprojekte – bei sorgfältiger Planung und Umsetzung – sehr gut im Einklang mit der Region und der Natur umsetzen lassen. "badenovaWÄRMEPLUS" hat zahlreiche verschiedene Maßnahmen des Natur- und Artenschutzes sowie umfangreiche Habitataufwertungen auf 60 Hektar Fläche umgesetzt. „Genau in diesem Sinne wollen wir als kommunales Unternehmen auch weitere Windprojekte in und für unsere Region angehen und umsetzen“, betonte Hölscher.

Dr. Andre Baumann würdigte das hohe Engagement der Badenova: „Auch in Baden-Württemberg müssen wir die Windkraft massiv ausbauen, damit wir unsere Klimaziele erreichen und wir weiterhin mit bezahlbarem Strom sicher versorgt werden. Deshalb ist es das erklärte Ziel der Landesregierung, den Windkraftausbau in den kommenden Jahren zu beschleunigen“. Baumann verwies dabei auf Maßnahmen, um die Akzeptanz der Bürgerinnen und Bürger vor Ort zu erhöhen, auf schnellere Genehmigungsverfahren und mehr verfügbare Flächen. „Im Klimaschutzgesetz haben wir festgeschrieben: In jeder Region unseres Landes müssen mindestens zwei Prozent der Fläche für Windenergieanlagen und Photovoltaik-Freiflächenanlagen bereitgestellt werden“, so der Umweltstaatssekretär weiter. „Zudem hat 'ForstBW' seine Vermarktungsoffensive für Windkraft im Staatswald gestartet“.

Engagement vor Ort

Dass Windenergieprojekte nur erfolgreich umgesetzt werden können, wenn lokal die Pläne mitgetragen werden, machte
Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer deutlich: „Dieser Windpark ist ein wunderbares Beispiel für das Zusammenwirken von Investor, Kommunen, Naturschutz und Landwirtschaft für die Energiewende in unserer Region. Nach einer Flaute in den vergangenen Jahren haben wir bei der Windkraft im Regierungsbezirk Freiburg wieder Fahrt aufgenommen. Allein in diesem Jahr konnten wir inklusive des Windparks Hohenlochen schon neun Windkraftanlagen in Betrieb nehmen. Ich bin überzeugt davon, dass das Beispiel Hohenlochen Schule machen wird. Wenn Ökostrom vor der Haustür produziert und genutzt
wird, profitiert nicht nur das Klima, sondern auch die Wertschöpfung in der Region.“

Mit hohem Engagement haben die direkten Anlieger Oberwolfach und Hausach sowie die angrenzenden Kommunen Fischerbach, Oberharmersbach und Zell am Harmersbach den Windparkbau unterstützt. Das Projekt sei laut Heinz-Werner Hölscher im engen, vertrauensvollen Schulterschluss mit der Politik, den örtlichen Unternehmen und den Menschen vor Ort umgesetzt worden. Oberwolfach und Hausach halten Kommanditanteile am Windpark und demonstrieren so ihre hohe
Identifikation mit dem Park. Wo dies möglich war, setzte "badenovaWÄRMEPLUS" beim Bau auf lokale Firmen und Dienstleister.

Natur- und Artenschutz

„Im September 2018 hat das Landratsamt die Genehmigung zum Bau der vier Windenergieanlagen ausgestellt. Der Windpark
wurde umgesetzt, ohne dass übermäßig in Schutzgebiete eingegriffen wurde“, berichtet Dr. Nikolas Stoermer, Erster Landesbeamter im Ortenaukreis. Eine Vielzahl von Nebenbestimmungen für Bau und Betrieb der Anlagen sorgen dafür, dass unter anderem natur- und artenschutzrechtlichen Belange stark im Fokus standen. Stoermer lobte ausdrücklich, dass "badenovaWÄRMEPLUS" dem hohen Freizeitwert des Waldes Rechnung getragen habe: Der beliebte Westweg wurde, wo dies
erforderlich war, umverlegt und neu ausgewiesen – in enger Abstimmung mit dem Schwarzwaldverein.

Dass Nachhaltigkeitsaspekte sowie der Schutz von Natur und Tierwelt eine große Rolle spielten, belegen einzelne Beispiele: Von 2017 bis 2019 wurde das Verhalten von Tieren detailliert erfasst und Schutzmaßnahmen ergriffen – zum Beispiel für die Fledermaus, das Auerhuhn, den Sperlingskauz, die Haselmaus oder die Waldschnepfe. Der Großteil der Ausgleichsmaßnahmen läuft über die nächsten 20 bis 25 Jahre. Zur Kompensation der Beeinträchtigung des Schutzgutes
„Landschaftsbild“ zahlt die Badenova-Tochter einen sechsstelligen Betrag an die Stiftung Naturschutzfonds des Landesministeriums für Ländlichen Raum.

Entstehung des Windparks

Die Entwicklung dieses Projektes führte "WÄRMEPLUS" mit ihrem Partner Ökostromgruppe Freiburg durch. Im Herbst 2015 startete die 18-monatige Phase der Windmessung: Ein Windmessmast aus heimischer Weißtanne sowie ein mobiles Windmessgerät kamen zum Einsatz. Im September 2018 erhielt die badenova-Tochter die Bau- und Betriebsgenehmigung nach Bundes-Immissionsschutzgesetz (BlmSchG), im Oktober 2018 den Zuschlag für die EEG-Vergütung. 2020 waren die Fundamente sowie die fast 90 Meter hohen Betontürme aus je ca. 90 Fertigteilen errichtet. Die spektakuläre Anlieferung der
Großkomponenten startete ab Sommer 2020:  Etwa der Transport der 70 Meter langen Rotorblätter, die mit einem Selbstfahrer, mit zehn Achsen und eigenem Antrieb, mittels Fernbedienung die 15 Kilometer lange Strecke hinaufnavigiert wurden, haben etliche Menschen verfolgt – einige kochten sogar Kaffee für das Windteam. Zum Jahreswechsel startete die aufwändige Inbetriebnahme des Windparks. Lieferschwierigkeiten, technische Probleme, coronabedingte Engstellen bei Personal und Logistik, Wetterkapriolen und die Tatsache, dass der Selbstfahrer wegen seiner geringen Stückzahl - nur zwei in Europa - auch auf anderen Baustellen stark gefragt ist, machten immer wieder Umplanungen nötig. Durch den Einsatz des Selbstfahrers wurde jedoch der Flächenbedarf gegenüber einer herkömmlichen Logistik minimiert, weshalb sich "badenovaWÄRMEPLUS" bewusst für diese nachhaltige Variante entschieden hat.

Windkraft-Ausblick

Der Ausbau der Windenergie in der Region hat bei Badenova eine lange Tradition. Im Jahr 2003 wurde die Gesellschaft
Regiowind gegründet, die unter anderem sechs Windanlagen auf dem Freiburger Hausberg Roßkopf und auf dem Schauinsland (Holzschlägermatte) errichtet hat. Etliche weitere Anlagen folgten. Die größte, modernste Anlage der "WÄRMEPLUS" aus den vergangenen Jahren ist jene auf dem Kambacher Eck in der Ortenau mit zwölf Megawatt (MW) Leistung. Auch nach der Inbetriebnahme des Windparks auf dem Hohenlochen wird der Ausbau engagiert weitergehen: Am Standort Kallenwald in Seelbach soll 2022 mit dem Bau der nächsten Windanlage begonnen werden – eine Vielzahl weiterer Projekte ist in Planung.

Autor:

Daniela Santo aus Lahr

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