TBO und Lebenshilfe arbeiten Hand in Hand
Ein gutes Miteinander

Der Gifiz-Streichelzoo bietet befriedigende Arbeit für die physisch und psychisch behinderten Menschen.
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  • Der Gifiz-Streichelzoo bietet befriedigende Arbeit für die physisch und psychisch behinderten Menschen.
  • Foto: Bode/Stadt Offenburg
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Offenburg (st). Bereits seit 2012 zählt Friedrich Hauß, der Abteilungsleiter des TBO-Gebäudeservice in Offenburg, auf die tatkräftige Unterstützung der Lebenshilfe-Kollegen bei der Strandreinigung am Gifizsee und bei Mäharbeiten auf dem Zeltplatz und am Grillplatz.

Auch das Auflockern des Sands des Volleyball-Spielfelds gehört dazu. Die Arbeiten werden, je nach Notwendigkeit, täglich oder in größeren Abständen durchgeführt. „Aktuell sind aufgrund der Corona-Pandemie natürlich auch besondere Schutzmaßnahmen und Hygienevorschriften zu beachten“, betont Hauß. „Da alle Arbeiten im Freien stattfinden, ist das aber gut lösbar.“ Zwei bis drei Helfer, begleitet von einem Gruppenleiter der „Grünen Hand“/Albert-Schweitzer-Werkstätten, sind hier regelmäßig im Einsatz. „Die Arbeiten werden, nach vorheriger Absprache, routiniert und vielfach selbstständig erledigt“, so Friedrich Hauß.

Erfolgreicher Einstieg auf Probe

Nach einem Einstieg auf Probe 2014 haben die Technischen Betriebe Offenburg (TBO) im Juli 2015 auch das Arbeitspaket „Tierversorgung mit Stallarbeiten“ an die Lebenshilfe vergeben, erläutert Harald Möschle, Abteilungsleiter der TBO-Stadtbildpflege. Seither sind kontinuierlich zwei bis sechs Mitarbeiter der Lebenshilfe im Tiergehege am Gifiz beschäftigt. Der erfahrene Tierpfleger Fritz Hartmann gibt die Aufgaben vor, eine Betreuerin der Lebenshilfe koordiniert und begleitet den Arbeitseinsatz der physisch wie psychisch gehandicapten Helfer vor Ort. Die Freude an der Arbeit ist offensichtlich, wenn es in unterschiedlicher Besetzung am Dienstag-, Mittwoch- und Donnerstagvormittag ans Tiere füttern geht – Streicheleinheiten natürlich inklusive! Auch die Ställe, Wege und Gehege müssen gesäubert werden. Heuballen werden transportiert, der Rasen gemäht, im Herbst das Laub gerecht. „Die Besucher des Tiergeheges finden jederzeit ein picobello gepflegtes Areal vor“, lobt Harald Möschle die hilfreiche Mitarbeit.

„Zu Beginn 2014 waren zwei Berufspraktikanten der Lebenshilfe bei uns in der Elektrowerkstatt. Gemeinsam haben wir Messungen bei verschiedenen elektrischen Geräten durchgeführt“, erläutert Massimo Cocuzza, stellvertretender Leiter der TBO-Elektrowerkstatt. „Heute unterstützen uns regelmäßig bis zu vier körperlich beeinträchtigte Kollegen der Lebenshilfe.“ Es ist ein Team von bis zu acht wechselnden Personen, die in der TBO-Werkstatt E-Checks durchführen. Einer der Kollegen ist seit 2015 durchgehend dabei.

Begleitung durch Kollegen der TBO

„Nach der Einteilung der anstehenden Arbeiten wird das Team durch einen TBO-Kollegen oder den begleitenden Elektromeister der Lebenshilfe in die Aufgaben eingewiesen. Bei der DGUV V3-Prüfung handelt es sich um einen gesetzlich vorgeschriebenen Check elektrischer Betriebsmittel wie handgeführte Elektrowerkzeuge, Bürogeräte, Computer, Verlängerungsleitungen, Netzteile und ähnliches, die zwecks Unfallverhütung regelmäßig überprüft werden müssen“, erklärt Cocuzza. „Da wir etliche Gewerke bei den TBO haben – zum Beispiel die Schlosserei, Schreinerei, die Maler- und KFZ-Werkstatt –, fällt da einiges an. Die Kollegen kontrollieren das Typen-Schild, schauen auf sichtbare Mängel und führen eine Funktionsprüfung durch. Die Auswertung und Dokumentation fließen in ein Prüfprotokoll, am Schluss gibt´s eine Prüfplakette.“

Massimo Cocuzza ist voll des Lobes über die Lebenshilfe-Kollegen: „Das Miteinander klappt bestens. Wir besuchen auch gemeinsam Schulungen. Und nicht zuletzt unsere Auszubildenden sammeln wertvolle Erfahrungen in dieser Zusammenarbeit, die von Rücksicht, Respekt, gegenseitigem Lernen und auch viel Freude geprägt ist.“ Der Einsatz hat sich seit 2014 merklich gesteigert: Häufig kommt das Lebenshilfe-Team aktuell mehrere Tage die Woche zum Einsatz.
Die Mitarbeiter der Lebenshilfe, die bei den TBO im Einsatz sind, sind zwischen 23 und 60 Jahre alt und haben körperliche und psychische Handicaps. Ihre Einsätze werden je nach individuellem Vermögen und Neigung geplant sowie fachlich betreut. Die Zusammenarbeit zwischen TBO und Lebenshilfe erfolgt im Rahmen vertraglicher Vereinbarungen auf Lohnbasis.

Autor:

Christina Großheim aus Offenburg

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