Exkursionen der Luftfahrt AG
Hochschüler interessiert an Luftfahrt
- Von dem Taxiway in Richtung Landebahn – Studierende der Hochschule Offenburg erkunden den Flughafen Lahr
- Foto: Florian Ebert
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Offenburger Hochschüler wollen hoch hinaus. Die Luftfahrt AG von Studierenden der Hochschule Offenburg organisierte eine Exkursion auf den Flughafen Lahr sowie eine Werksbesichtigung beim Segelflugzeug-Hersteller DG Aviation in Bruchsal. Die rege Teilnahme zeigt, dass die wachsende Luftfahrt ein mögliches zukünftiges Arbeitsfeld sein kann.
Seit rund einem Jahr gibt es die Luftfahrt AG an der Hochschule Offenburg. Ins Leben gerufen von Mitgliedern der Fliegergruppe Renchtal, die an der Hochschule studieren, verfolgt sie ein klares Ziel: Die Welt der Luftfahrt nicht nur theoretisch zu vermitteln, sondern greifbar und erfahrbar zu machen. Neben Projekten auf dem Campus, etwa dem Konstruieren eigener elektrischer Modellflugzeuge, gehören auch Exkursionen in die Fliegerwelt fest zum Programm. Die jüngsten Ausflüge führten die Gruppe nun auf den Flughafen Lahr sowie zum Segelflugzeughersteller DG Aviation nach Bruchsal.
Ein Blick hinter die Kulissen des Flughafens Lahr
21 Studierende nahmen an der halbtägigen Führung auf dem Flughafen Lahr teil. Geleitet wurde sie von Kristopher Kurz, dem Leiter des Flugbetriebs, der selbst früher an der Hochschule Offenburg studierte. Bereits im Terminal spannte er den historischen Bogen vom 1913 weiter östlich errichteten Zeppelinflugplatz über die Zeit als französischer und später kanadischer NATO-Stützpunkt bis hin zum heutigen Verkehrslandeplatz, der insbesondere für Cargo- und Businessverkehr optimiert ist.
Die Gruppe erhielt Einblicke in das Passagierterminal, das bei Großereignissen, wie internationalen Fußballspielen, flexibel geöffnet werden kann. Gleichzeitig hebt dies hervor, welch hohen Stellenwert Sicherheit am Standort einnimmt. Der ständige Kontakt zum Tower ist selbst bei unserer Führung essenziell. Trotz eines trüben Nachmittags sorgte ein Zeitpuffer im Flugbetrieb für ein besonderes Highlight: die Begehung der Taxiways mit freiem Blick auf die 3.000 Meter lange und 45 Meter breite Start- und Landebahn – insgesamt sind es 210 Hektar Betriebsfläche.
Der Airport Lahr ist auch lizensiert als Sonderflughafen für Fracht, was auch Cargo-Flüge z.B. mit tonnenschweren Tunnelbohrmaschinen ermöglicht. Für viele war dies ein eindrucksvoller Moment, der die Dimensionen des Flughafens unmittelbar spürbar machte. Die angrenzenden Business Parks (West- und Ost-Areal) mit rund 370 Hektar beheimaten zahlreiche Gewerbe- und Logistikfirmen und bieten enormes Erweiterungspotenzial.
Technik zum Anfassen bot auch die Besichtigung der Flughafenfeuerwehr. In der Garage des imposanten Löschfahrzeugs wurde deutlich, wie schnell Einsatzbereitschaft hier gewährleistet ist. Ergänzend verfügen viele Mitarbeitende des Flughafens über einen Feuerwehrhintergrund, sodass im Einsatzfall innerhalb weniger Minuten reagiert werden kann.
Mit sogenannten Follow-Me-Cars ging es anschließend entlang der Flugzeughallen bis hinauf zum Tower, der rund um die Uhr besetzt ist. Der diensthabende Fluglotse erklärte anschaulich seine Arbeit, koordinierte in Echtzeit ankommende und abfliegende Maschinen und berichtete von prägenden Momenten seiner Laufbahn. Auch die internationalen Studierenden profitierten von der Führung, da Englisch am Verkehrslandeplatz selbstverständlich zum Arbeitsalltag gehört. Vorbei an ehemaligen Hangars der Düsenjets endete die Besichtigung wieder am Ausgangspunkt.
Handarbeit und Hightech bei DG Aviation
Der zweite Teil der Exkursion führte nach Bruchsal zu DG Aviation, einem Hersteller moderner Segelflugzeuge. Beim ersten Blick in die Werkshallen wurde schnell klar, dass jedes Flugzeug eine Einzelanfertigung ist. In der Entwicklung und Produktion von einzelnen Ersatzkomponenten sowie ganzen, neuen Flugzeugen auf Basis von Faserverbundkunststoffen stecken umfangreiche Handarbeit und technisches Know-how. Im Hochlager stapeln sich Kohlefaser- und Glasfaserbahnen, daneben stehen die großen Formen für die Tragflächen.
Die Studierenden konnten an den Rohbauten tief in die innere Struktur der Flugzeuge blicken. Kabelbäume, Überwachungs- und Redundanzsysteme verdeutlichten die hohen Sicherheitsstandards im Segelflug. Im Finish-Bereich wurden die Oberflächen mehrfach beschichtet, geschliffen und poliert, bis eine makellos glatte Struktur entsteht. Diese Perfektion ist entscheidend, damit Segelflugzeuge ohne Motorkraft möglichst weite Strecken zurücklegen können - also perfekt gleiten.
In der hauseigenen Lackiererei erhalten die Flugzeuge ihre typische weiße Farbe. Jede zusätzliche Farbschicht würde das Gewicht erhöhen und damit die Leistungsfähigkeit beeinträchtigen. In der Endmontage wird schließlich jedes Detail sorgfältig geprüft. Auch Servicearbeiten gehören dazu, denn Segelflugzeuge müssen jährlich zur technischen Überprüfung.
Darüber hinaus engagiert sich das Unternehmen in der Forschung und arbeitet mit Universitäten sowie renommierten Instituten an Innovationen für die Zukunft der Luftfahrt. Eine jüngst geschlossene Kooperation mit dem südafrikanischen Hersteller Jonker Sailplanes soll helfen, Kapazitäten zu bündeln und technologische Entwicklungen weiter voranzutreiben.
Rundgangführer Bernhard Scholl, selbst Flugzeugprüfer, betonte zum Abschluss, dass das Segelfliegen in ehrenamtlichen Vereinen für viele zugänglich ist. So könne grundsätzlich jeder Pilot werden. Durch vergleichsweise geringe Kosten werde das Segelfliegen zu einem Hobby für eine breite Gesellschaft. Mögliche Perspektiven sind Weiterbildungen sogar bis hin zum Berufspilot.
Begeisterung mit Perspektive
Die große Resonanz auf die Aktionen der Luftfahrt AG zeigt deutlich, wie stark das Interesse der Studierenden an der Branche ist. Die Hochschule Offenburg fördert diese Wissbegierde gezielt auch außerhalb der Vorlesungen und schafft damit wertvolle Praxiserfahrungen. Solche Einblicke stärken die fachliche Kompetenz und eröffnen Perspektiven für zukünftige Fach- und Führungskräfte.
Ein besonderer Dank gilt der Lahr Flugbetriebs GmbH sowie DG Aviation für die spannenden Führungen und den intensiven Austausch mit den Studierenden.







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