Neue Serie "Unsere Helden": Mitarbeiter des Ortenau Klinikums
In der Coronakrise stehen sie an der vordersten Front

Hochmotiviert: Die Beschäftigten des Klinikums trotzen der Coronakrise.
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Offenburg (gro). Die Coronakrise betrifft alle Bürger, doch einige Berufsgruppen werden besonders gefordert. In unserer neuen Serie "Unsere Helden" wollen wir deren besonderes Engagement im Kampf gegen das Virus würdigen.

Die 5.300 Mitarbeiter des Ortenau Klinikums stehen an vorderster Front. Ohne sie und ihre Arbeit könnten die Kranken nicht versorgt werden. Denn zu den üblichen Patientenzahlen drohen nun noch schwer an Corvid-19-Erkrankte. So wurde für alle Beschäftigten eine Urlaubssperre bis zum 2. Mai verhängt. Der Arbeitgeber hat die Stornokosten übernommen. Zudem wurden die Arbeitszeiten ausgeweitet und die Zahl der Nacht- und Wochenenddienste hat sich für alle erhöht.
"Zur Zeit heben wir die klassischen Krankenhausstrukturen auf – auch die der Stationen. Die Klinik wird in Erwartung einer voraussichtlich großen Anzahl schwerkranker Patienten nach Bedarf gesteuert", schildert Dr. Peter Kraemer, Medizinischer Leiter des Ortenau Klinikums und Geschäftsbereichsleiter Medizinstrategie, die Vorbereitungen. "Das bedeutet natürlich umfassende Änderungen von eingeübten Routinen und stellt damit an die Beschäftigten, in welchem Bereich sie auch immer arbeiten, eine große Herausforderung dar und erfordert ein Höchstmaß an Flexibilität und Professionalität. Dafür möchte ich mich bei allen Mitarbeitern bedanken, zumal sich für sie durch die bekannten Einschränkungen im privaten Leben eine Doppelbelastung ergibt."

Klare Regeln 

Das Klinikum hat klare Regeln für den Umgang mit den Covid-19-Patienten, was die Schutzkleidung und die Zeitdauer beim direkten Patientenkontakt betrifft. Um dem Stress und dem seelischen Druck besser standhalten zu können, wird den Mitarbeitern außerdem Hilfestellung durch die Psychosomatische Klinik im Haus und die Klinikseelsorge auf Wunsch angeboten.

Denn die Mitarbeiter – sowohl das Pflegepersonal und die Ärzte als auch diejenigen, die für einen reibungslosen Ablauf des Klinikalltags sorgen – müssen im Privatleben mit den gleichen Einschränkugen leben wie die anderen Ortenauer auch. "Mit dem Auftreten des Corona-Virus auch in Deutschland hat sich das Alltagsleben für unsere Familie schlagartig und grundlegend geändert", berichtet Ulrike Grim, Notfallpflegekraft in der Notaufnahme im Ortenau Klinikum am Ebertplatz in Offenburg. "Da mein Mann in der Leitstelle des DRK-Rettungsdienstes und ich in der Notaufnahme des Ortenau Klinikums in Offenburg beschäftigt bin, sind wir beide verpflichtet zu arbeiten", erzählt sie.

Privatleben organisieren

Die Schließung aller Schulen und Kitas am vergangenen Freitag traf sie hart. "Wir haben gedacht: Oh Gott, was machen wir mit unserem vierjährigen Sohn?", so die 40-Jährige. Denn die Großeltern, die sonst gerne mal auf den Nachwuchs aufpassten, seien alle um die 80 Jahre alt und fielen damit für die Betreuung aus. "Durch eine Freundin erfuhr ich, dass unser Bürgermeister über Facebook zeitnah die Bildung einer Kita-Notgruppe angekündigt hatte, die dann auch tatsächlich zustande kam. Damit ist uns natürlich ein großer Stein vom Herzen gefallen", so Grim. "Und wenn sich die Schichten von meinem Mann und mir mal kurzzeitig überschneiden, springt für diesen Zeitraum eine Nichte von mir ein", so die Notfallpflegekraft. "Denn wenn ich morgens zur Arbeit gehe, weiß ich noch nicht, wann ich genau nach Hause komme. Schließlich kann es sein, dass am Ende der Schicht zahlreiche neue Patienten zu uns gebracht werden, dann müssen wir halt bleiben." Viel gemeinsame Zeit bleibt dem Ehepaar in dieser Ausnahmesituation nicht. "Mit meinem Mann gebe ich mir quasi die Klinke in die Hand, zum Einkaufen kommen wir so gut wie gar nicht. Auch mit meinem Schlaf sieht es zur Zeit nicht so gut aus."

Trotzdem steht Ulrike Grim hinter den Anforderung bei der Arbeit: "Ich persönlich habe großes Verständnis für die von der Klinik getrofffenen Maßnahmen und bin froh, durch meine Arbeit einen Beitrag dazu zu leisten, die Patienten, die jetzt besonders unserer Hilfe bedürfen, qualifiziert betreuen zu können." Hat sie Angst, sich selbst anzustecken? "Ich gehe schon davon aus, dass ich mich mit dem Virus infiziere, fühle mich aber gesund und fit genug, um es ohne größere Komplikationen zu überstehen."

Fundraising für die Pflegehelden

So viel Engagement verdient Anerkennung: Die kann in Form einer Spende gegeben werden. Denn das Ortenau Klinikum hat unter www.ok-fightcorona-ko.de eine Fundraisingkampagne gestartet. Unter "Fight Corona – wir bitten um Ihre Unterstützung" sollen die Helden, nach dem erfolgreichen Kampf gegen das Virus, gefeiert werden.

Hochmotiviert: Die Beschäftigten des Klinikums trotzen der Coronakrise.
Kraft tanken für den nächsten Einsatz: Ulrike Grim ist wie ihre Kollegen im Klinikum stark gefordert.
Autor:

Christina Großheim aus Offenburg

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