Offenburger genießen Bilder daheim
„Kunst gehört ins Leben“

Bei Familie Müller hängt jetzt ein echter Masuyama.
  • Bei Familie Müller hängt jetzt ein echter Masuyama.
  • Foto: Tebbel
  • hochgeladen von Matthias Kerber

Offenburg (st). Kunst statt Fernseher: Vier Wochen lang hängt bei Familie Müller in der Oststadt ein Bild des japanischen Foto-Künstlers Hiroyuki Masuyama an der Stelle, wo sonst der Fernseher angebracht ist. Gemeinsam mit Masuyama hat die Stadt Offenburg im Nachgang zu der erfolgreichen Ausstellung Minima X Maxima zu einem „home project“ eingeladen, das Kunst in die Wohnzimmer von Offenburger Bürgern bringen soll.

60 Bewerbungen

Wie Patricia Potrykus vom Fachbereich Kultur mitteilte, sind 60 Bewerbungen eingegangen. Besucher der Städtischen Galerie wurden dazu befragt, wie ihnen die Ausstellung gefallen habe, und ob sie ein solches Kunstwerk auch gern in der eigenen Wohnung sehen würden. In welchem Heim nun ein Werk von Masuyama betrachtet werden kann, darüber hat der Künstler selbst in einem durchdachten Auswahlverfahren entschieden.

Projekt außerhalb der Galeriewände

Wichtig war ihm, dass die Bilder in den Wohnungen von Menschen aus den unterschiedlichsten Lebenssituationen zu sehen sein werden. Jung oder alt, alleinerziehend oder Familie, im Hochhaus oder in ländlicher Idylle, diese Kriterien spielten eine Rolle. Patricia Potrykus berichtet von einer dreizehnjährigen Bewerberin, die sich anstelle eines religiösen Bildes der Oma ein Kunstwerk von Masuyama wünschte. „Das war eine witzige Begründung“, und die Bewerberin habe für ein Schulprojekt mit dem Künstler auch ein Interview geführt: „Auch ein super Beispiel für Kunstprojekte außerhalb der Galeriewände“, erklärt Patricia Potrykus.

"Kunst gehört ins Leben"

„Kunst gehört ins Leben“, meint auch Masuyama (52), der mit einem Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) an der Düsseldorfer Kunstakademie studierte. Zu der Zeit seien neben Düsseldorf auch Karlsruhe und Köln Vorreiter in Sachen "Digital Art" gewesen. „Digital Art ist eine Kultur-Adaption“, erläutert der Foto-Künstler, „eine Synthese von Alt und Neu, Mensch und Natur.“ Beispielhaft dafür ist die fotografische „Adaption“ des Gemäldes von Caspar David Friedrich „Kreidefelsen auf Rügen“, das nun im Wohnzimmer der Familie Müller hängt. Hiroyuki Masuyama hat auf den Spuren des romantischen Künstlers tausende von Details in akribischer Foto-Arbeit neu zusammengesetzt. Und warum gerade Caspar David Friedrich? „Ich habe mich gefragt, ob der Himmel wirklich so blau sein kann, das Laub der Bäume so grün“, sagt Masuyama. So viel wie möglich sollte vom Original umgesetzt werden, so sind zu Beispiel die Betrachter der Landschaft nachgestellt von der Familie des Künstlers. Im Vergleich zu früher gebe es heute dort mehr Bäume, außerdem hätten Wind und Wetter die Felsen abgetragen.

23 Bilder an den Wänden der Offenburger

Insgesamt hängen nun 23 Bilder des Künstlers in privaten Häusern und Wohnungen. Abgehängt werden die Werke von der Stadt Offenburg am Wochenende 23. bis 25. Oktober. Danach soll eine Dokumentation dieses „home projects“ erstellt werden. Denn wie die Veranstalter sagen, gehöre die Kunst ins Leben, und das Leben spiele sich nun mal im eigenen Zuhause ab. Patricia Potrykus hat schon jetzt Bilanz gezogen: „Durchgehend sehr positive Resonanz, nur glückliche Gesichter und Stolz, der Künstler ist auch sehr glücklich.“

Autor:

Matthias Kerber aus Offenburg

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