Waldseemüllerkarte ab 19. Mai wieder zu sehen
Nur Offenburg zeigt das Original öffentlich

Die Waldseemüllerkarte ist ab 19. Mai wieder öffentlich zu sehen: Carmen Lötsch (v. l.), Malena Kimmig, Marco Steffens und Wolfgang Gall.
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  • hochgeladen von Christina Großheim

Offenburg (gro). Sie ist und bleibt eine Sensation: die Globussegmentkarte von Martin Waldseemüller der Stadt Offenburg. Es existieren nur noch vier Exemplare des 180 mal 350 Millimeter großen Blatts, auf dem sich zwölf im Holzschnittverfahren gedruckte Segmente der Welt in der Sicht des Jahres 1507 befinden.

Entdeckt wurde das Dokument 1993 bei der Neukatalogisierung der Historischen Bibliothek. Es war in ein Buch von Aristoteles, die "Ethica Nicomachea", eingenäht, das 1541 in Freiburg gedruckt worden war. So überstand die seltene Karte, die als kleiner Taufschein Amerikas gilt, nicht nur den großen Stadtbrand im Jahr 1689, sondern auch zwei Weltkriege. Die Historische Bibliothek war Teil des Kapuzinerklosters, in dem sich heute das Grimmelshausen-Gymnasium befindet. Deshalb lagerten die nach der Säkularisierung in der Stadt verbliebenen Bände auch lange in der Bücherei der Schule.

Teil eines Medienpakets

"Die Karte gehörte zu einem dreiteiligen Medienpaket in lateinischer Sprache, das von einem in Saint-Dié-des-Vosges im Elsass tätigen Gelehrtenkreis herausgegeben wurde", erläutert Dr. Wolfgang Gall, Abteilungsleiter Archiv und Museum der Stadt Offenburg, am Montag in einem Pressegespräch. Dieses Paket bestand aus einer großen Weltkarte, deren einziges verbliebenes Exemplar in der Kongressbibliothek in den USA lagert, einer Begleitschrift und einer Karte aus Globusegmenten.

"Die Weltkarte gilt als der große Taufschein Amerikas", so Gall. Denn Waldseemüller habe den Kontinent als erster nach Amerigo Vespucci, den er fälschlicherweise für den Entdecker des neuen Kontinents hielt, benannt. Auch wenn der Kartograph in späteren Veröffentlichungen versuchte, seinen Fehler wieder gut zu machen, blieb der Name Amerika erhalten.

Öffentlich zu sehen

Eine weitere Besonderheit der Offenburger Karte: Sie ist die einzige, die öffentlich ausgestellt wird. Ab Sonntag, 19. Mai, dem internationalen Museumstag, ist sie erneut im Museum im Ritterhaus zu sehen. Um sie herum wird in der Dauerausstellung "Offenburg in der Welt. Eine Stadt zwischen 800 und 1800" die spannende Geschichte der Karte erzählt. "Die Karte wird immer wieder sechs Monate im Jahr zu sehen sein, bevor sie aus konservatorischen Gründen wieder aus der Ausstellung genommen wird", berichtet Oberbürgemeister Marco Steffens, der sich, genau wie die Museumsmitarbeiter, viele Besucher bis zum 13. Oktober wünscht.

Gleichzeitig beginnt eine Themenwoche: Vom 19. bis 26. Mai beschäftigt sich das Museum mit der Frage "Wer war Waldseemüller?". Der Eintritt ins Museum im Ritterhaus ist am 19. Mai frei, es wird ein Programm rund um die Ausstellung geboten. Am Dienstag, 21. Mai, setzt sich um 19.30 Uhr Jan Morke vom Globenmuseum Wien im Museum mit der Globussegmentkarte und deren Reproduktionen und Fälschungen auseinander. Am Donnerstag, 23. Mai, findet um 20 Uhr in der Stadtbibliothek Offenburg ein Vortrag mit Dr. Martin Lehmann "Die Weltkarten Waldseemüllers und der Kampf um die Gewürze Indiens" statt.

Autor:

Christina Großheim aus Offenburg

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