Kreisausschuss stimmt dem "Modell Landrat" zu – Nur eine Krankenhausapotheke
Von der "Insel der Seligen" in die Zukunft der Kliniken

Im Ortenau Klinikum, hier der Standort in Offenburg, stehen größere Veränderungen an.
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  • Im Ortenau Klinikum, hier der Standort in Offenburg, stehen größere Veränderungen an.
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Ortenau (dh). Das "Modell Landrat" kommt am 25. Juli zur abschließenden Abstimmung in den Kreistag: Der Krankenhausausschuss stimmte gestern mit einer Gegenstimme und einer Enthaltung dem Modell zu. Die Kliniken in Kehl, Oberkirch und Ettenheim würden damit zu Portalkliniken der Standorte in Offenburg, Achern und Lahr. Für den Standort Gengenbach werden andere Verwendungszwecke geprüft. Zusätzliche Emotionen gab es durch die Zusammenlegung der Krankenhausapotheken Offenburg und Lahr, zumal die CDU-Fraktion um Klaus Muttach ihre Zustimmung zum "Modell Landrat" von dieser Frage abhängig machte. Lahrs OB Wolfgang Müller (SPD) forderte allerdings die Absetzung der Apotheken-Entscheidung. Letztlich fiel die Entscheidung für einen Apothekenstandort in Offenburg mit 16 Ja- und sieben Gegenstimmen. Damit war der Weg frei für die Handlungsperspektive der Agenda 2030 des Ortenau Klinikums, das "Modell Landrat", diese Diskussion war für die Apothekenfrage unterbrochen worden.

"Keiner der Kreisräte und auch ich haben einen Vorteil davon, wenn wir Krankenhäuser schließen. Es gibt nur eine Rendite, die Gesundheit und Versorgung der Patienten", sagte Landrat Frank Scherer vor allem in Richtung der zahlreichen Zuhörer im Sitzungssaal, von denen ein Teil vor Sitzungsbeginn unter anderem mit einem Sarg, Kreuzen und Transparent ihre Meinung kund getan hatten. Scherer hob hervor, dass ohne ein jetziges Handeln das Defizit der Kliniken bis zur Mitte der 2020er-Jahre auf jährlich bis zu 20 Millionen Euro anwachsen würde: "Jetzt können wir positiv selbst gestalten, bevor die Rahmenbedingungen so sind, dass wir über eine Privatisierung reden müssen." Die Verbesserung des Ergebnisses des Eigenbetriebs von 4,3 Millionen Euro pro Jahr mit den geplanten Veränderungen soll die Eigenständigkeit in der Hand des Ortenaukreises sichern.

Klaus Muttach äußerte sich kritisch über die zu erwartenden Defizite und das Ranking verschiedener Kliniken im CMK-Gutachten. "Das ,Modell Landrat' mit einer jährlichen Einsparung von 4,3 Millionen Euro pro Jahr ist doch deshalb eine ganz wichtige strukturelle Gegenmaßnahme. Dies verursacht in allen Häusern ,Schmerzen', aber es macht die Zukunft des Ortenauklinikums mit einer flächendeckenden Versorgung möglich. Deshalb brauchen wir hier die Solidarität aller Häuser und wir werden dieses ,Modell Landrat' als Gesamtpaket unterstützen", so Muttach, der den Landrat aber auch an dessen Bewerbungsrede für seine Wiederwahl erinnerte, als Scherer sagte: „Wir müssen die notwendige wohnortnahe Versorgung über unsere Klinikstandorte auch dort sicherstellen, wo sie keine Gewinne abwirft.“

Thomas Kohler (Freie Wähler) erkannte an, dass es mit einer alleinigen Erhöhung der Kreisumlage nicht getan wäre, die wohnortnahe Versorgung zu garantieren. Trotz aller Fehler im Gutachten der CMK habe dies die Augen geöffnet. Die Krankenhäuser im Kreis sollten für eine hohe Qualität stehen, um die Patientenzahlen zu steigern.

"Wir haben gedacht, wir leben auf einer Insel der Seligen und wir könnten alle Kliniken erhalten. Dass wir alle erhalten können, ist ein Märchen", sagte Martina Bregler (SPD). Für die finanziellen Schwierigkeiten bedürfe es einer nachhaltigen Lösung, sonst stehe eine Privatisierung ins Haus. Diese sei nicht wünschenswert. Nicht umsonst hätte sich die St. Josefsklinik für das Ortenau Klinikum entschieden.

Alfred Baum (Grüne) glaubt weniger, dass es mit einem eigenen Konzept zu schaffen sei: "Es ist ein Modell für eine gewisse Zeit, um einen Zeitraum von zehn bis 15 Jahren zu beschreiben."

"Die Patienten erwarten mehr", so Eberhard Freiherr von Hodenberg (FDP) und sieht die Zukunft in der Bündelung und Spezialisierung.

Lesen Sie hier mehr über das "Modell Landrat".
Den Kommentar zu der Entscheidung über das "Modell Landrat" finden Sie hier.

Im Ortenau Klinikum, hier der Standort in Offenburg, stehen größere Veränderungen an.
Die Diskussion über das Ortenau Klinikum sorgte für viele Zuhörer im großen Sitzungssaal des Landkreises.
Autor:

Daniela Santo aus Lahr

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