Dollenberg hat die Weinkarte des Jahres
Auszeichnung für Sommelier Meyer

Stolz auf die erneute Auszeichnung für das Gourmetrestaurant „Le Pavillon“: Patron Meinrad Schmiederer (links) und Chef-Sommelier Christophe Meyer
  • Stolz auf die erneute Auszeichnung für das Gourmetrestaurant „Le Pavillon“: Patron Meinrad Schmiederer (links) und Chef-Sommelier Christophe Meyer
  • Foto: Hotel "Dollenberg"
  • hochgeladen von Christina Großheim

Bad Peterstal-Griesbach (st). Im dritten Anlauf hat es geklappt. „Le Pavillon“, das Gourmet-Restaurant des Hotels „Dollenberg“ mit Chef-Sommelier Christophe Meyer, 53, hat im Jahr 2020 die beste Weinkarte Deutschlands. Das bestätigt ein Zertifikat von „Vinum“, dem europäischen Wein-Magazin. Meyer, seit 14 Jahre für den Wein des Relais & Châteaux-Hotels im Schwarzwald zuständig, beteiligte sich zum dritten Mal an diesem Wettbewerb, in dem er 2019 den zweiten und 2018 den dritten Platz belegt hatte. Jetzt teilt er sich den ersten Platz in der höchsten Kategorie „Gourmet und Sterne“ mit dem Vorjahressieger „Wein.Kultur.Bar“ in Dresden. Beide erreichten die gleiche Punktzahl, beide haben Deutschlands beste Weinkarten des Jahres.

Hinter dem „German Wine List Award“ stehen Einrichtungen und Experten, deren Urteil in der Welt des Weins hoch geschätzt werden. Unter anderen die Sommelier-Union, die Jeunes Restaurateurs, der Restaurantführer Gusto und das Internationale Wein-Institut (IWI).

Langjähriger Sommelier

„Ich freue mich, dass wir mit Christophe Meyer einen langjährigen Sommelier im Haus haben, der immer wieder seine Weinkarte erweitert, am Ball bleibt, um neue Entdeckungen zu finden, ohne die bestätigten Weine zu vernachlässigen“, lobt Patron Meinrad Schmiederer den Sommelier. „Er steht mit Zwei-Sterne-Koch Martin Herrmann für die Kulinarik des Hotels, die beide ständig weiterentwickeln“.

100 Weinkarten aus der ganzen Republik wurden im Wettbewerb bewertet, nur 36 erreichten die Höchstwertung „ausgezeichnet“. Christophe Meyer, Sommelier des Jahres 2015, hatte seine Siegerkarte im Februar dieses Jahres eingereicht, also noch vor Corona. Sie enthält 614 Weinpositionen aus 28 Weinländern und 30 offene Weine. Seine Karte betont regionale Produkte aus der Ortenau. Meyer pflegt bewusst eine starke badische Weinkultur, 70 Prozent der deutschen Weine kommen aus Baden. So auch der Preiswerteste auf der Siegerkarte, ein Spätburgunder der Winzergenossenschaft Durbach für 23 Euro die Flasche. Seine Karte liest sich wie ein Nachschlagewerk mit Landkarten, Fotos von Rebsorten, kleinen Geschichten von Land und Leuten, Klassifizierungs-Systemen oder Raritäten von Weinflachen. Dazu listet seine aktuelle Karte einige Exoten sowie weniger bekannte Lagen unter anderem aus England, Belgien oder China auf. Der teuerste Tropfen ist ein La Tache von der Domaine de la Romanée Conti für stolze 6.409 Euro die Flasche. Ob er alle Weine auf seiner Karte kennt und probiert? „Das sind alles meine Kinder“, lacht Meyer, „ich weiß, wie sie heißen und wie alt sie sind, ich beobachte sie beim Wachsen und kontrolliere sie." 

Christophe Meyer, in Straßburg zweisprachig aufgewachsen, entdeckte früh seine Leidenschaft für den Wein, begann eine Kochlehre, schwenkte dann über in den Service und legte nach dem Abitur schon mit 19 Jahren das Sommelier-Diplom ab. Seine Lern- und Wanderjahre führten ihn zu Spitzenhäusern in die Champagne und nach Burgund, nach Italien und schließlich in die Ortenau, wo er in Achern sesshaft wurde. Für den Vater von drei Kindern ist Wein eine Lebensqualität, ist die Philosophie von Genuss, sagt Christoph Meyer, der seine Leidenschaft zum Beruf gemacht hat. Doch noch immer versucht er, das wahre Geheimnis des Weins zu ergründen, auch im täglichen Studium von französischer und deutscher Fachliteratur.

Autor:

Christina Großheim aus Offenburg

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