Umzug der Gemibau in Offenburg
Mehr Platz und barrierefreie Räume

Oberbürgermeister Marco Steffens (v. l.), Vorstandsvorsitzender Fred Gresens und Aufsichtsratsvorsitzender Markus Bruder beim Rundgang durch die neuen Geschäftsräume
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Offenburg (gro). Seit Montag, 23. August, hat die neue Geschäftsstelle der Gemibau Mittelbadische Baugenossenschaft in der Wilhelm-Bauer-Straße 19 in Offenburg für den Publikumsverkehr geöffnet. "Wir haben das Grundstück 2016 von der Stadt gekauft", berichtet Fred Gresens, Vorstandsvorsitzender der Baugenossenschaft. Damals befand sich ein Autoan- und -verkauf auf dem Gelande sowie zwei ältere Gebäude, die von der Stadt als Notunterkünfte genutzt wurden. Die Stadt hatte das Grundstück öffentlich ausgeschrieben, die Gemibau schließlich den Zuschlag erhalten. 

Von Anfang an habe festgestanden, dass neben neuen Wohnungen dort auch die Geschäftsstelle der Gemibau unterkommen sollte. "Außerdem wurde vorgeschrieben, dass 50 Prozent der Fläche geförderter Wohnungsbau sein, das Gebäude KfW-Standard 55 erfüllen und einen Fernwärmeanschluss erhalten muss", so Gresens. Nach dem Erwerb führte die Baugenossenschaft einen Architektenwettbewerb mit zehn ausgewählten Büros durch. "Der Vorsitzende des Preisgerichts war Dr. Eckart Rosenberger, damals Vorsitzender des Gestaltungsbeirats der Stadt", so Gresens. Der Entwurfe des Büros K 9 Architekten aus Freiburg setzte sich durch. 

Abriss und Bauantrag

2018 und 2019 wurden die Bestandsgebäude abgerissen, nachdem die Mieter eine neue Bleibe erhalten hatten. Es folgten Abstimmungen mit den Nachbarn, die Altlastenbeseitigung und eine Kampfmitteluntersuchung. "Eigentlich alles, was bei einem solchen Bauvorhaben zu erwarten ist", erklärt Gresens. Nachdem im Aufsichtsrat der Gemibau formell der Baubeschluss gefasst worden war, wurde 2018 der Bauantrag eingereicht und im August 2019 genehmigt. Im September 2019 starteten die Bauarbeiten. "Die Gesamtbaukosten für dieses Projekt liegen bei zehn Millionen Euro", informiert Fred Gresens.

Auf dem 1.501 Quadratmeter großen Grundstück sind drei Gebäudeteile mit einer Wohnfläche von 1.400 Quadratmeter Wohnfläche entstanden. Von den 19 Wohneinheiten zählen neun zum geförderten Wohnungsbau. Die Wohnungen sind zwischen 44 bis 123 Quadratmeter groß. Angeboten werden von Einzimmer- bis Vierzimmerwohnungen alle Größen. Im Erdgeschoss liegen die neuen Büroräume der Gemibau. "Die Gesamtfläche beträgt 810 Quadratmeter", so Gresens. 25 Mitarbeiter haben dort ihren Arbeitsplatz, auch das Lager und das Archiv befinden sich dort. 

Keine Barrierefreiheit in der Gerberstraße

"Wir brauchten neue Büroräume, in der Gerberstraße, unserem bisherigen Standort, gab es einige Nachteile", erklärt Gresens den Umzug. So seien die ehemaligen Räume nicht barrierefrei gewesen und die sanitären Anlagen unzureichend. "Außerdem hatten die Kunden und Mitarbeiter schlechte Parkmöglichkeiten", so Gresens. Das ist am neuen Standort anders: In der Tiefgarage befinden sich 24 Stellplätze für die Gemibau-Mitarbeiter, im Gebiet Kronenwiese stehen weitere öffentliche Parkplätze zur Verfügung. "Wir haben aber auch festgestellt, dass viele Mieter aus Albersbösch sogar zu Fuß kommen", stellt Gresens fest.

Das Gebäude in der Gerberstraße, das in seiner langen Geschichte unter anderem das Landgericht, aber auch die Chemische Landesuntersuchungsanstalt beherbergt hat, bleibt im Besitz der Gemibau. Es wird nun instand gesetzt und wird zum 1. Januar 2022 an eine Landeseinrichtung vermietet. "Auch die acht Mietwohnungen sowie der Kellersaal der 'Schlaraffen' bleiben erhalten", erklärt Gresens. 

Besuch vom OB

Die drei Gebäude in der Wilhelm-Bauer-Straße werden nach und nach vermietet. Zum 1. September ziehen die ersten Mieter ein, der letzte Gebäudeteil wird am 1. November bezugsfertig sein. 2.747 Wohnungen gehören der Gemibau im Ortenaukreis, davon liegen knapp 1.700 in Offenburg. "Und das zu einem günstigen Mietpreis", stellte Oberbürgermeister Marco Steffens bei einem Besuch am Dienstag, 24. August, fest. Damit gehört die Baugenossenschaft nach der städtischen Wohnbau zu den großen Vermietern in der Stadt. 

Sowohl der Oberbürgermeister als auch der Vorstandsvorsitzende der Baugenossenschaft üben Kritik an den Vergaberichtlinien für geförderten Wohnbau. "Eine Familie mit zwei Kindern bekommt nur eine Drei-Zimmer-Wohnung", schildert Gresens. Noch übler sehe es für Alleinerziehende aus, die oftmals nur das Anrecht auf eine Zwei-Zimmer-Wohnung hätten. "Dabei haben nicht nur Geringverdiener das Anrecht auf einen Wohnberechtigungsschein", betont Steffens. Doch viele würden sich angesichts der strikten Vergaberegeln lieber eine Wohnung auf dem freien Markt suchen. Hinzu kommt, dass Offenburg nach Steffens Aussage eine wachsende Stadt ist. "Der Trend geht in die mittelgroßen Städte", bestätigt auch Fred Gresens.

Autor:

Christina Großheim aus Offenburg

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