Nachgefragt bei Urs Kramer vom Landratsamt
Bundesweiter Warntag

Urs Kramer | Foto: Landratsamt Ortenaukreis

Am 8. Dezember ist der bundesweite Warntag. Christina Großheim sprach mit Urs Kramer, Leiter des Amts für Brand und Katastrophenschutz im Landratsamt Ortenaukreis.

Was passiert am bundesweiten Warntag?
Der bundesweite Warntag findet 2022 zum zweiten Mal statt und wird durch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe durchgeführt. An diesem Aktionstag erproben Bund und Länder sowie die teilnehmenden Kreise, kreisfreien Städte und Gemeinden in einer gemeinsamen Übung ihre Warnmittel. Außerdem versenden der Bund und die Mobilfunkbetreiber das erste Mal eine Testwarnmeldung über das Cell-Broadcast-System, die von Mobilfunktelefonen empfangen werden kann. Mit diesem ersten Testlauf soll überprüft werden, ob das Cell-Broadcast-System zukünftig als zusätzliches Warnmittel eingesetzt werden kann. Um diese Testwarnung zu bekommen, muss sich niemand eine App installieren oder irgendwo registrieren. Ein eingeschaltetes Gerät im Mobilfunknetz genügt. Die Einführung eines solchen unkomplizierten Warnmittels, über das alle Menschen mit Mobiltelefon erreicht werden können und welches in anderen Ländern schon Praxis ist, ist eine jahrelange Forderung von Landrat Frank Scherer.

Müssen die Bürger auf die per Mobile versandte Warnung reagieren?
Nein. Wer keine Testwarnung erhalten hat, kann jedoch ab dem 8. Dezember auf der Internetseite www.warnung-der-bevoelkerung.de Rückmeldung geben. Auch in der Warn-App NINA sowie auf den Internetseiten und Social-Media-Kanälen des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) sollen Rückmeldungen möglich sein.

In welcher Form beteiligt sich der Ortenaukreis an dem Warntag?
Der Ortenaukreis erprobt - nach der Sirenenprobe im Oktober erneut - das zentrale Auslösen der aktuell 17 kommunalen Sirenen, die an das digitale Alarmierungsnetz des Landkreises angeschlossen sind. Dabei werden die Signale „Warnung“ und „Entwarnung“ ausgelöst. Das Signal Warnung ist ein auf- und abschwellender Heulton und dauert eine Minute. Bedeutung: In dem Gebiet besteht eine unmittelbare Gefahr oder ist in Kürze zu erwarten. Verhalten: Informieren Sie sich durch Rundfunk, Warn-Apps, Webseiten und andere Medien über Hinweise und Verhaltensempfehlungen. Die anschließende Entwarnung erfolgt mit einem gleichbleibenden Heulton von einer Minute. Bedeutung: Es besteht keine akute Gefahr. Informieren Sie sich weiter in den Medien.

Welches Ziel wird mit dem Warntag verfolgt?
Das übergeordnete Ziel ist, die Warnung der Bevölkerung bei Gefahr stetig zu verbessern. Deshalb soll der bundesweite Warntag die Bevölkerung für das Thema sensibilisieren und sie über mögliche Warnmittel informieren. Je vertrauter die Menschen mit dem Thema sind, umso eigenständiger und effektiver können sie in einer Gefahrensituation handeln und sich schützen. Außerdem werden am Warntag die unterschiedlichen Warnmittel und die Abläufe im Fall einer Warnung praktisch getestet mit dem Ziel, mögliche technische Schwachstellen in der Funktion der Warnmittel und in den Abläufen der Warnung aufzuspüren und zu beseitigen.

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