Neue Organisationsstruktur geschaffen
Burda Media stellt sich neu auf

Burda Vorständin Elisabeth Varn | Foto: Kathrin Makowski
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Offenburg/München (st) Burda Media leitet eine umfassende Transformation ein und richtet die Organisation auf die Anforderungen einer zunehmend von Künstlicher Intelligenz geprägten Medienwelt aus. In den kommenden zwölf bis 18 Monaten soll das Unternehmen schlanker, agiler und schlagkräftiger werden, heißt es in einer Pressemitteilung am Donnerstag, 23. Juli. Im Zentrum der Neuaufstellung stünden starke Marken, direkte Kundenbeziehungen und die konsequente Nutzung von KI. Die organisatorischen Veränderungen würden das deutsche Publishing-Geschäft, die internationalen Gesellschaften sowie dazugehörigen Support-Funktionen betreffen.
„Wir richten Burda Media konsequent entlang der Fähigkeiten aus, die in Zukunft den Unterschied machen. Damit schaffen wir die Grundlage, unsere wirtschaftliche Stärke langfristig zu sichern und wieder mehr Raum für Innovationen und nachhaltiges Wachstum zu gewinnen.“, erklärt Elisabeth Varn, Vorständin für Burda Media Deutschland. Vorständin und CFO Lydia Rullkötter ergänzt: „Gerade in Zeiten der Transformation brauchen wir Klarheit und enge Zusammenarbeit. Deshalb müssen wir unsere Support-Funktionen noch stringenter an den Bedürfnissen der operativen Geschäfte ausrichten und konsequent verschlanken.“

Markenwelten

Im deutschen Publishing-Geschäft führe Burda Media unter der Führung von Elisabeth Varn den BurdaVerlag und die BurdaForward zusammen. Ziel sei ein integriertes Medienhaus, in dem Marken aus einer Hand geführt, Silos abgebaut und Kompetenzen gebündelt würden. Dabei entstehe ein neues gemeinsames Unternehmen; keine der beiden bisherigen Organisationen übernehme die andere. Die künftige Organisation verbinde unternehmerisch geführte Markenwelten mit starken zentralen Funktionen. Focus werde Focus online, Focus Magazin und Focus Plus  in einer eigenständigen Markenwelt gebündelt. Bunte Print und Bunte.de würden im Lifestyle-Bereich zusammengeführt, wo auch die Luxury-Marken (z. B. Instyle, Harper´s Bazaar, Elle) sowie die Marke Freundin beheimatet seien. Women & Entertainment umfasse alle Weeklies, unterhaltenden Frauenzeitschriften sowie Superillu und Guter Rat. In der Markenwelt Screens würden die Programm-Medien (z. B. Cinema und TV Spielfilm) in Print und Digital gebündelt. Weitere eigenständige Markensäulen seien Garden & Living, Food, Health und Chip. Für das Tochterunternehmen Blue Ocean Entertainment ändere sich nichts.
Die Querschnittsfunktionen würden künftig Kompetenzen bündeln, die allen Marken zur Verfügung stünden. Dazu würden die übergreifende Verantwortung für digitale Produkte, Erlösströme, Künstliche Intelligenz, Print-Produktion, produktnahe Technologien, Finance und die Transformation  gehören.

Neues Management

Mit der Neuaufstellung würden zentrale Führungsrollen neu geschaffen oder unternehmensübergreifend gebündelt. Stefan Ottlitz übernehme ab sofort die Funktion des Chief Digital Officer und die Markenverantwortung für Focus. Er werde Geschäftsführer von BurdaForward und BurdaVerlag Publishing und führe die Focus-Angebote aus einer Hand. Stefan Ottlitz sei zuletzt Geschäftsführer bei „Spiegel“ gewesen und habe dort – wie auch schon bei der „Süddeutschen Zeitung“ – Print und Digital erfolgreich integriert. Manuela Kampp-Wirtz verantworte den Lifestyle-Bereich einschließlich der Integration von Bunte und Bunte.de. Sven Dams übernehme als Chief Product Officer (CPO) übergreifend die Verantwortung für die synergetische Produktion der Print Produkte sowie die Markenwelten Women & Entertainment, Screens, Garden & Living und Food. Thomas Koelzer werde übergreifender Chief Technology Officer (CTO) und bleibe zugleich für die Markenwelt Chip verantwortlich. Sein Zuständigkeitsbereich umfasse künftig die produktnahen Produktionssysteme für Print und Digital. Rebecca Gottwald werde Chief AI Officer. Sie soll die Voraussetzungen schaffen, dass die Potenziale im Bereich KI konsequent genutzt und gemeinsam mit einem zentralen Expertenteam markennahe KI-Lösungen entwickelt werden. Das Team baue Netzwerke und strategische Kooperationen im KI-Sektor gezielt weiter aus. Wiebke Meeder wechsele zum 1. Oktober als Chief Revenue Officer von der Handelsblatt Media Group zu Burda Media. Sie bündele die Verantwortung für alle Erlösarten, insbesondere Werbevermarktung und Vertriebserlöse, übernehme die Steuerung des BCN sowie gemeinsam mit Kerstin Gajewi die Geschäftsführung der Consumer Sales & Services (Vertrieb). Zudem verantworte sie den Bereich Facts , der weiterhin von Andrea Bönicke als Geschäftsführung geleitet werde (unter anderem das Siegelgeschäft). Florian Buck, bislang CFO des BurdaVerlags, übernhme als CFO die übergreifende Verantwortung für die Finance Funktion.
Im Zuge der Neuordnung würden Daniel Steil, Geschäftsführer BurdaForward sowie aus dem BurdaVerlag Martin Weese, Chief Digital Officer, Matthias Frei (Brand Director News) und Elfi Langefeld, Chief Product Officer Lifestyle, das Unternehmen verlassen. Geschäftsführer der BurdaVerlag Publishing GmbH werden neben Elisabeth Varn und Manuela Kampp-Wirtz sowie Stefan Ottlitz zudem Sven Dams und Thomas Koelzer, der auch Geschäftsführer der BurdaForward GmbH bleibe.

Internationales Geschäft

Auch die Steuerung der internationalen Medienaktivitäten werde neu ausgerichtet. Künftig setze Burda Media stärker auf unternehmerische Verantwortung in den einzelnen Ländern, lokale Weiterentwicklung und marktnähere Entscheidungen.
Im Zuge der strategischen Neuausrichtung stelle die Burda International Holding ihre länderübergreifenden strategischen und operativen Aktivitäten ein und werde künftig als reine Finanzholding geführt. Marie Stephan übernehme deren alleinige Geschäftsführung. Die CEOs der Gesellschaften in Polen, Tschechien und Frankreich sowie von Burda Create würden künftig an sie berichten. Das britische Medienhaus Immediate unter Führung von CEO Sean Cornwell werde weiterhin über ein Board gesteuert, dessen Vorsitz Lydia Rullkötter übernehme. Der Co-Geschäftsführer der Burda International Holding Duncan Tickell wird Burda Media verlassen.
Die Transformation betreffe auch die von Lydia Rullkötter verantworteten Bereiche IT und HR. Ziel seien eine engere Verzahnung mit dem Kerngeschäft, einfachere Schnittstellen und klare Verantwortlichkeiten. Rainer Nock, Geschäftsführer Burda Services, übernehme zusätzlich die Geschäftsführung der Burda IT. In diesem Zuge wird Felix Kalkum das Unternehmen verlassen.
Auch die HR-Funktion werde stärker an den Anforderungen der Transformation ausgerichtet. Jana Plischke übernehme zum 1. August die Position Director Corporate HR. Sie verfüge über mehr als 20 Jahre Erfahrung in der strategischen Steuerung von HR- und Business-Funktionen und in der Begleitung von Transformationen und sei zuvor bei Lieferando und Enpal sowie zuletzt bei der Razor Group als Senior Vice President People tätig gewesen.

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