Ortenau-Klinikum konzentriert Notfallbehandlung „für mehr Behandlungsqualität“
Notaufnahme am „Josefs“ fällt ab nächste Woche weg

Am Standort Offenburg des Ortenau Klinikums gibt es eine Notfallpraxis und eine Notaufnahme.
  • Am Standort Offenburg des Ortenau Klinikums gibt es eine Notfallpraxis und eine Notaufnahme.
  • Foto: Ortenau Klinikum
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Offenburg. Das Ortenau-Klinikum Offenburg-Gengenbach mit seinen drei Standorten
Ebertplatz und St. Josefsklinik in Offenburg sowie Gengenbach möchte die
Patientenversorgung stetig verbessern und streicht die Notaufnahme an
der Josefsklinik bis auf Augennotfälle komplett. Nach der bereits
erfolgten Nachtschließung der Notaufnahme an der Josefsklinik wird diese
ab dem 17. Oktober vollständig eingestellt und damit nur noch am
Ebertplatz durchgeführt.

„Ein weiterer Schritt ist die Reorganisation der Notaufnahme an allen drei Klinikstandorten mit
Zentralisierung und entsprechendem räumlichen Ausbau am Standort
Ebertplatz“, erläutert Verwaltungsdirektor Mathias Halsinger. „Die
Zentrierung ermöglicht den Ärzten eine bessere Steuerung von
Notfallpatienten nach Dringlichkeit und medizinischer Fachlichkeit,
wodurch die Behandlungsqualität deutlich verbessert wird. Zudem können
wir unsere Mitarbeiter aus dem ärztlichen und pflegerischen Dienst
zentral optimal einsetzen“, beschreibt Halsinger die Maßnahmen, die für
mehr Synergien und Kostenersparnis führen sollen.

„Die Notaufnahmen der Krankenhäuser sind deutschlandweit vielerorts stark
belastet und absolut unterfinanziert“, hatte Christian Keller,
Geschäftsführer des Ortenau-Klinikums bereits geklagt: „Dabei leistet
das Personal in den Notaufnahmen aller Standorte des Ortenau Klinikums
sehr gute Arbeit. Dies wird auch von der überwiegenden Mehrzahl der
Patienten anerkannt.“

Notaufnahmen gibt es neben Offenburg auch an den Standorten Achern und Oberkirch, Kehl, Lahr, Ettenheim und Wolfach. „Es werden pro Jahr weit über 100000 Patienten betreut. Allein
in Offenburg werden es in diesem Jahr 46000 sein“, nennt Keller Zahlen.
Pro Notfall gibt es 32 Euro von den gesetzlichen Krankenkassen,
tatsächlich liegen die Kosten laut dem Geschäftsführer allerdings bei
rund 120 Euro. „Es ergibt sich eine Deckungslücke von rund fünf
Millionen Euro im Jahr“, rechnet Keller vor.

Kritisiert wird von Seiten der Kliniken nicht nur im Ortenaukreis, dass „viele Menschen mit
Beschwerden in die Notaufnahmen kommen, die als ambulante Patienten von
einem niedergelassenen Arzt, vorzugsweise dem Hausarzt, zu behandeln
sind“, verweist Keller auf bestehende Alternativen. Zudem ist in
Offenburg – wie auch anderen Standorten in der Ortenau – die
Notfallpraxis der niedergelassenen Ärzte im Klinikum untergebracht.
„Während der Sprechzeiten der Notfallpraxen ist eine Entspannung der
Situation in der Notaufnahme der entsprechenden Kliniken festzustellen“,
begrüßt Keller das Modell. „In Offenburg werden wir demnächst so
verfahren, dass alle fußläufigen Patienten zuerst von den
niedergelassenen Ärzten während der Sprechzeiten zuerst von der
Notfallpraxis gesichtet werden“, kündigt Keller an. Wenn hier das Signal
zu einer weiteren Behandlung kommt, wird die Notfallaufnahme wieder tätig.

Ausgenommen von den Änderungen sind Augennotfälle, die nach wie vor täglich von 7 bis 23 Uhr an der Josefsklinik behandelt werden. In der verbleibenden Nachtzeit müssen sich Patienten ebenfalls im Klinikum am Ebertplatz zur Behandlung einfinden. Die Notaufnahme in
der Zentrale des Ortenau-Klinikums ist an allen Tagen rund um die Uhr geöffnet.

Autor: rek/gro

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