Windpark
Baustart auf dem Hohenlochen

Wie im Windpark Kambacher Eck sollen sich auf dem Hohenlochen ebenfalls bald die Windräder drehen.
  • Wie im Windpark Kambacher Eck sollen sich auf dem Hohenlochen ebenfalls bald die Windräder drehen.
  • Foto: Archivbild Badennova
  • hochgeladen von Anne-Marie Glaser

Oberwolfach/Hausach (st). Die vorbereitenden Maßnahmen für die Errichtung des Windparks Hohenlochen sind bereits in vollem Gange. Der Fundamentbau kann in Kürze starten, so die Badenova-Tochter Wärmeplus in einer Pressemitteilung. Vier Windenergieanlagen sollen zum Jahreswechsel 2020/21 rund 34 Gigawattstunden Strom für zirka 12.500 Haushalte produzieren. Das bedeutet eine jährliche CO2-Einsparung von 19.000 Tonnen. Die Anlagen der Firma Enercon werden auf der Gemarkung von Oberwolfach und Hausach stehen.

Natur- und Artenschutz

Bis der eigentliche Windanlagenbau startet, sind bei allen Windprojekten stets viele Vorarbeiten zu leisten: So werden die Verbreitung und das Verhalten von Tieren erfasst und bei Bedarf Schutzmaßnahmen ergriffen. Zum Beispiel hat Wärmeplus Fledermauskästen sowie Barrieren zum Schutz des Lebensraums der Haselmaus angebracht. Außerdem wurden mehrere fußballfeldgroße Flächen zu attraktiven Lebensräumen für das Auerhuhn, die Waldschnepfe und den Sperlingskauz umgestaltet und Habitatbaumgruppen mit mehreren Dutzend Fledermauskästen als Habitat für die Fledermaus ausgewiesen. Neben partiellen Rodungen durch die jeweiligen Waldeigentümer ist aktuell nun eine Zuwegung zu definieren und zu erstellen sowie die Ertüchtigung der Bestandswege zu leisten.

Ende 2020 ans Netz

Derzeit läuft im Auftrag vom Windanlagenbauer Enercon die Vorbereitung der Betonage der Fundamente durch die Firmen Max Bögl und Uhl. Teile des Netzanschlusskabels im Norden sowie Leerrohre im Süden des Windparks sind bereits im Boden verlegt. Die Kabel werden größtenteils im neugebauten Weg beziehungsweise in den ertüchtigen Bestandswegen oder Wanderwegen verlegt. „Unser Ziel ist es, dass Ende 2020 der Windpark Hohenlochen ans Netz geht“, so Klaus Preiser, Geschäftsführer der Wärmeplus.

Westweg

Nicht nur die Belange des Natur- und Artenschutzes wurden berücksichtigt,sondern auch die des Tourismus, heißt es in der Presseinformation weiter. Der beliebte Westweg wurde, wo es erforderlich war, umverlegt und neu ausgewiesen. Schwarzwaldverein und Badenova arbeiteten hier eng zusammen. Die am Projekt beteiligten Firmen wurden vor Ort auf die örtlichen Besonderheiten am Hohenlochen aufmerksam gemacht. Während der Bauphase möchten alle Beteiligte auf die Bedürfnisse der Bewohner der angrenzenden Täler Rücksicht nehmen. Die genehmigten Routenvarianten für die Baustellenfahrzeuge werden gut sichtbar ausgewiesen. Nicht gestattete Zufahrtsrouten werden zum Wohle der Anwohner und zum Schutz des Waldes entsprechend ausgeschildert. Die Badenova bittet um Verständnis, wenn Bürger durch die Anlieferungstransporte behindert werden sollten. Anlieger können alle Wege wie gewohnt befahren. Badenova bittet die die Bürger um Hinweise, sollten weitere Maßnahmen oder Beschilderungen benötigt werden oder die vorgegebenen Routen nicht genutzt werden. Hinweise werden per Mail an  wind@badenova.de oder per Telefon unter 0761/2797777 angenommen.

Historie

Bereits seit 2015 beschäftigt sich Badenova mit dem Windpark Hohenlochen in der Ortenau. Im Jahr 2015 untersuchte Wärmeplus intensiv die lokalen Windverhältnisse auf dem Hohenlochen. Zum Einsatz kamen ein Windmessmast aus heimischer Weißtanne sowie ein mobiles Windmessgerät. Der Genehmigungsantrag für den Windpark wurde im ersten Quartal 2017 zusammen mit den Gutachten der genehmigungsrechtlichen Untersuchungen den Behörden vorgelegt. Die Reduzierung von ursprünglich sechs Windenergieanlagen auf vier wurde gemeinsam mit der Gemeinde Oberwolfach und der Stadt Hausach getroffen. Die Badenova-Tochter nahm damit die Bedenken jener Bürger und Gemeinderäte ernst, die sich für eine „kleinere Lösung“ zugunsten eines geringeren Flächenverbrauchs ausgesprochen hatten. Neben hohen Winderträgen waren bei der Planung möglichst geringe Eingriffe in die Landschaft sowie möglichst große Abstände zu Außengehöften bedeutende Aspekte für die Auswahl der Windenergiestandorte. Bürger und Kommunen, die Boden zur Verfügung stellen, erhalten ertragsabhängige Pachtzahlungen. Über die Gewerbesteuereinnahmen profitieren die Kommunalhaushalte weiter.
Um den Windpark ans Stromnetz anzuschließen, wird eine Kabeltrasse ausgehend vom Hohenlochen über Frohnau ans Umspannwerk in Hausach gebaut. „Bei all unseren Projekten legen wir an uns und unsere Partner hohe Nachhaltigkeitsmaßstäbe an. Wir möchten mit dem Park am Hohenlochen der Windkraftnutzung in der Region einen erneuten Schub verleihen“, fasst Klaus Preiser die Philosophie der Badenova-Tochter Wärmeplus zusammen.

Autor:

Anne-Marie Glaser aus Offenburg

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