Breitband Ortenau
Glasfaserausbau in Hofstetten und Hornberg verzögert

Foto: Pascal Oertel

Ortenau (st/lw) Der geförderte Glasfaserausbau in Hofstetten und Hornberg verzögert sich. Hintergrund ist ein beihilferechtliches Verfahren auf EU-Ebene, wie die den Ausbau in der Region koordinierende Breitband Ortenau GmbH & Co. KG mitteilt. Darin wird geprüft, ob bereits bestehende Netzbetriebsverträge auch für neue Förderprojekte verwendet werden dürfen, ohne dass zuvor eine neue Ausschreibung erfolgt, heißt es in der Pressemitteilung der Breitband Ortenau.

Empfehlungen

Angesichts der Ungewissheit über die Dauer und den Ausgang des Verfahrens folgt die Breitband Ortenau der Empfehlung des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr sowie des Projektträgers und wird für die aktuell vorliegenden Förderbescheide eine neue Netzbetreiberausschreibung durchführen. „Das ist ein notwendiger Schritt, um die Rechtssicherheit unserer Förderprojekte zu gewährleisten“, erklärt Josef Glöckl-Frohnholzer, Geschäftsführer der Breitband Ortenau. „Wir planen derzeit, die Ausschreibung bis Frühjahr 2026 abzuschließen.“ Für Hornberg kündigte Glöckl-Frohnholzer an: „Der Projektträger hat bereits bestätigt, dass alle vorliegende Förderbescheide einem neuen Netzbetreiber zugeordnet werden dürfen. Ich gehe davon aus, dass die entsprechende Ausschreibung Anfang Oktober veröffentlicht werden kann. Mit einer Vergabe ist bis März 2026 zu rechnen.“ Der Start der Netzbauarbeiten im geförderten Ausbaubereich wäre dann im zweiten Quartal 2026 möglich, fügte er hinzu.

Vollausbau bis Anfang 2028

Trotz der Verzögerung sind in Hofstetten bereits wesentliche Ausbauetappen abgeschlossen. In der ersten Phase wurde unter anderem die Leerrohrinfrastruktur von Haslach aus angemietet, das Gewerbegebiet Mühlenmatten vollständig mit Glasfaser erschlossen und die Infrastruktur im Februar an die Vodafone übergeben. Die Freischaltung der Anschlüsse erfolgt voraussichtlich im vierten Quartal dieses Jahres, sobald der sogenannte Point of Presence (PoP) aktiv geschaltet wird. „Dies kann erst geschehen, wenn die vorgelagerten PoPs im regionalen Netz aktiviert werden“, so Glöckl-Frohnholzer. Im Rahmen der Phase 3 des geförderten Ausbaus soll Hofstetten nun vollumfänglich mit Glasfaser erschlossen werden. „Für 568 Gebäude liegt uns bereits der Förderbescheid vor“, so Glöckl-Frohnholzer. Der Netzbau für diese neuen Anschlüsse soll bis Ende 2027 fertiggestellt sein, mit der Inbetriebnahme ist demnach ab Anfang 2028 zu rechnen. Hofstettens Bürgermeister Martin Aßmuth sagte: „Insgesamt ist die Entwicklung, aufgrund dieser rechtlichen Rahmenbedingungen, sehr betrüblich. Als Gemeinde haben wir hierauf selbst keinen Einfluss. Ich erinnere mich noch gut daran, dass der alte Landrat und damalige Geschäftsführer bis Ende 2020 Glasfaser für Hofstetten für realistisch befunden hatten. Seither gab es Rückschlag um Rückschlag, gerade für uns als Kommune. Ich möchte an den Kampf um Bundes- und Landesfördermittel erinnern und auch manche Zweifel von Bürgermeister und Gemeinderat diesbezüglich haben sich bewahrheitet. Dennoch möchte ich positiv anerkennen, dass wir als Gemeinde mit der aktuellen Geschäftsführung der Breitband Ortenau in einem konstruktiven Dialog stehen, um wenigstens in kleinen Schritten langsam vorwärtszukommen. Ich lege Wert darauf, dass die getroffenen Aussagen für unsere Bürger verlässlich sein müssen und werde dies als Gesellschafter weiter einfordern.“

Baustart 2026 vorgesehen

Auch in Hornberg sind trotz Verzögerung bereits viele Vorarbeiten erledigt worden. So wurde im Innenbereich dank der Mitverlegung von Leerrohren durch die Firma INSYTE bereits der komplette Netzbau abgeschlossen. Auch in mehreren Außenbereichen konnten Leerrohre im Rahmen von Tiefbaumaßnahmen mitverlegt werden. Die Leerrohrverbindung für das Backbone von Gutach nach Hornberg ist ebenfalls bereits fertiggestellt. Hornbergs Bürgermeister Marc Winzer sagte: „Dass der infrastrukturelle Ausbau in den Außenbereichen eine sehr umfangreiche Maßnahme darstellt, ist nachvollziehbar. Nun kommen leider unerwartete Verzögerungen hinzu, die ihre Ursache auf EU-Ebene haben. Ich hoffe, der neue Zeitplan kann tatsächlich so umgesetzt werden, sodass dieses große und wichtige Projekt wie geplant flächendeckend erfolgreich abgeschlossen werden kann. Der Glasfaserausbau ist ein unabdingbarer Baustein für die digitale Zukunft jedes Anwesens.“

Glasfaserquote von 70 Prozent

Im Rahmen der von 2020 bis Ende 2025 laufenden Phase 1 und 1a des geförderten Ausbaus werden ortenauweit etwa 2200 Gebäude mit Glasfaser versorgt, während in der von 2022 bis Ende 2027 laufenden Phase 2 weitere 2200 Gebäude in schwierigen Außenlagen erreicht werden sollen. In den Phasen 3 und 4 werden ca. 5000 Gebäude erschlossen. Schließlich sollen noch einmal rund 14.900 weitere Gebäude im Landkreis Anschluss an das Turbo-Internet bekommen. Auch der eigenwirtschaftliche Glasfaserausbau ist in der Ortenau bereits in vollem Gange. Durch die Kombination aus gefördertem und eigenwirtschaftlichem Ausbau soll bis 2027 eine Glasfaserquote von 70 Prozent erreicht sein.

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Karte einbetten

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Code einbetten

Funktionalität des eingebetteten Codes ohne Gewähr. Bitte Einbettungen für Video, Social, Link und Maps mit dem vom System vorgesehenen Einbettungsfuntkionen vornehmen.
Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.