Vorsicht Wild
Im Herbst passieren die meisten Unfälle

Gerade in der Dämmerung ist Vorsicht geboten.
  • Gerade in der Dämmerung ist Vorsicht geboten.
  • Foto: Kapuhs/DJV
  • hochgeladen von Anne-Marie Glaser

Ortenau (tf). Wildtiere wandern, um ihr Revier zu erkunden, Nahrung oder Paarungspartner zu finden. Verkehrswege kreuzen und zerschneiden oft deren Lebensräume. Wenn sie Straßen oder Schienen queren, sind immer wieder tote und verletzte Tiere sowie sehr hohe Sachschäden die Folge. Über das Jahr verteilt sind die Monate Oktober und November sowie April und Mai am risikoreichsten im Bezug auf Wildunfälle.

Polizei warnt

Vorsicht ist insbesondere auf Landstraßen, die entlang unübersichtlicher Wald- oder Feldkanten oder direkt durch den Wald verlaufen, geboten, warnen Polizei und Jäger. Hier unbedingt Fuß vom Gas, denn bei Tempo 60 beträgt der Bremsweg etwa 35 Meter, bei Tempo 100 bereits 100 Meter, rechnet die Polizei vor. Die meisten Wildunfälle geschehen zwischen 5 und 8 Uhr sowie abends zwischen 17 Uhr und Mitternacht, so die Polizeistatistik. Das richtige Vorgehen in der Gefahrenzeit erläutert Polizeioberkommissar Rüdiger Schaupp vom Polizeipräsidium Offenburg: "Steht Wild am Straßenrand muss damit gerechnet werden, dass dieses auch auf die Fahrbahn läuft. Um einen Zusammenprall zu verhindern, ist oftmals eine kontrollierte starke Bremsung oder eine Vollbremsung erforderlich." Der Deutsche Jagdverband empfiehlt zudem: abblenden und hupen, um das Wild zu verscheuchen. Grelles Scheinwerferlicht mache sie orientierungslos. Selten kommt ein Tier alleine, weshalb mit „Nachzüglern“ gerechnet werden muss, warnt die Polizei. Davon, dem Wild auszuweichen, rät die Polizei ausdrücklich ab. "Bei solchen Manövern gerät das Fahrzeug oft außer Kontrolle. Ein Abkommen von der Fahrbahn hat oft schlimmere Folgen als der Zusammenprall mit dem Wild", so Schaupp. Lasse sich der Zusammenprall nicht mehr verhindern, sei es wichtig, das Lenkrad gut festzuhalten.

Tipps bei Unfällen

Nach dem Wildunfall gelte es in erster Linie die Unfallstelle abzusichern. "Hierzu gehören die Warnblinkanlage einzuschalten, das Warndreieck aufzustellen, die Warnweste anzulegen und das Absetzen eines Notrufes über 110", so Schaupp. Die Polizei verständige nach der Meldung den zuständigen Jagdausübungsberechtigten. "Liegt das Tier auf der Fahrbahn und stellt eine mögliche Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer dar, ist es von der Fahrbahn zu beseitigen, um Folgeunfälle zu verhindern", so Schaupp zum Vorgehen. Könne das Hindernis wegen dessen Größe oder Gewicht nicht selbst beseitigt werden, so müsse es zumindest ausreichend beleuchtet und abgesichert werden. "Dabei ist selbstverständlich immer auf die eigene Sicherheit zu achten", betont der Polizeisprecher. Sind Polizei und der Jagdausübungsberechtigte vor Ort, werde über eine mögliche Behandlung des Tieres entschieden. Meist seien die Verletzungen jedoch tödlich oder würden zum Tod führen. "Das eigenmächtige Verfrachten des Tieres in den Kofferraum, um sich damit vom Unfallort zu entfernen, ist verboten", macht Schaupp klar.

Wildunfallschwerpunkte

Seit 2016 gibt es das bundesweite Tierfund-Kataster. Damit sei es möglich, Wildunfälle nach bundesweit einheitlichen Standards zu erfassen. So würden Wildunfallschwerpunkte erfasst und nach Wegen gesucht, diese zu entschärfen, erklärt die Polizei. Der Deutsche Jagdverband bietet zudem eine Broschüre mit den wichtigsten Informationen zum Thema Wildunfall an. Für den Schaden am Auto kommt der Fahrer selbst auf. "Auf Wunsch kann durch die Polizei der Unfall kostenpflichtig bescheinigt werden", so Polizeisprecher Schaupp.

Autor:

Anne-Marie Glaser aus Offenburg

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