Kommunale Arbeitsförderung
Rückläufige Fallzahlen im Quartalsbericht

Georg Benz, Sozialdezernent des Ortenaukreises (links) und Armin Mittelstädt, Leiter der Kommunalen Arbeitsförderung
  • Georg Benz, Sozialdezernent des Ortenaukreises (links) und Armin Mittelstädt, Leiter der Kommunalen Arbeitsförderung
  • Foto: Thekla Fey
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Offenburg (tf). Georg Benz, Sozialdezernent des Ortenaukreises, und Armin Mittelstädt, Leiter der Kommunalen Arbeitsförderung (KOA), stellten auf einem Pressetermin den Bericht für das dritte Quartal vor. Dabei wurde deutlich, dass die kurzfristigen Auswirkungen der ersten Coronawelle überwunden und die Fallzahlen seit Juli wieder rückläufig sind – bis September 2020 um 331 auf 7.590 Haushalte beziehungsweise Familien. "Diese Entwicklung ist im Moment sehr erfreulich, aber wir dürfen nicht zu laut frohlocken", so Benz. Denn durch den hohen Anstieg der Bezieher von Arbeitslosengeld I und Kurzarbeitergeld ist bereits absehbar, dass ein Teil dieser Leistungsempfänger in die Zuständigkeit der KOA wechseln wird. "Die Probleme, die im vergangenen halben Jahr entstanden sind, werden uns noch länger beschäftigen“, bedauert Mittelstädt.
Mit 530 Arbeitsvermittlungen im dritten Quartal hat sich die Zahl der Arbeitsmarktintegrationen gegenüber dem zweiten Quartal verdoppelt. Zwar konnte das Vorjahresniveau von 678 Vermittlungen nicht erreicht werden, dennoch ist es laut den Verantwortlichen ein gutes Zeichen, dass trotz anhaltender Corona-Pandemie wieder deutlich mehr Personen in den Arbeitsmarkt vermittelt wurden. Bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alterskorridor zwischen 15 und 25 Jahren haben bis Ende September 1.898 SGB II-Leistungen bezogen.

Langzeitarbeitslosigkeit

Zudem befanden sich 1.425 erwerbsfähige Leistungsberechtigte in einer Arbeitsfördermaßnahme der KOA. Dies sind 19 Prozent aller dem Arbeitsmarktmarkt zur Verfügung stehenden Personen. Auch waren 1.189 langzeitarbeitslose Menschen in einer Arbeitsfördermaßnahme. Gerade im Segment der Langzeitarbeitslosigkeit wurde das Maßnahmenangebot der KOA in den vergangenen Jahren bedarfsgerecht entwickelt, hieß es auf dem Pressetermin. Je erfolgreicher in den vergangenen Jahren Erwerbslose in den Arbeitsmarkt integriert werden konnten, desto stärker steigt auch der Anteil an arbeitsmarktfernen Personen mit multiplen Vermittlungshemmnissen. Diese erfordern intensive Betreuung und maßgeschneiderte Arbeitsfördermaßnahmen. "Wir sind hier zudem auch immer mit der ganzen Familie im Gespräch, damit sich die Spirale der Arbeitslosigkeit nicht endlos weiterdreht", so Mittelstädt.

Fluchthintergrund

Bei den Leistungsempfängern mit Fluchthintergrund erhielten bis September 1.175 Haushalte beziehungsweise Familien Leistungen nach dem SGB II. Dies entspricht einem Rückgang gegenüber dem bisherigen Höchststand im März und April 2018 um 345 Bedarfsgemeinschaften beziehungsweise 419 erwerbsfähigen Leistungsberechtigten. Von 2017 bis Mitte 2020 konnten insgesamt 2.090 Personen mit Fluchthintergrund in Arbeit integriert werden. Allerdings ist die Zahl an Arbeitsvermittlungen dieser Zielgruppe zwischenzeitlich rückläufig. "Unser Ehrgeiz ist sehr hoch, alle diese Personen in Arbeit zu vermitteln", so Benz. Um die Kommunen zu entlasten, wird der Bund den KdU-Erstattungssatz um 25 Prozent anheben. Diese Erhöhung bringt dem Ortenaukreis eine Entlastung von bis zu acht Millionen Euro, um Mehraufwendungen und Mindereinahmen in anderen Bereichen zu decken.

Autor:

Daniela Santo aus Lahr

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