Mobilität im ländlichen Raum
Bequeme Fahrradwege und zwei knallrote Mitfahrbänkle

Mobil mit dem Fahrrad
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Oberwolfach/Gutach (cao). Wer der Umwelt zuliebe auf ein Auto verzichtet, hat es im ländlichen Raum schwerer als in großen Städten. Öffentliche Verkehrsmittel tragen zwar zur Mobilität bei, die Taktung reicht aber nicht immer aus, um allen Bedürfnissen gerecht zu werden. Oft weiß man sich da aber auch im Kleinen zu helfen.

So gibt es in Oberwolfach seit Oktober zwei Mitfahrbänkle. Sie stechen mit ihrer knallroten Farbe gleich ins Auge. "Der Grundgedanke ist, dass die Leute, die auf diesen Bänken sitzen, mitgenommen werden möchten", erklärt der Oberwolfacher Bürgermeister Matthias Bauernfeind. Den Daumen raushalten, das war früher, heute setzt man sich auf das Bänkle und wartet, wenn man in den anderen Ortsteil möchte. Natürlich muss niemand anhalten, aber es ist eine nette Geste. "Bisher stehen nur die roten Mitfahrbänkle. Demnächst werden sie auch noch beschildert", so der Bürgermeister.

Aber auch über den Radweg gelangen die Oberwolfacher von einem Ortsteil in den nächsten. "Wir sind an den großen Kinzigtalradweg angeschlossen", unterstreicht der Bürgermeister. Das Wolftal hinauf führt er bis zum Hasenbauernhof. Im Landesförderprogramm wurde bereits ein Antrag gestellt, um den Weg bezuschusst durch Fördermittel auch weiter ins Wolftal bis "vor Battengott" bauen zu können. Derzeit laufen auch die Planungen, um den Lückenschluss nach Bad Rippoldsau-Schapbach in Sachen Radweg zu erzielen. "Dann führt der Radweg durch das Wolftal bis hinauf zur Alexanderschanze in den Nationalpark", blickt Matthias Bauernfeind voraus.

Und wer vor den Steigungen zurückschreckt und aufs E-Bike umgestiegen ist, kann auch hier beruhigt die Fahrt genießen. "Bis zur Saisoneröffnung errichten wir an den beiden touristischen Einrichtungen ,MiMa' und Grube Wenzel Ladestationen für E-Bikes", so Bauernfeind.

Über Jahre ging auch die Planung des Radwegs, der das Gutachtal mit dem Kinzigtal verbindet. Vor knapp einem Jahr wurde der neue Radweg zwischen Gutach-Turm und Kirnbach freigegeben. "Dieser Radweg ist stark frequentiert", bestätigt der Gutacher Bürgermeister Siegfried Eckert. Dieser führt am Gutacher Freilichtmuseum Vogtsbauernhof vorbei.

Dorthin gelangt man neuerdings, auch ohne selbst in die Pedale zu steigen oder gar mit dem Auto anzureisen. Seit knapp drei Jahren ist das Freilichtmuseum über einen eigenen Bahnhaltepunkt direkt vor dem Museumseingang erreichbar. Stündlich wird er von der Ortenau S-Bahn (OSB) angefahren. Auch ein Sonderhalt der Schwarzwaldbahn ist möglich, wenn dies vorher online bei der Bahn gebucht wird. "Der Bahnhalt wird nicht nur von Museumsbesuchern, sondern auch von Gutachern stark genutzt. Es ist wichtig, dass wir ein solches Angebot haben", findet der Bürgermeister.

Selbst wenn die meisten noch im Auto unterwegs seien, wird in der Schwarzwaldgemeinde Gutach einiges ermöglicht, was die Mobilität ohne eigenes Fahrzeug anbelange. Einen wichtigen Beitrag leistet laut Siegfried Eckert hier der Nachbarschafts- und Altenhilfeverein, der Fahrtdienste, unter anderem zum Arzt, ins Krankenhaus oder zum Einkaufen anbietet. Und eins ist für den Bürgermeister klar: "Wir halten bewusst den Kontakt zu den Mitbürgern. Es gibt im Bereich Mobilität keine Klagen und wenn, dann versuchen wir schnell zu reagieren."

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