Ausstellung in Basel
Wilde Worte und Denkweisen

Blick in die Ausstellung
  • Blick in die Ausstellung
  • Foto: Foto: Museum Tinguely/Matthias Willi
  • hochgeladen von Daniela Santo

In einer umfassenden Gruppenausstellung zeigt das Museum Tinguely derzeit die Vielfalt der Schriftbilder von 13 internationalen Art-Brut-Kunstschaffenden.

Meist am Rande der Gesellschaft, in Isolation oder ausgegrenzt lebend, kreieren sie in ihrer eigenen Welt, ohne zu wissen, dass sie sich in Sphären der bildenden Kunst bewegen. Auf verschiedenen Untergründen werden Zeichen hinterlassen, Stoffe bestickt oder Mauern bemalt. Die Ausstellung vereinigt Werke aus einem Dutzend Museen sowie aus öffentlichen und privaten Sammlungen in verschiedenen europäischen Ländern und in Brasilien. Zusätzlich laden Dokumentarfilme und Fotografien das Publikum ein, die Kunstschaffenden an ihren Wohn- und Arbeitsorten zu erleben und somit in ihre Universen einzutauchen, die eigentlich nicht für die Öffentlichkeit gedacht waren.

Liebeserklärungen, Wutbriefe, Gedichte, Gebete, erotische Botschaften, Plädoyers, tagebuchartige Aufzeichnungen und utopische Erzählungen: Die oft kaum bekannten Schriftstücke von Art-Brut-Künstlern erstaunen und faszinieren. Entstanden meist hinter verschlossenen Türen, im Stillen und im Geheimen, tragen sie häufig keine Anschrift oder richten sich an einen erträumten oder spirituellen Adressaten.

Die in sonderbarer Schönschrift verfassten, hingekritzelten oder hastig notierten, mitunter gestickten oder mit Inbrunst in Stein geritzten Texten werden oftmals von Bildern oder Zeichnungen begleitet. Sie offenbaren eine verblüffende Kreativität, entspringen einem dringlichen Bedürfnis sich auszudrücken und stellen eine Art des tonlosen Widerstands dar. Das Schreiben fördert die Selbstbeobachtung und wird zu einer wichtigen kreativen Ressource, die manchmal den Weg zu einer Identitätssuche oder der Erfindung eines anderen Lebens und andere Male den Aufbau einer neuen Welt oder die Umgestaltung des Kosmos ermöglicht. Zettel und Blätter, Hefte und Bücher, Skulpturen und Textilien werden Träger extravaganter persönlicher Inschriften, poetisch und plastisch zugleich. Sie unterstützen die hartnäckige Suche ihrer Autoren – nach dem Wesen der Dinge und Wörter.

Info: Die Ausstellung "Écrits d'Art Brut – Wilde Worte & Denkweisen" im Museum Tinguely in Basel ist noch bis zum 23. Januar zu sehen. Öffnungszeiten sind von Dienstag bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr. Erwachsene zahlen 18 Schweizer Franken Eintritt. Weitere Informationen zur Ausstellung gibt es unter tinguely.ch.

Autor:

Daniela Santo aus Lahr

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