Zahlreiche Fischarten in extrem vielfältigen Gewässern in der Ortenau
Bis zu zwei Jahre Knast oder Geldbuße für „Schwarzangler“

Am Seewinkel in Offenburg: Jürgen Isenmann vom Angelsportverein erklärt den Fischbestand.
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Ortenau. Wer am Offenburger Mühlbach entlang spaziert und ins Wasser schaut, entdeckt Fische in allen Größen. Viele schwimmen oder stehen in der Strömung. Manchmal
platscht es, wenn ein größerer auf der Jagd nach Insekten aus dem Wasser
springt. Da mag in so manchem Beobachter ebenfalls der Jagdinstinkt
erwachen. Hier auf eigene Faust zu angeln wäre jedoch eine schlechte
Idee. Jedes Gewässer, ob fließend oder stehend, hat einen Eigentümer.
Das sind meist entweder das Land oder die Kommunen, auf deren Gemarkung
sich das Gewässer befindet. Was im Wasser lebt, gehört dessen
Eigentümer. 

„Schwarzangeln ist Wilderei“, stellt Jürgen Isenmann, Vorsitzender des Angelsportvereins (ASV) Offenburg, fest, und kann mit bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldbuße geahndet
werden. Nur der darf angeln, der dazu berechtigt ist. Pachtverträge mit
geeigneten Bewerbern regeln die fischereirechtliche Nutzung mit den
öffentlichen Eigentümern. Der ASV Offenburg bewirtschaftet so die
Abschnitte der Kinzig von Steinach bis zur Höhe des Griesheimer
Baggersees. Dazu gehören die Gewerbekanäle wie der Mühlbach in
Offenburg, in dem sich viele „Nasen“, eine Weißfischart, tummeln. In den
Kinziggewässern leben über 20 Arten wie Bachforelle, Äsche, Barbe,
Döbel, Flussbarsch, Schmerle oder Hecht. Durch Aussetzen von Jungfischen
und Beseitigen von Hindernissen konnte der Lachs wieder angesiedelt werden.

„Die Wasserqualität ist in fast allen Gewässern wieder gut oder sogar sehr gut. Zudem wurde bei den Fließgewässern im Bereich
der Durchwanderbarkeit viel erreicht“, sagt Felix Künemund, Staatlicher
Fischereiaufseher in der Ortenau. Die hier vorhandenen Gewässer sind
extrem vielfältig: Vom kleinen Forellenbach im Schwarzwald bis zum Rhein
kommen alle Fließwassertypen vor. Bei stehenden Gewässern reicht die
Bandbreite vom kleinen Dorfweiher bis zum großen Baggersee. Entsprechend
vielfältig sind die hier lebenden Fischarten, Neunaugen, Krebse,
Muscheln und Fischnährtiere.

Zu den gepachteten Gewässern des ASV gehören zudem einige Seen wie Gifiz, Burgerwaldsee und Seewinkel, wo
sich das Vereinsheim befindet. In den stehenden Gewässern schwimmen
überwiegend Barsch, Hecht, Zander, Aal, Karpfen, Schleie, Bitterling,
Rotauge und Moderlieschen. Der Pächter eines Gewässers sorgt mehrmals im
Jahr für den Besatz mit Brutfischen, die aus regionalen
Aufzuchtbetrieben stammen. Zu den Pflichten des Pächters gehört es, die
Wasserqualität zu überwachen und Verunreinigungen zu melden. „Die
Zusammenarbeit mit den Fischereirechtspächtern läuft in den allermeisten
Fällen hervorragend“, so Künemund.

„Wir haben im Verein geregelt, wie viele Edelfische pro Woche geangelt werden dürfen und
führen eine Statistik“, beschreibt Isenmann die Balance zwischen
Entnahme, Hege und Besatz. In verschiedenen Altersgruppen werden junge
Angler an das Fischen und den Naturschutz herangeführt.

Ein Problem für die Fischerei stellt die ansteigende Zahl von Beutegreifern
dar. Graureiher und Kormorane haben sich europaweit stark vermehrt. Mit
Vergrämungsmaßnahmen wird versucht, den fischfressenden Vögeln Grenzen
zu setzen. Bisam und Nutria können die Bestände der einheimischen
Großmuscheln so stark ausdünnen, dass sie sich nicht mehr fortpflanzen
können. „Die Haufen leerer Muschelschalen am Offenburger Mühlbach
stammen jedoch von Körbchenmuscheln. Das ist eine eingeschleppte
Muschelart“, gibt Felix Künemund für die einheimische Muschelwelt Entwarnung.

Autor: djä

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