Länge und Dauer der Behinderung bedingen die unterschiedlichen Maßnahmen
Die Polizei überlässt einen Stau nicht sich selbst

Bei Baustellen auf der Autobahn besteht immer die Gefahr von langen Staus.
  • Bei Baustellen auf der Autobahn besteht immer die Gefahr von langen Staus.
  • Foto: Lukas Habura
  • hochgeladen von Christina Großheim

Ortenau (gro/ds). Sie sind das Leid der Autofahrer: kilometerlange Staus, die ein schnelles Fortkommen unmöglich machen. Oft sind nicht einmal Unfälle die Ursache des Schleichverkehrs, sondern Baustellen. Nicht immer ist die Polizei sichtbar vor Ort. "Wir greifen anlassbezogen bei absehbar längerer Verkehrsstörung ein", so Alexander Roßkothen vom Verkehrskommissariat Offenburg. Gerade im Hinblick auf die Ferienzeiten gilt: "Wenn möglich, werden Tagesbaustellen, wie um Hecken zu schneiden, die einen längeren Stau verursachen können, eingestellt." Ein längerer Stau beginnt für die Polizei bei fünf Kilometern. Wird eine längerfristige Baustelle – wie auf der A5 in südlicher Richtung – eingerichtet, werden die bestehenden Umleitungsstrecken von der Polizei zusammen mit den zuständigen Verkehrsbehörden auf ihre Leistungsfähigkeit überprüft. "Gegebenenfalls erfolgt eine temporäre Änderung der Umleitungsstrecken", sagt Roßkothen. "Das gilt etwa, wenn es dort ebenfalls Baustellen gibt. Für Baustellen werden Nothaltebuchten festgelegt und zusammen mit den Rettungsdiensten entsprechende Pläne erarbeitet, um Störungen so schnell als möglich beheben zu können." Mögliche Stauschwerpunkte auf der Autobahn mit Blick auf die nahen Osterferien sind nach Einschätzung der Polizei die beiden Baustellen im Bereich Höfen, zwischen Offenburg und Lahr, und im Bereich Nonnenweier, zwischen Lahr und Ettenheim. Aber auch im Bereich der Anschlussstelle Rust, der Abfahrt zum Europa Park, droht der Verkehr, immer wieder zum Erliegen zu kommen.
Erste und wichtigste Maßnahme ist die Stauwarnung durch den Verkehrswarnfunk und das Aufhängen von Stauwarnschildern – gerade auf der Autobahn. Auch die Absicherung des Staus, durch Einsatzfahrzeuge der Polizei oder externe Verbände wie die Feuerwehr oder das Technische Hilfswerk, zählen dazu. Derzeit ist das Technische Hilfswerk (THW) im Auftrag des Regierungspräsidiums Freiburg im Bereich der Baustelle auf der A5 bei Lahr für die Stauwarnung zuständig. „Damit sollen die typischen Auffahrunfälle am Stauende vermieden werden“, berichtet Carsten Busam, Ortsbeauftragter des THW Offenburg. Hierbei geht es nicht darum, den Verkehr zu lenken, sondern die Verkehrsteilnehmer zu warnen. Aber auch die Verkehrslenkung gehört zu den Aufgaben des THW, etwa bei Vollsperrungen der Autobahn. Muss nach einem Unfall eine Ladung geborgen werden, kommt auch das THW zum Einsatz, das die Ware gegebenenfalls zwischenlagert. Manchmal werden die ehrenamtlichen Helfer hinzugezogen, wenn ein Fahrzeug geborgen werden muss. Geht es um die Ausleuchtung einer Unfallstelle, löst das THW die Kollegen der Feuerwehr ab.
Wenn mehrere Stunden auf der Autobahn gar nichts mehr geht, versucht die Polizei, die Fahrzeuge abzuleiten. "Das ist immer vom Einzelfall abhängig", macht Alexander Roßkothen deutlich. "Die Entscheidung zur Ausleitung fällt, wenn eine Vorhersage über die Dauer der Erforderlichkeit einer Vollsperrung getroffen werden kann." Allerdings sei eine Ableitung des Verkehrs in Fahrtrichtung nicht überall möglich. In diesem Fall werde, sofern machbar, der Verkehr auch rückwärtig, also entgegen der Fahrtrichtung von der Unfallstelle abgeleitet. "Die Zumutbarkeit von Wartezeiten ist auch abhängig von Witterungseinflüssen wie großer Hitze oder Kälte", so Roßkothen.
Dies gilt genauso für den Fall, dass Versorgungskräfte die im Stau Stehenden mit Decken oder Getränken versorgen. Die Polizei sorgt dafür, dass die Helfer zu den Betroffenen kommen. "Dies sind in der Regel Hilfskräfte vom Deutschen Roten Kreuz, der Feuerwehr oder dem THW", so Roßkothen.

Autor:

Christina Großheim aus Offenburg

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