Schwarzwildbestand nimmt immer mehr zu – Keine natürlichen Feinde
Jäger und Landwirte ziehen an einem Strang

Wildschweine dürfen das ganze Jahr über gejagt werden.
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  • Foto: Susanne Schmich/pixelio.de
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Ortenau. „Die beste Vergrämung ist Bejagung“, betont Georg Schilli, Kreisjägermeister der
Jägervereinigung Offenburg. Schon seit Jahren versuchen Jäger und
Landwirte mit vereinten Kräften, der stetig wachsenden
Schwarzwild-Population Herr zu werden. So finden vielerorts derzeit
wieder groß angelegte, revierübergreifende Jagden statt – wie am Samstag
im gesamten Ulmhardt in Renchen und Teilen des Waldulmer Waldgebiets.

„Gejagt werden darf Schwarzwild jedes Alters, außer führenden Bachen, das sind
Muttertiere, die gestreifte Frischlinge bei sich haben, die noch auf
ihre Führung angewiesen sind. Dieser Elterntierschutz gilt im Jagdrecht
für alle Wildtierarten“, erläutert Schilli. Zur Jagd auf Wildschweine
darf das ganze Jahr über geblasen werden. Während der gesetzlichen
Jagdruhezeit im März und April darf auf Feldern und Wiesen sowie in
einem 200 Meter breiten daran anschließenden Waldstreifen Jagd auf die
Schwarzkittel gemacht werden. Wenn Schnee liegt, darf zusätzlich auch im
gesamten Waldgebiet gejagt werden, weil dann die Spuren der Tiere
besser gesehen werden können.

Die meisten Tiere erlegt der Jäger vom Hochsitz aus, an Stellen im Wald, wo in Sichtweite kleine Mengen Futtermittel zum Anlocken ausgelegt werden. Das funktioniert natürlich
nur bei guten Sichtverhältnissen – tagsüber, in der Dämmerung und sehr
häufig im Mondschein, da Wildschweine nachtaktiv sind. Drückjagden, bei
denen Treiber durch den Wald gehen, um Schwarzwild aufzuscheuchen und
den Jägern vor die Büchse zu treiben, finden meist in einzelnen Revieren
statt. „Da der Pächter aber nicht weiß, ob an dem Tag auch wirklich
Sauen in seinem Revier sind, ist ein Jagderfolg nicht garantiert. Die
Chancen steigen bei revierübergreifenden Drückjagden, mit verschiedenen
Treiberwehren auf großer Fläche“, so Georg Schilli.

Ursächlich für den großen Bestand an Schwarzwild ist vor allem der Klimawandel,
harte Winter sind selten geworden. „Lange kalte, schneereiche und nasse
Winter begünstigen gerade bei Frischlingen Infektionskrankheiten und
reduzieren den Populationszuwachs“, erklärt Schilli. So sorgen die
steigenden Durchschnittstemperaturen einerseits für eine geringere
Frischlingssterblichkeit und andererseits für ein größeres
Futterangebot. „Gerade die Ortenau mit ihrem warmen Klima, ertragreicher
Landwirtschaft und vielfältigen Landschaftsformen bietet beste
Voraussetzungen für großen Schwarzwildbestände“, so der
Kreisjägermeister.

Besonders auf Wiesen, Streuobstwiesen und Ackerflächen hinterlassen sie große Schäden, oft werden auch Rebhänge heimgesucht. „Die Beseitigung von Wühlschäden und Fraßschäden vor allem in Streuobstwiesen und im Weinbau kann leicht Tausende kosten, da sie
sehr arbeits- und maschinenintensiv ist“, erklärt Schilli.

Wichtig ist dem Kreisjägermeister zu betonen, dass die Jagd auch öffentlicher
Auftrag ist und für den Erfolg hohen persönlichen Einsatz der Jäger
erfordert. „Wer sich fit fühlt und an einer Drückjagd teilnehmen möchte,
kann den örtlichen Jagdpächter ansprechen. Treiber sind immer
willkommen.“ Erfreulich sei außerdem die Beteiligung der Landwirte: „So
geht Teamarbeit zur Schadensminimierung und oft auch -verhinderung“, so
Georg Schilli abschließend.

Autor: Daniela Santo

Autor:

dtp01 dtp01 aus Achern

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