Online wie offline: Auktionen der Städte liegen im Trend

Die Fahrräder, die in Kehl online versteigert werden, sind schon mit Auktionsnummern ausgezeichnet.
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Ortenau. Die Brieftasche verloren, das Handy aus der Tasche gerutscht oder die Einkäufe im Café
stehengelassen – wer Glück hat, bekommt seinen Besitz bei den kommunalen
Fundbüros wieder. Doch nicht jeder holt seine Wertsachen dort ab. Das,
was sich im Laufe des Jahres ansammelt, wird von den Städten und
Gemeinden versteigert, verkauft oder verschenkt. 

Die Online-Auktion der Stadt Kehl beginnt am Donnerstag, 29. Oktober. 67 Gegenstände
wurden im vergangenen Jahr im Fundbüro abgegeben und nicht abgeholt.
Darunter sind Fahrräder, Mobiltelefone, aber auch Goldschmuck. Weitere
Fundstücke: Sonnen- und Lesebrillen, USB-Sticks, Kopfhörer oder
Spielzeug. Seit 2005 versteigert die Stadt die Fundsachen über das
Internet – und war damit landesweit die erste Kommune. Die Einnahmen aus
der Versteigerung fließen in den allgemeinen Haushalt. Im vergangenen
Jahr lag der Erlös bei 5168,20 Euro, davon brachten alleine die
Fahrräder 4131 Euro ein. Zehn Prozent des Erlöses geht an das
Unternehmen GMBS-Bentheimer-Softwarehaus, das die Online-Auktion organisiert.

Neben Kehl nutzt in der Ortenau auch Offenburg die Plattform, um im Internet zu versteigern. Die nächste Auktion findet im
kommenden Jahr statt. „Wann genau, das wissen wir auch noch nicht“,
erklärt Stefan Knöß vom Softwarehaus, der sich zufrieden mit dem Verlauf
der bisherigen Auktionen zeigt. „99,5 Prozent der zur Auktion stehenden
Waren werden verkauft und abgeholt.“ Mitmachen kann jeder, der voll
geschäftsfähig ist. Allerdings gilt für alle eingestellten Gegenstände,
dass ihre Funktion und Echtheit nicht überprüft worden sind. Zudem gibt
es eine Besonderheit – denn jedes Objekt hat einen Startpreis, der sich
so lange verringert, bis ein zuvor festgelegter Mindestpreis erreicht ist.

 „Wir machen keine Versteigerung – mangels Masse“, sagt Iris Haas vom Bürgeramt der Stadt Haslach. Dort ist das Fundbüro
angesiedelt: „Die meisten Fundsachen, die bei uns abgegeben werden,
holen die Eigentümer ab. Vor allem, seitdem wir im Internet die
gefundenen Gegenstände zeigen. Viele Leute, die etwas vermissen, schauen
dort nach.“ Übrig blieben in der Regel nur ein oder zwei Fahrräder,
welche die Stadt dann an Bedürftige verschenke. „Kleidungsstücke will
keiner haben, die tun wir in den Altkleidercontainer“, so Iris Haas.

Auch in Oberkirch werden Fundsachen auf dem Weg einer Auktion versteigert,
„jedoch ganz bewusst nicht online“, erklärt Ulrich Reich, Pressesprecher
der Stadt. Der Termin wird über das Amtsblatt, die städtische
Internetseite und lokale Medien veröffentlicht. „Die nächste ist für das
Frühjahr 2016 vorgesehen“, so Reich. Rund 300 bis 400 Euro werden bei
den Auktionen im Schnitt eingenommen. Diese gehen dann an den
allgemeinen städtischen Haushalt.

Das ist auch in Lahr der Fall. „Entsprechend der gesetzlichen Vorschriften werden die Fundsachen
zunächst mindestens ein halbes Jahr aufbewahrt“, erklärt die Stadt.
Online-Auktionen finden nicht statt. Die lokalen Versteigerungen werden
vielmehr nach Bedarf organisiert. „Teilweise werden Fundsachen in
kleiner Stückzahl (zum Beispiel Fahrräder) auch an karitative
Einrichtungen abgegeben.“

Autor: gro/bos

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