Ausstellung zu "Goldenen Zwanzigern"
Modellschiff im Hanauer Museum vor Anker

Vorsichtig wurde das filigrane Modellschiff aus seiner Transportbox befreit und behutsam auf den Holzsockel gesetzt.
  • Vorsichtig wurde das filigrane Modellschiff aus seiner Transportbox befreit und behutsam auf den Holzsockel gesetzt.
  • Foto: Stadt Kehl
  • hochgeladen von Rembert Graf Kerssenbrock

Kehl (st). Im Hanauer Museum ist am Donnerstag, 27. Juni, ein Schiff vor Anker gegangen. Das Modell eines Seitenrad-Schleppdampfers mit dem Namen "Oscar Huber" ist Teil der Ausstellung „Goldene Zwanziger? Kehl in der Weimarer Republik“, die von Sonntag, 30. Juni, an im Hanauer Museum zu sehen sein wird.

„Das ist ein perfektes Beispiel für gute Kooperationsarbeit“, schwärmt Ute Scherb, Leiterin des Hanauer Museums, während sie stolz das etwa anderthalb Meter lange, detailgetreue Modell eines Seitenrad-Schleppdampfers betrachtet. Denn ohne die bereits angelaufene europäische Ausstellungsreihe „Zeitenwende“, an der sich das Hanauer Museum gemeinsam mit 29 weiteren Museen aus drei Ländern beteiligt, wäre das Schiff wohl nie in Kehl gelandet.

„Natürlich schauen wir uns auch die Ausstellungen unserer Kollegen an und in Karlsruhe haben wir es dann entdeckt“, erzählt Ute Scherb. Das Modell sei eigentlich eine Leihgabe des Museums Rheinau, das sich auf Rheinschifffahrt und Heimatkunde spezialisiert habe, und dank der Unterstützung ihrer Kollegen schließlich nach Kehl gekommen.

Modell-Vorbild aus Kehl

Das Besondere daran? „Das Vorbild des Modells wurde Mitte der 1920er-Jahre von der Firma Raab-Karcher gekauft“, weiß Ausstellungskurator Volker Ilgen. Die Handelsgesellschaft besaß damals im Kehler Hafen eine Niederlassung. Von hier aus verschiffte sie mit Hilfe ihres Seitenrad-Schleppdampfers Güter wie Kohlen oder Baustoffe.

Deshalb passe das Schiff hervorragend zur Ausstellung „Goldene Zwanziger? Kehl in der Weimarer Republik“, die von Sonntag, 30. Juni, an im Hanauer Museum zu sehen sein wird. „Wir zeigen den Besuchern darin, wie die französische Besatzung in der Weimarer Republik den Kehler Alltag prägte und das demokratische Bewusstsein formte“, kündigt er an. Auch der Kehler Hafen werde thematisiert – und erhalte mit dem Modellschiff ein würdiges Ausstellungsobjekt.

Original in Duisburg

Das Original – der letzte erhaltene Raddampfer auf dem Rhein – befinde sich heute als Museumsschiff im Vinckekanal in Duisburg-Ruhrort, wie Volker Ilgen berichtet. „Das Schiff wurde mehrmals umbenannt und bekam seinen jetzigen Namen 1940“, sagt er. Benannt sei es nach Oscar Huber, dem Direktor der Badischen Bank, Karlsruher Ratsherrn und NSDAP- sowie SS-Mitglied.

Die Ausstellung "Goldene Zwanziger? Kehl in der Weimarer Republik“ ist von Sonntag, 30. Juni, an bis 8. Dezember im Hanauer Museum in der Friedhofstraße 5 immer donnerstags, freitags und sonntags jeweils von 11 bis 17 Uhr zu sehen.

Autor:

Rembert Graf Kerssenbrock aus Kehl

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