Ausgabe Kehl - Panorama

Beiträge zur Rubrik Panorama

Rüdiger Kopp

Angedacht: Rüdiger Kopp
In der Krise zeigt sich oft wahrer Charakter

„Christen raus!“ – so hieß es auf einem Plakat in großen Buchstaben. Und darunter sehr viel kleiner: "Christen raus aus euren Verstecken, aus eurer Bequemlichkeit, aus eurer Faulheit, aus euren Schubladen…" Dieses Plakat ist im wahrsten Sinne des Wortes eine Provokation, das heißt: eine Heraus-Rufung. So wie auch Corona eine Provokation und eine Heraus-Rufung ist. Ihr Begleiter durch die WocheWir werden herausgerufen, uns zu outen, woran wir glauben, wofür wir bereit sind, uns einzusetzen,...

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  • 22.05.20
Blumige Worte und stahlharte unternehmerische Taten: Der Ur-Bodersweierer Hans Nussbaum hat sich mit Hebebühnen in die Phalanx erfolgreicher heimischer Unternehmer gehoben.

Hans Nussbaum: Mensch zwischen Bibel und Schraubstock
Ein Hans im Glück voll schöner Geschichten

Kehl-Bodersweier. Gleich zu Beginn des Gesprächs legt Hans Nussbaum einen abgelichteten Altrhein-Schwan in blütenweißer Weste vor, der vor einer geheimnisvollen Spiegelung des Kehler Weißtannenturms auf der Altrheinwasseroberfläche seine Bahnen zieht und dabei wohl exakt jene pittoreske Ruhe ausstrahlt, aus der Unternehmer wie er ihre Kraft zu schöpfen wissen. "Das Foto habe ich gemacht", sagt Hans Nussbaum – nicht ganz ohne Stolz. Der Bub us Boderschwieher hat nicht nur ein Talent. Doch gerade...

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  • 20.03.20
Günter Ihle

Angedacht: Günter Ihle
Was geht, wenn nichts mehr geht?

Wenn diese Gedanken von mir abgedruckt werden, hat sich die Lage schon wieder verändert. Ich bin bewegt – wie Sie alle. Täglich müssen privat und dienstlich neue Entscheidungen getroffen werden. Mir fällt es schwer, das Ganze irgendwie zu übersehen. Mein Kalender wird immer leerer. Zugleich wird jede Lücke mit Corona „aufgefüllt“. Immer weniger scheint zu gehen in unserem Land und in den Ländern drumherum. Zugleich sehe ich, was geht: Solidarität! Da ist die Lehrerin, die plötzlich Zeit hat...

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  • 20.03.20

Im Grunde
Nur ein Haufen von Egoisten?

Im Grunde ist es nur eine Momentaufnahme. Aber der Suchbegriff "Corona Party" brachte am Dienstag 482.000.000 Treffer bei Google. Zwar waren darunter eine Vielzahl von Warnungen und äußerst kritischen Hinweisen, aber eben auch andere Links. Artikel zu feiernden Menschen, die im Zweifel das Bier gleichen Namens in den Händen halten, gibt es leider zu häufig. Auf sozialen Medien ist die Verbreitung solcher untersagter Veranstaltungen noch häufiger. Das Robert-Koch-Institut hat am Montag...

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  • 18.03.20

Fußnote - die Glosse im Guller
Egal, worüber man redet ...

Gibt es denn nur noch ein Thema? Es scheint so. Die noch Auge-in-Auge stattfindenden Gespräche, landen nach wenigen Sekunden bei dem weltweiten Dauerbrenner – mit Auswirkungen auf das ganz persönliche Umfeld. Redet man vom Wetter, kommt im zweiten Satz die Hoffnung, dass mit dem Frühling nicht nur der überhaupt nie anwesende Winter zumindest aus dem Kalender verschwindet, sondern mit ihm auch dieses neuartige Virus. Schließlich gehört sich das so für einen Virus. Bei der Hartnäckigkeit des...

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  • 14.03.20
Werner-Ewers-Skulpturen sind in einer Gemeinschaftsausstellung im Europäischen Forum am Rhein zu sehen. Dort wird er auch ein Atelier beziehen.
2 Bilder

Werner Ewers gestaltet Kunst aus Pappelholz und Schiefer
Ist das Atelier leer, ist der Kopf nicht kreativ

Neuried/Kehl (rek). Noch ist für Werner Ewers die seit über einem Jahr andauernde schaffenslose Zeit nicht beendet. Doch der Kehler Künstler hat ein Ende dieser Zeit vor Augen: Derzeit entsteht sein neues Atelier beim Europäischen Forum am Rhein. Das ursprünglich als kreatives Zentrum geplante oberste Geschoss in diesem Neubau direkt am Rhein und damit am Übergang nach Straßburg wird zum Lager seiner Skulpturen. Derzeit läuft im Forum am Rhein gemeinsam mit dem elsässischen Maler Piere Gangloff...

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  • 28.02.20
Kehler Studierenden in Marseille

Kehler Masterstudierende in Marseille
Herausforderungen im westlichen Mittelmeer

Kehl (st). In der letzten Januar-Woche machten sich fünf Studierende des Masterstudiengangs „Management von Clustern und regionalen Netzwerken“ der Hochschule Kehl auf den Weg zur Teilnahme an der 8. Master-Class in Marseille. Dort trafen sich 120 Masterstudierende aus elf Studiengängen und vier Ländern - Spanien, Italien, Frankreich und Deutschland. In den einzelnen Studiengängen waren diverse weitere Nationalitäten vertreten, etwa China, Marokko, Algerien, Kamerun. Die diesjährige...

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  • 10.02.20
Christa Wolf

Angedacht Christa Wolf
An den "Herrn der Töpfe und Pfannen"

Den Spagat zwischen der Hinwendung zu Gott und der Welt des Alltags hat Theresa von Avila ist einem Gebet als Stoßseufzer im 16. Jahrhundert zusammengefasst. Stoßseufzer von Theresa von Avila "Herr der Töpfe und Pfannen, ich habe keine Zeit, eine Heilige zu sein und Dir zum Wohlgefallen in der Nacht zu wachen, auch kann ich nicht meditieren in der Morgendämmerung und im stürmischen Horizont. Mache mich zu einer Heiligen, indem ich Mahlzeiten zubereite und Teller wasche. Nimm an meine...

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  • 07.02.20
Rüdiger Kopp

Ihr Begleiter durch die Woche: Rüdiger Kopp
Mehr Möglichkeiten als wir denken

Wie geht es Ihnen? Ein Gedicht von Martin Wolfgang Haas möchte ich zitieren: „Oh Backe, oh Backe, mein Leben ist kacke! Gestern noch geliebt und vergöttert, und heute am Boden zerstört und zerschmettert. Ich wurde geschmückt und verziert und verehrt – und heute bin ich keinen Pfifferling mehr wert. Dabei ist meine Botschaft so wichtig, und mehr als nur drei Tage im Jahr ist sie richtig: Mein Licht scheint hell in schwärzester Nacht, und auch in Traurigkeit Hoffnung erwacht....

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  • 17.01.20

Fußnote im Guller
Bons für alles und nichts

Der Besuch beim Bäcker des Vertrauens ist oft lohnend. Man trifft Menschen aus der Nachbarschaft, plaudert mit diesen sowie jenen und erfährt Klatsch, Tratsch und manchmal auch Wichtiges. Ein gewisser Olaf Scholz hat es nun geschafft, dass die Probleme im Quartier in den Hintergrund rücken und die Bundespolitik mal wieder auch außerhalb von Wahlzeiten an der Verkaufstheke breitgetreten wird. Wer Herrn Scholz nicht kennt: Er ist Bundesfinanzminister im Hauptberuf und nebenbei gescheiterter...

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  • 10.01.20
Als eine Art Frühförderung versteht Gudrun Stapenhorst das Engagement der Leselernhelfer für Grundschulkinder.

Gudrun Stapenhorst fördert Fähigkeiten von Grundschülern
Lesen ist die Grundlage allen weiteren Lernens

Kehl. Der Rucksack ist wieder ausgepackt. Gudrun Stapenhorst genoss die vergangenen Tage auf der Insel Martinique und vermisst bereits jetzt schon Sonne, Wasser und Wärme. Nach Kehl kam die gebürtige Westfälin vor drei Jahren über Stationen in Tübingen und Reutlingen. Hier hat sie maßgeblich den Verein Mentor Leselernhelfer Kehl/Hanauerland mit aufgebaut. Ehrenamtliche betreuen Kinder im Grundschulalter durch individuelle Förderung von Leselernfähigkeiten und -verständnis. Für die...

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  • 03.01.20
  •  1
Günter Ihle

Angedacht: Günter Ihle
Mit wem feiern Sie denn Weihnachten?

Kürzlich, noch lange vor diesen Festtagen, bin ich beim Spaziergang einer mir unbekannten Mutter mit zwei Kindern begegnet. Ich habe freundlich gegrüßt und war schon fast an ihnen vorbei. Da sagte der kleine Junge hinter mir her: „Ich wünsche Ihnen frohe Weihnachten!“. Ich war etwas überrascht, habe dies dann selbstverständlich auch erwidert. Dieser Junge freut sich natürlich wie alle Kinder auf das Weihnachtsfest und all das, was es so mit sich bringt. Aber er möchte, dass sich auch andere...

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  • 20.12.19

Fußnote im Guller
Sind Zeitreisen doch möglich?

Ein Menschheitstraum: Niemand hat Zeitreisen so faszinierend einem Millionenpublikum präsentiert wie Marty McFly alias Michael J. Fox zusammen mit Dr. Emmet Brown alias Christopher Lloyd. Einmal Vergangenheit, gern auch in die Zukunft – in jedem Fall wieder zurück. Die neuzeitlichen Grundlagen dieser Fantasie hat kein geringerer als Albert Einstein mit seiner Relativitätstheorie geschaffen. Doch der Aufwand ist immens: Zeitreisende müssten in einem Raumschiff in Lichtgeschwindigkeit einen...

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  • 22.11.19
  •  1
Kuh mit Bollenhut: Nicht nur mit dieser rot-schwarzen Wetterfahne mit seinen Initialen zeigt Hobby-Schmied Raimund Müller aus Holzhausen, woher der Wind weht.

Raimund Müller ist Wetterfahnen- und Worteschmied
Einer, der sein Fähnlein gern in den Wind hängt

Rheinau-Holzhausen. Es ist laut – und es fallen Späne. Geschliffenes in Wort und Metall, das ist genau sein Ding: Raimund Müller weiß, woher der Wind weht, und er hängt sein Fähnchen gern in den Wind: Der Worteschmied und Wetterfahnenmacher ist ein Mensch mit einem wahrhaft windigen Hobby. Und dazu ein Mann mit einer spitzen Feder. "Ich war Griffelspitzer, Bürohengst und Sesselfurzer", beschreibt er seine frühere Berufslaufbahn beim Straßenbauamt drastisch. Doch die ist inzwischen weit weg und...

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  • 15.11.19

Fußnote im Guller
Silentium im Fußballstadion

Meist sind es 18 Städte, die einen erlauchten Kreis in Deutschland ausmachen, in diesem Jahr sind es 17. Von Berlin bis Paderborn erstreckt sich die Bandbreite der Auserwählten. Sie trifft die Aufmerksamkeit eines Millionenpublikums – Woche für Woche. Von diesen Städten darf zudem ein erlauchter Kreis auch auf verschiedenen Ebenen in Europa Reklame für sich machen. Denn es geht auch um Marketing, Image und viel Geld, nicht nur um das runde Leder. Klar, die Rede ist von der ersten...

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  • 28.10.19
Rüdiger Kopp

Angedacht: Rüdiger Kopp
Dankbarkeit ist eine Lebenshaltung

„Gott hat dir heute 86.400 Sekunden geschenkt. Hast du eine dazu verwendet, um ‚Danke‘ zu sagen?“ Dankbarkeit ist eine Lebenshaltung, die uns allen zutiefst entspricht, weil niemand von uns sich selbst in Händen hält. Ihr Begleiter durch die WocheMahatma Ghandi sagt es so: „Wenn ich das Wunder eines Sonnenuntergangs oder die Schönheit des Monds bewundere, dann weitet sich meine Seele in der Ehrfurcht vor dem Schöpfer.“ Danken und Denken hängen ganz eng zusammen. Wer anfängt zu denken, der...

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  • 09.10.19
Ein Paar wie Pech und Schwefel vor der Gitarrenkarikatur auf der Garagenwand: Oli Reister mit seiner Lieblingsgitarre, der Telecaster

Oliver Reister, Virtuose an der Gitarre
Ein Saitenmensch, der seine Instrumente liebt

Kehl. Kehl. Hornhaut hat er auf den Fingerkuppen – und seine Bescheidenheit ziert ihn. Die Hornhaut kommt nicht von ungefähr. Täglich übt er auf einer seiner vielen Gitarren. Oliver Reister, inzwischen 56 und Papa von zwei erwachsenen Söhnen, ist ein echter "Wuehli", wie man im Hanauerland zu Menschen sagt, die richtig ranklotzen können. Nicht nur im Beruf. Im Stahlwerk steht er seinen Mann. Aber wenn er dann heimkommt, setzt er sich hin und übt Gitarre. Sonntagsporträt Schon ein halbes...

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  • 20.09.19
Roland Kusterer

Angedacht: Roland Kusterer
Gemeinsamkeiten von Juden und Christen

Wenn mich einer fragen würde, was kurz zusammengefasst der Kern der christlichen Botschaft ist, dann würde ich ihn auf das höchste Gebot hinweisen, das sogenannte Doppelgebot der Liebe, so wie Jesus es auch getan hat. Die Evangelisten Matthäus (22,35-40), Markus (12,28-34) und Lukas (10,25-28) haben erzählt, was Jesus einem Mann antwortet, der ihn fragt, welches von den vielen Geboten das wichtigste ist. Und was Jesus da sagt, ist nichts Neues, sondern er erinnert hier nur an das, was jedes...

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  • 23.08.19
Die Musik mit dem Baritonhorn, seine Firma und seine Familie hat Hans-Dieter Mann in den vergangenen Jahrzehnten unter einen Hut gebracht.

Hans-Dieter Mann war über 40 Jahre im Konkordia-Vorstand
Das Ehrenamt bestimmt die Hälfte seines Lebens

Willstätt. In der Zeit, während in anderen Vereinen mehrere Generationen von ehrenamtlichen Vorständen aktiv sind, hat Hans-Dieter Mann eine Spanne von fast vier Jahrzehnten allein geprägt: Insgesamt 43 Jahre, davon 38 im Vorstand, war er maßgeblich im Musikverein Konkordia Willstätt tätig. "Was er getan hat, kann einer alleine heute nicht mehr leisten", hieß es daher auch, als er vor wenigen Wochen seinen Rückzug erklärte. In dieser Zeit hat der 70-Jährige aber nicht nur das Vereinsleben...

  • Willstätt
  • 13.07.19
Raimund Fiehn

Angedacht: Raimund Fiehn
Mit Barmherzigkeit durch unseren Alltag

„Seid barmherzig, wie Gott barmherzig ist“ (Lk 6, 36) – mit dieser Aufforderung Jesu beginnt der heutige Predigttext. Aber wer kann das schon? "Ich bin doch nicht Mutter Theresa!" Das stimmt, die Lebenssituation ist bei den meisten von uns anders. Aber vielleicht können wir uns einem barmherzigen Miteinander etwas annähern, wenn wir auf einen Zitat schauen, das sich bei Johann Gottfried Herder finden soll: „Durch ein Vergrößerungsglas betrachtet man die Vorzüge derer, die man liebt, und die...

  • Kehl
  • 12.07.19

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