Zu Gast bei Freundn in Olsztyn/Polen
100 Offenburger feiern 20 Jahre Städtepartnerschaft

Die Stadtkapelle Offenburg, OB Marco Steffens (links) und Piotr Grzymowicz, Stadtpräsident von Olsztyn
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  • Die Stadtkapelle Offenburg, OB Marco Steffens (links) und Piotr Grzymowicz, Stadtpräsident von Olsztyn
  • Foto: Stadt Olsztyn
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Offenburg (st). Trotz aller europakritischen Töne aus Polen, entgegen so mancher Medien-Berichte und auch entgegen mancher Propaganda: Olsztyn ist in Europa angekommen. Das ist zumindest der Eindruck, den die große Offenburger Delegation anlässlich des vergangenen Partnerschaftswochenendes in Ermland/Masuren gewonnen hat.

Der Offenburger OB Marco Steffens stand an der Spitze einer Gruppe von Stadträten, Verwal-tungsmitarbeitern, Hochschulvertretern mit Rektor Winfried Lieber, Schulleitern und Austausch-lehrkräften, Brücke-Mitgliedern und Engagierten der Georg- und Maria-Dietrich-Stiftung: Ex-OB Wolfgang Bruder als Geschäftsführer der Dietrich-Stiftung, und Elvira Bleher-Dietrich. Auch mit an Bord: Edith und Bernhard Schreiner. Zudem waren 30 vorwiegend junge Musiker der Stadtkapelle mit Jess Haberer und Dirigent Axel Berger mit einem Bus nach Polen gefahren.

Zwei Schülergruppen mit dabei

Hinzu kamen zwei Schülergruppen des Schiller- und des Grimmelshausen-Gymnasiums. Die Jugendlichen verbringen eine Woche in Olsztyn und sind dort bei Familien untergebracht.
Auf dem Programm der offiziellen Delegation: eine Fahrt nach Frauenburg an die Ostsee, Be-sichtigung des dortigen Doms, eine Vorstands- und Beiratssitzung der Dietrich-Stiftung, die Er-kundung von Olsztyn, eine offizielle Partnerschaftsfeier, ein Besuch des Naherholungsgebiets Ukiel und ein Hochschul-Festakt in der Universitäts-Aula: Feierlichkeiten zum 20. Geburtstag der Universität Ermland-Masuren, die eine enge Kooperation mit der Hochschule in Offenburg pflegt.

Eindrücke der Offenburger

Olsztyn ist Sitz einer Campus-Universität mit zirka 20.000 Studierenden. Die Arbeitslosigkeit liegt bei niedrigen fünf Prozent, es herrscht Fachkräftemangel. Die Stadt hat sich seit dem vergangenen Besuch anlässlich des 15. Partnerschaftsgeburtstags vor fünf Jahren enorm entwickelt. Eine moderne Straßenbahn bildet das Rückgrat des ÖPNV, Cafés und Restaurants in der Innenstadt sind gut besucht, mit dem Ukiel-See verfügt Olsztyn über ein äußerst attraktives Naherholungsgebiet, Umgehungsstraßen wurden gebaut, die Verbindungen nach Danzig und Warschau sind mittlerweile teils vierspurig angelegt worden.

Ermland und Masuren ist auch eine großartige Naturlandschaft mit vielen natürlichen Seen. Davon profitiert Allenstein in besonderem Maße: Die Stadt ist als Gartenstadt angelegt worden und hat einen großzügigen Park- und Grünbestand. Der Ukiel-See in unmittelbarer Nähe zur Innenstadt, mit dem Fahrrad auf großzügig ausgebauten Radwegen sehr gut zu erreichen, wurde zu einem Freizeit- und Naherholungsgebiet umgebaut. Sandstrände laden zum Baden ein, Beach-Volleyballfelder sind ebenso vorhanden wie Segelboote zum Mieten.

Neu gestaltete Parkanlage

Ein Teil der Parkanlage unterhalb des Stadtzentrums, wurde neu gestaltet, hier ist die „Offenburger Allee“ eingeweiht worden. Auf der Bühne gab die Offenburger Stadtkapelle ein einstündiges Konzert. Viele Familien waren auf den Beinen.

Winfried Lipscher, Mitglied des Beirats der Dietrich-Stiftung, gab während der Busfahrt nach Frauenburg auch mit Hilfe literarischer Zitate Einblicke in die Geschichte des Ermlands/Masurens als Teil Ostpreußens. Als Bub erlebte er die Flucht der Familie vor der Roten Armee über das Haff. Die Rückkehr und schließlich Vertreibung 1957 aus Polen war ein weiterer Schicksalsschlag. In Paderborn holte er das Abitur nach, studierte Theologie, erhielt dann aber bei der Katholischen Kirche keine Anstellung als Laientheologe – er hatte den deutsch-polnischen Versöhnungsgedanken zu radikal vertreten. Aufgrund seiner sprachlichen Fähigkeiten leitete er schließlich 30 Jahre lang den Sprachdienst der deutschen Botschaft in Warschau.

Nachfrage nach Arbeitskräften

Auch in Olsztyn gibt es Integrations-Maßnahmen. Allerdings lernen hier Menschen aus der Ukraine, aus Rumänien oder Tschetschenien Polnisch. Die Nachfrage der Wirtschaft nach Arbeitskräften ist hoch.

In den Reden anlässlich der offiziellen Partnerschaftsfeier in einem Saal des Omega-Hotels am Ukiel-See erinnerte Olsztyns Stadtpräsident Piotr Grzymowicz an die Willenskraft Georg Dietrichs in den 1980er-Jahren. „So entstehen Freundschaften. Die Familie Dietrich ist ein natürliches Fundament dieser Partnerschaft.“ Sie ruhe auf gemeinsamen europäischen Werten.

Menschen machen den Unterschied

OB Marco Steffens stellte ebenfalls die Menschen in den Mittelpunkt: „Menschen machen den Unterschied – machen Sie weiter!” Er dankte allen, die sich um diesen deutsch-polnischen Austausch bemühen. Das Klein-Klein nationaler Probleme mache manchmal verzagt, aber mit der Städtepartnerschaft sollten wir, so Steffens, die Chancen der Freiheit nutzen. Wolfgang Bruder bezeichnete die Dietrich-Stiftung als „weithin sichtbares Modell der Förderung von Austausch und Begegnungen im europäischen Sinn“.

Immerhin haben in den vergangenen 20 Jahren 2.100 Schüler am Austausch teilgenommen, 120 Olsztyner Studierende sind von der Dietrich-Stiftung mit Stipendien unterstützt worden.

Autor:

Christina Großheim aus Offenburg

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