Plastikfrei
Abfallanlage in Ringsheim entlässt kein Mikroplastik in die Umwelt

Offenburg (st). Mikroplastik ist eines der zentralen Umweltthemen dieses Sommers. „Kunststoffabfälle, die nicht über die reguläre Abfallschiene entsorgt werden, sondern ‚irgendwie und irgendwo‘ weggeworfen werden, gelangen in einen durch Wind, Wasser und UV-Strahlen eingeleiteten Zerkleinerungsprozess und belasten - letztendlich dann als Mikroplastikteilchen - Wasser, Boden und Lebewesen“, erläutert Abfallberater Johann-Georg Kathan, vom Eigenbetrieb Abfallwirtschaft.

Anlage behandelt Rest- und Biomüll

Die Mechanisch-Biologischen Abfallbehandlungsanlage (MBA) in Ringsheim, in der Restmüll und Bioabfälle aus dem Ortenaukreis und dem Landkreis Emmendingen verwertet werden, sei eine der modernsten und innovativsten Anlagen.

Sowohl sogenanntes primäres Mikroplastik Typ A, das heißt gezielt hergestellt, zum Beispiel für Kosmetikprodukte als auch primäres Mikroplastik Typ B, entsteht bei der Nutzung, zum Beispiel Abrieb von Schuhsohlen, ist bereits im angelieferten Hausmüll enthalten.

„Zudem kommt es in der MBA zur Bildung von sekundärem Mikroplastik, etwa beim Abrieb während des etwa dreitägigen Rührvorgangs, bei dem in einem zähen Müllbrei die organischen Inhaltsstoffe der grauen Tonne im Wasser gelöst werden.

Kein Mikroplastik über den Feststoffpfad

„Über 30 Prozent der Feststoffe werden in Industrieanlagen als Ersatzsatzbrennstoffe verwertet. Dabei wird Mikroplastik komplett zerstört. Feststoffreste aus den sogenannten 'Fermentern', also Schlamm und Gärreste, gehen ebenfalls diesen Weg.

Spuren von Mikroplastikanteile, die in den auf dem Deponiegelände abgelagerten Mineralstoffen enthalten sein könnten, können über die Sickerwasserbehandlung zurückgehalten werden“, erklärt Kathan.

Kein Mikroplastik über den Wasserpfad

„Überschüssiges Prozesswasser wird in Abwasserbehandlungsanlagen gereinigt. Ultrafiltrationsmodule halten dort Mikroplastik-Partikel, die größer als 0,00001 Millimeter sind zurück.

Danach passiert das Abwasser Aktivkohlefilter, in denen noch kleinere Mikropartikel gebunden werden“, so der Abfallberater.

Kein Mikroplastik über den Luftpfad

„Im gesamten Behandlungsverfahren der MBA wird die Luft komplett abgesaugt und einer Abluftbehandlungsanlage zugeführt. In der Abluft vorhandene Mikroplastikteilchen werden entweder in einer Verbrennungsstufe komplett zerstört oder über Abluftwäscher und Biofilter komplett zurück gehalten“, weiß Kathan.

„Das bei der Abfallbehälterentleerung mit dem Hausmüll angelieferte oder beim Verwertungsprozess in der MBA entstehende Mikroplastik wird aufgrund effektiver Behandlungsmaßnahmen nicht in die Umwelt abgegeben“, bilanziert der Abfallberater.

Autor:

Sebastian Thomas aus Achern

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