BI Windschläg kritisiert die Informationspolitik
Für einen Klinikneubau, jedoch gegen Standort

Andreas Birk und Gabriele Venot von der BI Windschläg vor grüner Kulisse: Hier könnte das geplante Großklinikum in Offenburg gebaut werden.
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Offenburg (gro). Wenn die Agenda 2030 für das Ortenau Klinikum umgesetzt ist, dann wird es in Offenburg einen Klinikneubau geben. Geplant ist ein Großklinikum mit 850 bis 900 Betten im Norden der Stadt. Denn dieser Neubau soll ein Einzugsgebiet bis Kehl und Oberkirch haben.
Zwei Standorte sind bereits in der engeren Auswahl: der Holderstock bei Bühl und nördlich von Windschläg. In beiden Ortschaften regt sich Widerstand gegen die mögliche Ansiedelung. Während die Stadt Offenburg in einer ersten Entscheidung den Holderstock präferiert, zieht der Ortenaukreis als Klinikträger Windschläg vor.

Vor zwei Monaten gegründet

Vor zwei Monaten hat sich deswegen in dem Offenburger Ortsteil Windschläg eine Bürgerinitative (BI) gegründet, die sich gegen den Standort ausspricht. "Wir haben aktuell rund 20 aktive Mitglieder", erklärt Andreas Birk, einer der Sprecher der BI. Die Gründe, warum diese den Neubau ablehnen, sind unterschiedlich. "Es gibt eine unmittelbare Betroffenheit der Menschen vor Ort", so Birk. Denn bei dem 20 Hektar großen Gelände handele es sich um das Naherholungsgebiet von Windschläg, das stark von Spaziergängern jeden Alters genutzt werde. "Außerdem hat der Standort eine exponierte Hügellage", macht Birk auf die Gegebenheiten aufmerksam. Ein Großklinikum würde nicht zur dörflichen Struktur von Windschläg passen.

Kein schlüssiges Verkehrskonzept

"Hinzu kommen die Beeinträchtigungen durch den Betrieb wie Lärm und Licht. Die Verkehrsplanung für den Standort liegt noch nicht vor. Wie soll das Gelände erschlossen werden?", fragen sich Andreas Birk und Gabriele Venot, eine seiner Mitstreiterinnen. "Es liegen überhaupt keine Informationen vor. Wir haben gehört, dass eine Erschließung von der B28 aus geplant sei, die würde dann wieder durch den Wald gehen", ärgert sich Gabriele Venot. "Wie sollen die Menschen, die dort arbeiten werden, die Patienten und die Besucher denn dort hinkommen?"

Denn ob es tatsächlich, wie vom Kreis angestrebt, einen Bahnhalt geben werde, davon sind die Mitglieder der BI nicht überzeugt. "Es gibt viele offene Punkte", stellt Birk fest. So habe die Deutsche Bahn deutlich gemacht, dass sich durch den Bau des Klinikums die Planungszeit für den Tunnel, der in unmittelbarer Nähe für die Rheintalbahn entstehen soll, verlängere. "Außerdem hieß es, dass ein Bahnhalt erst eingerichtet werde, wenn der Tunnel 2035 fertig sei", erklärt Gabriele Venot. Wäre das Klinikum tatsächlich 2030 bezugsfertig, würde es dann nach Schätzung der BI noch zehn Jahre dauern, bis der Bahnhalt komme. "Was uns ärgert, ist, dass außer der Megabaustelle für den Tunnel noch eine weitere für ein Klinikum hinzukommt", sagt Gabriele Venot.

Rückhalt in der Bevölkerung

Im Gegensatz zu Bühl, wo auch der Ortschaftsrat und der Ortsvorsteher den Standort ablehnten, hat die Ortsverwaltung selbst das Gelände ins Gespräch gebracht und steht hinter diesem. "Wir haben 680 Unterschriften in Windschläg gegen die Verlagerung hierher gesammelt", machen Birk und Venot den Rückhalt in der Ortschaft deutlich. Diese Unterschriften wollen sie bei den Bürgerinformationsangeboten am Sonntag, 7. April, Landrat Frank Scherer übergeben.

"Wir sind nicht gegen einen Klinikneubau", betont Andreas Birk noch einmal. "Wir sind gegen den Standort Windschläg, weil wir ihn für nicht geeignet halten. Außerdem erwarten wir, dass bei einer solchen Großinvestition alles sorgfältig geprüft wird und für alle möglichen Standorte, auch den Ebertplatz, Machbarkeitsstudien erstellt werden."

Autor:

Christina Großheim aus Offenburg

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