Hochkonjunktur für Einbrecher
Gut geschützt durch die dunkle Jahreszeit

Polizeioberkommisarin Tamara Mild zeigt, worauf es bei Fenstern in Sachen Einbruchschutz ankommt. | Foto: gro
  • Polizeioberkommisarin Tamara Mild zeigt, worauf es bei Fenstern in Sachen Einbruchschutz ankommt.
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Ortenau Die Tage werden wieder kürzer, mit dem Herbst beginnt die dunkle Jahreszeit. "Auch wenn grundsätzlich 365 Tage im Jahr die Gefahr besteht, dass eingebrochen wird, die aus Sicht von Einbrechern begehrte Zeit liegt zwischen Oktober und März", erklärt Polizeioberkommissarin Tamara Mild von der Prävention des Polizeipräsidiums Offenburg. "Einbrecher mögen kein Licht, weder im noch um das Haus herum." Dabei gibt es keine Gebäude, die vor ihnen sicher sind. "Betroffen sind sowohl Einfamilien- als auch Mehrfamilienhäuser", so Mild.
Die Zahlen im Bereich des Polizeipräsidiums Offenburg sind in den vergangenen drei Jahren wieder angestiegen: Wurden 2023 noch 189 Fälle gemeldet, stieg die Zahl 2024 auf 226 Fälle. Im vergangenen Jahr lag sie bereits bei 234 Fällen. 70 Prozent der Taten wurden im Jahr 2025 laut Polizei zwischen Oktober und März begangen. Im Ortenaukreis waren in den vergangenen drei Jahren unterschiedliche Täter für die Einbrüche verantwortlich: Zum einen wurden Kinder und Jugendliche ermittelt, die vorwiegend im Grenzgebiet der Ortenau aktiv waren. Zum anderen wurde ein Einzeltäter festgenommen und kürzlich zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. Und auch in der jüngsten Vergangenheit war die Polizei erneut erfolgreich: Sowohl in Offenburg als auch in Oberkirch wurden die Einbrecher ermittelt und dingfest gemacht.
Am besten ist es allerdings, wenn die Einbrecher gar nicht zum Zuge kommen. Um ihnen das Leben schwerer zu machen, gibt es einfache Regeln. "Ob nachts oder wenn Sie das Haus verlassen, schließen Sie die Eingangstüre immer zweimal ab", empfiehlt Tamara Mild. Wenn niemand zu Hause ist, sollten auch die Fenster stets verriegelt werden. Der Grund ist einfach: Für Einbrecher muss es schnell gehen. Profis benötigen laut Polizei zwischen zwei und drei Minuten, um in ein Haus zu gelangen. Sie steigen am häufigsten über Fenster oder Türen ein. Bei ihrer Suche nach Wertvollem halten sie sich zwischen fünf und 15 Minuten dort auf.
"Es sollte immer ein bewohnter Eindruck erzeugt werden", rät Tamara Mild. Das gilt vor allem bei längerer Abwesenheit: Mit Zeitschaltuhren lässt sich das Licht einschalten, auch wenn niemand zu Hause ist. Wer in Urlaub fährt, sollte den Nachbarn bitten, den Briefkasten regelmäßig zu leeren.

Technische Sicherungen

Zusätzlichen Schutz bieten technische Sicherungen an Fenstern und Türen. "Bei einem Neubau oder einer Sanierung ist es einfacher und auch kostengünstiger, den Einbruchschutz gleich mitzudenken", sagt die Polizeioberkommissarin. Denn eine Nachrüstung sei in der Regel teurer. Fenster und Türen sollten einbruchshemmend sein. Die Polizei empfiehlt die Schutzstufe RC 2. Eine Einbruchsmeldeanlage könne abschreckend wirken. "Wir beraten gerne vor Ort", so Tamara Mild. Die Beratung werde sowohl bei Neubauten als auch bei bestehenden Gebäuden angeboten. Die Experten der Polizei sind unter Telefon 0781/214515 zu erreichen.
Wer in einer Mietwohnung lebt, darf nur in Absprache mit dem Eigentümer Veränderungen vornehmen. "Am besten greift man zu Vorrichtungen wie abschließbaren Fensterriegeln, die sich bei einem Auszug problemlos zurückbauen lassen", empfiehlt die Polizistin.
Ein Tresor sorgt für zusätzlichen Schutz in der Wohnung. Dieser sollte zertifiziert und fest mit der Mauer verbunden sein. "Darin sollte nicht nur Schmuck verwahrt werden, sondern auch Zertifikate und Urkunden", empfiehlt Tamara Mild. Denn je nach Ausstattung bieten Wertschutzschränke auch Feuerschutz.
Was sind die ersten Maßnahmen nach einem Einbruch? "Sofort den Notruf 110 wählen und nichts verändern, bis die Polizei vor Ort war", so Mild. Ist der Eindringling noch vor Ort, sollte er aus Sicherheitsgründen nicht konfrontiert werden.

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