• 15. August 2017, 18:46 Uhr
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Johannes Mundinger und Elias Errerd schaffen Kunst auf Hausfassade
Offenburger Werk zeigt das Thema "Freiheit"

Elias Errerd und Johannes Mundinger (v. l.) beim Bemalen einer Wand in der Universität Bielefeld
Elias Errerd und Johannes Mundinger (v. l.) beim Bemalen einer Wand in der Universität Bielefeld (Foto: Foto: privat)

Offenburg (djä). Ein ungewöhnliches Kunstprojekt haben Johannes Mundinger und Elias Errerd in Angriff genommen. Sie schaffen ein Kunstwerk unter dem Titel Freiheit auf einer Hausfassade.

Wie kommt es dazu, dass zwei Künstler gemeinsam eine Hauswand in Offenburg gestalten, wenn der eine in Berlin wohnt und der andere hier im Ort? "Ich bin gebürtiger Gengenbacher", sagt Johannes Mundinger, der nach dem Studium an die Spree gezogen ist. Er und Elias Errerd, Kunstlehrer an der Offenburger Klosterschule und lokaler Part des geplanten Gemeinschaftswerkes, kennen einander schon lange. Die beiden Künstler haben bereits häufiger zusammen gearbeitet. Zuletzt realisierten sie für die Universität Bielefeld sowie für die Kunsträume der Michael Hornbach Stiftung in Köln große Wandarbeiten.

Ab dem 18. August gestalten sie nun eine große Wand in der Weingartenstraße in Offenburg. In dem Haus an der Kreuzung zur Friedrichstraße wohnen Mundingers Großeltern. Dort steht die zum Malgrund erkorene, bislang beinahe schmucklose Wand, die in ein privates Gartengrundstück hineinragt. Beinahe schmucklos – weil ein kleiner Teil dieser Wand mit Fabelwesen bemalt ist, die sich illusionistisch über eine angrenzende Mauer schlängeln. "Die grünen Monsterchen" nennt Mundinger die fantastischen Gestalten, mit denen er und Elias Errerd vor Jahren buntes Leben an die Wand gebracht haben. Nun werden sie die gesamte "Leinwand" bespielen, die ihnen das Haus bietet. Über drei Stockwerke soll sich das abstrakte Gemälde erstrecken. Dabei wird die Arbeit der Künstler ineinander übergehen und sich zu einem einzigen großen Bild vereinen. "Freiheit" lautet das Thema ihrer Malerei. Das passt gut ins große Gesamtbild von Offenburgs Historie und ins kleine der familiären Geschichte Mundingers. Seine Familie lebte hier schon zu Bismarcks Zeiten. Als politische Gegner saßen sie für ihre Überzeugung sogar im Gefängnis. Elias Errerd wohnt heute in einem der Gebäude nebenan, wo Mundingers Vorfahren wohnten. Das schafft für beide einen persönlichen Bezug zum Gebäude, an dem sie nun ihre Inspirationen zu "Freiheit" in ein Bild umsetzen wollen.

Die Arbeit an einem so großen Gemälde ist etwas Besonderes und ein dynamischer Vorgang. "Immer wieder zurückgehen, schauen, besprechen, reagieren", beschreibt Mundinger die Abläufe während der Entstehung. Die Wirkung in der Realität weiche immer vom groben Entwurf am Computer ab. Transportieren Flächen, Formen und Farben die beabsichtigten Aussagen? Da kommt beiden Künstler die gemeinsame bisherige Arbeit miteinander zugute.

Johannes Mundinger verfügt über viel Erfahrung in der Gestaltung von öffentlichen und nicht öffentlichen Plätzen in und außerhalb von Deutschland, die er mit oft abstrakter Malerei neu definierte. Die neue Wandgestaltung des Künstlerduos Mundinger/Errerd wird nun das Haus in Offenburg bereichern. Rund sechs Tage sind für die Arbeiten eingeplant. Passanten können einen Blick erhaschen, wie das Bild wächst und wie es fertig aussieht, denn die Hauswand ist vom öffentlichen Raum aus einsehbar. Die Wandmalerei wird vom Fachbereich Kultur der Stadt Offenburg und dem Kunstverein Offenburg unterstützt.

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