Ortenau Klinikum baut Intensivkapazitäten aus
Regelbetrieb eingeschränkt

Offenburg (st). Angesichts der stark steigenden Zahl an Corona-Infektionen und der zunehmenden Krankenhauseinweisungen baut das Ortenau Klinikum seine Intensivkapazitäten für die Behandlung schwerer Covid-19-Fälle weiter aus. Im Laufe der Woche wird der Klinikverbund weitere Intensivbetten als Beatmungsplätze für Covid-19-Patienten einrichten, teilt das Ortenau Klinikum mit.

„Wir stellen uns auf die aktuelle Corona-Lage ein und müssen gleichzeitig planbare Eingriffe zunehmend einschränken“, so Ortenau Klinikum-Geschäftsführer Christian Keller. „Die Entwicklung macht uns große Sorge. Denn je mehr Kapazitäten wir für Covid-19-Patienten freihalten müssen, umso weniger Kapazitäten stehen für andere Fälle bereit.“ Die Folge der steigenden Zahl an Covid-19-Patienten sei, dass noch mehr planbare Operationen und Behandlungen verschoben werden müssen. Das könne beispielsweise eine Hüftoperation betreffen, die ein Patient zwar zwingend braucht, deren Situation jedoch nicht lebensbedrohlich ist.

Flexibel reagieren

"Wir müssen auch weiterhin dynamisch und flexibel auf das steigende Infektionsgeschehen reagieren. Das setzt organisatorische und personelle Planungs- sowie Umsetzungsarbeit voraus, ganz im Sinne unseres atmenden Konzeptes, mit dem wir unsere Häuser an den Bedarf an Covid-Behandlungsplätzen anpassen", so Dr. Peter Kraemer, Medizinischer Direktor des Ortenau Klinikums. Das Ortenau Klinikum stelle immer so viele Intensivkapazitäten zur Verfügung, wie für die Versorgung von Covid-19-Patienten benötigt würden. Darüber hinaus erfülle das Ortenau Klinikum die Vorgaben des Landes Baden-Württemberg.

Christian Keller und Dr. Peter Kraemer appellieren eindringlich, die aktuellen Impfangebote wahrzunehmen. Alle Ungeimpften sollten sich jetzt die erste und zweite Impfung holen, Geimpfte die Angebote für eine Auffrischungsimpfung wahrnehmen. Eine höhere Impfquote in der Bevölkerung sei auch für die Entlastung des Personals in den Kliniken dringend erforderlich. Nach fast zwei Jahren Pandemie sei das Personal zusehends am Rande der Belastungsgrenze.

Wirtschaftliche Absicherung der Kliniken

Die beiden Mitglieder der Geschäftsführung fordern die Politik im Bund und im Land erneut auf, für die wirtschaftliche Absicherung der Kliniken zu sorgen. Als der Krankenhausschutzschirm für das Jahr 2021 konstruiert wurde, sei man sich in Berlin und Stuttgart sicher gewesen, dass die Kliniken ab diesem Sommer wieder weitgehend unter Normalbedingungen arbeiten könnten. Tatsächlich dauere die Pandemie nun aber schon viel länger an. "Das reißt tiefe Löcher in die Kassen der Krankenhäuser und hinterlässt Spuren beim Personal."

An Bund und Länder sowie die Tarifpartner appellieren Keller und Dr. Kraemer: „Wir brauchen bundesweit für die Beschäftigten in der Pflege echte, nachhaltige Anreize und starke Zeichen der Wertschätzung für Pflegeberufe, wenn wir auch in Zukunft Pflege in den Kliniken sicherstellen wollen.“

Autor:

Christina Großheim aus Offenburg

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