Lieferkette für Schutzausrüstung steht
Stadt Offenburg nutzt Kontakt nach China

THW und Feuerwehr arbeiten bei der Abholung der Schutzausrüstung in Frankfurt Hand in Hand.
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  • THW und Feuerwehr arbeiten bei der Abholung der Schutzausrüstung in Frankfurt Hand in Hand.
  • Foto: Stadt Offenburg
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Offenburg (st). Voller Erleichterung nehmen Pflegediensteinrichtungen und Klinikpersonal in der Ortenau dieser Tage dringend benötigte Mundschutzmasken und Anzüge entgegen. Der Stadtspitze und der Feuerwehr Offenburg ist es in kurzer Zeit gelungen, zwischen China und Offenburg eine funktionierende Lieferkette für Corona-Schutzausrüstung aufzubauen.

Als das Elsass vor vier Wochen zur Sperrzone erklärt wurde und auch Südbaden mit den ersten Covid-19-Fällen zu kämpfen hatte, war Oberbürgermeister Marco Steffens und Peter Schwinn, dem Leiter Brand- und Zivilschutz, klar, dass die Welle der Corona-Infektionen auch Offenburg erreichen wird. Ein Blick nach China, nach Südkorea und Italien zeichnete das Bild deutlich vor: „Je besser das medizinische Personal geschützt ist, desto niedriger das Übertragungsrisiko auf die Patienten“, so Oberbürgermeister Steffens. Nur mit entsprechender Schutzausrüstung können Ärzte und Pflegekräfte sicher arbeiten. Aus diesem Grund hat der „Verwaltungsstab Corona“ bereits frühzeitig und vorausschauend eine Lieferkette für Schutzausrüstung etabliert. „Uns ist es wichtig, gerade die Pflegeheime besonders gut auszustatten“, bekräftigt Peter Schwinn das Ziel der Stadt Offenburg.

Keine Hilfe von außen zu erwarten

Der Markt für die wirksamen FFP2-Masken, Schutzbrillen und -anzüge ist jedoch europaweitleergefegt. Der gute Kontakt zwischen Oberbürgermeister Steffens und einer Offenburger Firma, die seit Jahren Importgeschäfte mit China tätigt, gab in dieser Krisenzeit die Initialzündung für den Aufbau einer kurzen und direkten Lieferkette. Die Feuerwehr Offenburg sammelt dafür als Koordinierungsstelle seit zehn Tagen die Bedarfsmeldungen von Pflegeeinrichtungen, Kliniken sowie Rettungs- und Polizeidienststellen in und um Offenburg. Insgesamt haben bisher 18 Städte und Einrichtungen ihre Bedarfe gemeldet. So wurden bereits rund 180.000 FFP2-Masken angefragt. Konkret sind 300.000 FFP2-Masken, 500.000 OP-Masken, 30.000 Schutzanzüge sowie 5.000 Schutzbrillen bestellt. So können große Kontingente an Ausrüstung zu relativ günstigen Preisen direkt über den vertrauenswürdigen Kontakt in China bestellt werden. Da Luftfrachtkapazitäten aktuell weltweit sehr beschränkt sind und Lieferungen in hohen Stückzahlen nur begrenzt aufgenommen werden können, kommen die Offenburger Bestellungen in mehreren Etappen an. Insgesamt konnten erfreulicherweise bereits 25 Prozent der geforderten Schutzausrüstung ausgeliefert werden. „An der Ausgabestelle erleben wir große Erleichterung und Dankbarkeit beim betroffenen Personal, welches die Schutzausrüstung dringend benötigt“, so Peter Schwinn.

Schutzausrüstung ist dem Gesundheitswesen vorbehalten

Mit Frachtfliegern landen regelmäßig große Chargen Schutzausrüstung für Offenburg am Frankfurter Flughafen. Die THW Ortsgruppe und die Feuerwehr Offenburg nehmen die Kisten direkt auf dem Flughafengelände in Empfang. Gegen einen Abholschein konnten schon Einrichtungen des Gesundheitswesens wie das Vinzentiushaus, Pflegeeinrichtungen des Paul-Gerhardt-Werks, der DRK Rettungsdienst und das Ortenau Klinikum Masken und Schutzanzüge persönlich entgegennehmen. Von der unkonventionellen Offenburger Lieferkette profitieren derzeit auch Städte wie Kehl, Lahr und das Gesundheitsamt Ortenau. Durch das Engagement der Stadt erhoffen sich Oberbürgermeister Marco Steffens und sein
Team, gehäufte Covid-19-Todesfälle, wie sie in Pflegeheimen in Wolfsburg oder Würzburg auftraten, zu vermeiden.
In Sachen Schutzausrüstung ist die Stadt Offenburg demnach vorerst außergewöhnlich gut aufgestellt.

Autor:

Christina Großheim aus Offenburg

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