Frank Schilli spielt Kammermusik
Ein Teil eines Streichtrios

Frank Schilli und sein Instrument: Als Musiker liebt er die Kammermusik und er unterrichtet mit Leidenschaft an der Musikschule Offenburg.
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  • Foto: Michael Bode
  • hochgeladen von Christina Großheim

Offenburg (gro). "Musik muss aus einem herauskommen", ist sich Frank Schilli sicher. "Man muss jeden Tag zu seinem Instrument greifen wollen und Freude daran haben." Der Geiger macht aber auch keinen Hehl daraus, dass es Momente gibt, in denen ein Musiker sich durchbeißen muss.

"Meine Eltern waren keine Musiker, aber sie hatten Spaß daran, dass ihre Kinder ein Instrument erlernen", erzählt der gebürtige Offenburger aus seiner Kindheit. Die Lust daran wurde durch einen Freund der Eltern geweckt, der Geige spielte. "Wir waren ganz fasziniert, wenn er spielte", erinnert sich Frank Schilli. Da sein älterer Bruder Rolf bereits Violine und Viola lernte, entschied er sich für die Geige. "Wir wollten zusammenspielen", sagt Frank Schilli. Eine Entscheidung, die das ganze Leben hielt. Denn die beiden Brüder haben sich für den Beruf des Musikers entschieden und sind Teil des Offenburger Streichtrios, das von Markus Merker komplettiert wird.

Musikschule begleitet ihn durchs Leben

Auch der Musikschule in Offenburg ist Frank Schilli schon lange verbunden. "Ich hatte mit sieben Jahren den ersten Unterricht", erzählt der heute 55-Jährige. Die Musikschule war damals frisch gegründet worden und wurde von Persönlichkeiten wie Karl Rubi geprägt. "Wir hatten gute Lehrer", blickt Schilli zurück. "Sie haben auch darum gekämpft, dass wir bis heute Stabilität in der Musikschule haben. Auch viele Privatleute engagieren sich, so ist die Musikschule bis heute der Kern des kulturellen Lebens in Offenburg." Schon während seines Studiums gab er die ersten Kurse dort, heute ist er Fachbereichsleiter Streichinstrumente.

"Ursprünglich wollte ich in Richtung Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaft", sagt Frank Schilli. Doch mit 15 Jahren stand für ihn fest, dass die Musik nicht nur ein Hobby bleiben soll.

Fleiß allein reicht für einen Musiker nicht aus

"Ich erhielt Unterricht bei der Pflüger Stiftung Freiburg, einer Art Vorklasse für das Hochschulstudium", schildert der Musiker seinen Werdegang. "Dort traf ich nicht nur auf Friedemann Treiber und Tabea Zimmermann, sondern auch viele junge Musiker aus Asien und den osteuropäischen Staaten. Die haben sehr zielorientiert gearbeitet." Für Schilli war dies Ansporn, aber auch Mahnung. "Ich sah den Unterschied zwischen Musikern, die neben Fleiß auch eine große Begabung mitbrachten, und solchen, die sich nur durch enormen Fleiß so weit gebracht hatten. Sie sind dort an ihre Grenzen gestoßen und gescheitert."

Schilli verlor sein Ziel jedoch nicht aus den Augen: Er studierte in Würzburg, Frankfurt und Basel. In dieser Zeit entdeckte er seine Liebe zur Kammermusik und das Unterrichten. Einen Nachmittag in der Woche gab er Kurse an der Musikschule Offenburg. "Ich habe eine Leidenschaft fürs Unterrichten. Dabei ist egal, ob es sich um kleine Kinder, Jugendliche oder auch Erwachsene handelt", schwärmt Schilli. "Einen 70-Jährigen noch nach vorne zu bringen, ist auch toll."

Mit Offenburger Streichtrio international bekannt

Mit seinem Bruder Rolf und Hans Michael Eckert gründete er das Offenburger Streichtrio. Rasch zogen sie Aufmerksamkeit auf sich, vor allem nachdem sie 1987 den Deutschen Musikpreis gewonnen hatten. "Wir hatten die Gelegenheit, internationale Konzerte zu spielen. Aber unser Cellist war ja eigentlich Zahnarzt." Er zog sich zurück und Martin Merker kam dazu. In dieser Besetzung haben sie seitdem in mehr als 30 Ländern gespielt, pro Jahr stehen zwischen 20 und 30 Konzerte an. "Ich habe fast zehn Jahre als quasi freiberuflicher Musiker gearbeitet, dann kam der Punkt, an dem ich eine feste Anstellung besser fand", beschreibt Schilli die Entscheidung für eine Vollzeitstelle an der Musikschule. Eine Rolle spielte dabei ebenso, dass er eine Familie gründete.

1995 rief das Offenburger Streichtrio in Zusammenarbeit mit dem Kulturbüro der Stadt die Kreuzgangkonzerte ins Leben. "Das Regionale war der Reiz. Wir wollten immer zeigen, was möglich ist und haben es geschafft, internationale Künstler nach Offenburg zu holen." Am kommenden Wochenende, 17. bis 19. Juli, ist es wieder soweit: Unter besonderen Bedingungen werden sechs verkürzte Konzerte gespielt. "Karten gibt es nur noch für den Klavierabend", freut sich Schilli, über den guten Zuspruch in Corona-Zeiten.

Autor:

Christina Großheim aus Offenburg

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