Gegen das Insektensterben
Gute Ideen für Lebensräume

Hanspeter Püschel

In Bayern fordert das Volksbegehren "Rettet die Bienen" zum Handeln gegen das Insektensterben auf. Wie es um die Situation der Insekten in der Ortenau bestellt ist, dazu sprach Rembert Graf Kerssenbrock mit Hanspeter Püschel, Amt für Umweltschutz beim Landratsamt.

Interview mit Hanspeter Püschel

Wie sieht es mit Insektenpopulationen in der Ortenau aus?
Im Ortenaukreis gibt es keine Angaben darüber. Aber die Situation ist mit dem überregionalen Trend vergleichbar. Lebensraumverluste, Lichtverschmutzung und Insektizide führen zum Rückgang der Populationen. Der Klimawandel führt außerdem zu einer Verschiebung des Arteninventars. Manche Insektenarten profitieren davon, bei uns etwa die Gottesanbeterin.

Gibt es besondere vom Aussterben bedrohte Arten?
Insektenarten mit komplizierten Entwicklungsstadien sind vom allgemeinen Rückgang stärker betroffen. Seltenere Arten, wie bestimmte Schmetterlinge und Libellen, sind auch stärker bedroht.

Welche Projekte zum Schutz von Insekten gibt es?
Blühwiesen, Acker- und Gewässerrandstreifen können wertvolle Lebensräume für Insekten sein. Das Land fördert die naturnahe Bewirtschaftung dieser Flächen. Auch gestaffelte Mähtermine und das Stehenlassen von Blühstreifen für den streng geschützten Wiesenknopf-Ameisenbläuling ist ein wichtiger Beitrag. Ein Projekt in den Rheinauen und Elzwiesen hat speziell den Schutz von Libellen zum Ziel.

Was können weitere Vorhaben sein?

Bei größeren Projekten ist es wichtig, sogenannte Trittsteine mit Lebensräumen einzuplanen und auch Gartenbesitzer können zum Erhalt beitragen, indem sie naturnahe Lebensräume belassen und von Schottergärten absehen. Auch können beim Rasenmähen Blühstreifen stehen bleiben. Insektenhotels für Wildbienen am Wohnhaus oder auf dem Balkon sind eine gute Idee. Außerdem wertet eine Vielfalt an möglichst einheimischen Blütenpflanzen, die zur unterschiedlichen Zeiten blühen, den Lebensraum wesentlich auf.

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