Sonntagsporträt: Armin Mittelstädt
Mit sportlicher Ausdauer auch im Beruf unterwegs

"Ich glaube nicht, dass mit langweilig wird": Der heimische Garten, die sportlichen Ziele, seine Familie und das neue Erleben alter Spuren lassen den früheren KOA-Leiter Armin Mittelstädt entspannt die Altersteilzeit und den Ruhestand angehen. | Foto: Michael Bode
  • "Ich glaube nicht, dass mit langweilig wird": Der heimische Garten, die sportlichen Ziele, seine Familie und das neue Erleben alter Spuren lassen den früheren KOA-Leiter Armin Mittelstädt entspannt die Altersteilzeit und den Ruhestand angehen.
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  • hochgeladen von Rembert Graf Kerssenbrock

Offenburg Arbeitslosigkeit beseitigen, Arbeitsplätze schaffen, die Gesellschaft verbessern, nennt Armin Mittelstädt als seine hehren Ziele in den vergangenen Jahrzehnten, in denen das Thema Arbeitsmarkt in seinem Fokus stand. Bei seiner letzten beruflichen Station baute Mittelstädt ab 2005 beim Landratsamt die Kommunale Arbeitsförderung (KOA) auf, die er 18 Jahre lang leitete. Seit Anfang Mai befindet er sich in der Resturlaubs- und Freistellungsphase der Altersteilzeit, die 2024 endet. Eigentlich dachte er, dass seine künstlerische Ader Basis für seine berufliche Zukunft sein wird. 1958 in Siegen geboren, bekam er aber nach der Hauptschule keinen Platz, um grafischer Zeichner in seiner Heimatstadt zu werden. So wurde er Schaufenstergestalter.

Studium in Dortmund, Bremen und London

Mittelstädt machte am Siegerland-Kolleg sein Abitur auf dem zweiten Bildungsweg und entdeckte sein großes Interesse an Politik und Wirtschaft. Das Studium der Wirtschaftswissenschaften, zunächst an der Sozialakademie in Dortmund, später an der Uni Bremen, gab die neue berufliche Richtung vor. Ein Stipendium der Hans-Böckler-Stiftung ermöglichte ihm einen Aufenthalt an der renommierten London School of Economics and Political Sciences. "Darauf, dass meine Bewerbung angenommen wurde, bin ich heute noch stolz", so Mittelstädt. Nach dem Abschluss als Diplom-Ökonom blieb er 1989 als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität. Dann folgten Angebote für "Traumjobs": Über eine Referententätigkeiten bei der Angestelltenkammer hatte er ab 1995 beim Bremer Senator für Arbeit die Marktpolitik im Visier. "Ich trug mit dazu bei, über 1.000 Arbeiter vor Arbeitslosigkeit zu bewahren", so Mittelstädt über den Konkurs der Vulkan-Werft.

Aus privaten Gründen orientierte sich Mittelstädt in der Folgezeit gen Süden und leitete zunächst die Regiestelle Kommunale Arbeitsförderung in Kaiserslautern. Wieder galt es mehrere hundert Mitarbeitende des in Insolvenz geratenen Nähmaschinenherstellers Pfaff durch Fördermaßnahmen vor Arbeitslosigkeit zu schützen. Mittelstädt hinterließ nachhaltigen Eindruck. Beim zuständigen Ministerium in Mainz wurde er Referatsleiter für Arbeitsmarktpolitik. Nicht lange, denn Landesarbeitsminister Florian Gerster nahm Mittelstädt bei dessen Wechsel zum Vorstandvorsitzenden der Bundesagentur für Arbeit nach Nürnberg mit.

Von Nürnberg in die neue Heimat Offenburg

Von dort führte Mittelstädts Weg nach Offenburg: "Es ist reizvoll als ein Hauptakteur im Bereich Arbeitsmarkt in einer Region tätig zu sein." Die Ortenau wurde ihm, seiner Frau Dagmar Fleck und zwei gemeinsamen Söhnen zur Heimat. "In Kaiserslautern, Mainz und Nürnberg hatte es noch nicht geklappt, zusammenzuziehen", erzählt Mittelstädt über die bis dahin andauernde Fernbeziehung.
Ausdauer beweist Mittelstädt auch sportlich: Seine Kollegen haben ihm zum Abschied die Teilnahme am Bremer Halbmarathon geschenkt. Früher absolvierter er die volle Distanz von über 42 Kilometer. Am heutigen Sonntag läuft er den Offenburger Stadtlauf, der Ortenauer Laufnacht, der Sonnenwendlauf und andere Ereignisse stehen im Kalender. Um "alte Spuren" neu zu erleben, plant er, sie mit dem Multivan abzufahren. Zudem "schiebe ich eine Bugwelle privater Aufgaben vor mir her", erzählt Mittelstädt, während sein Blick zur Mauer im hauseigenen Garten wandert, die frisch verputzt werden soll.  rek

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