"Schule ohne Rassismus"
Rote Karte für Ausgrenzung an den Klosterschulen Offenburg

Bei der Titelverleihung 2017 war auch Pate Dr. Wolfgang Schäuble dabei.
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  • Bei der Titelverleihung 2017 war auch Pate Dr. Wolfgang Schäuble dabei.
  • Foto: Klosterschulen Offenburg
  • hochgeladen von Anne-Marie Glaser

Offenburg "Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage" ist das bundesweit größte Schulnetz. Über 2.700 Schulen gehören ihm derzeit an. Auch in unserer Region haben sich Schulen dem Projekt angeschlossen. Im Rahmen der Aktion des Bundesverbands Deutscher Anzeigenblätter (BVDA) "Das geht uns alle an!" stellen wir in unserer Serie in loser Folge Aktivitäten und Menschen rund um "Schule ohne Rassismus" vor. Dagmar Jäger hat die Klosterschulen Unserer Lieben Frau in Offenburg besucht und dort mit Schülerinnen und Schulleiter Wilfrid Arens gesprochen.

Vielfältiges Engagement

Seit zwei Jahren sind die Mädchen-Klosterschulen eine "Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage". Über 90 Prozent der Schülerinnen und ihrer Eltern, der Lehrer und aller Mitarbeiter haben in einer Selbstverpflichtung die Leitsätze des Projekts unterschrieben. Deren Kernaussagen lauten: Wir gestalten das Klima an unserer Schule aktiv mit und wenden uns bewusst gegen jede Form von Diskriminierung, Mobbing und Gewalt. "Wir sind auch Unesco-Schule und leben unser christliches Selbstverständnis. Unsere Schülerinnen engagieren sich in vielfältiger Weise für Gleichberechtigung, Frieden und Umwelt", sagt Schulleiter Arens. So geben sie Flüchtlingskindern Nachhilfe, demonstrieren für Frauenrechte, beteiligen sich an Flashmobs oder putzen Stolpersteine zum Gedenken an die Reichsprogromnacht. Schülerinnen der unterschiedlichsten Konfessionen und Nationalitäten besuchen hier die Realschule und das Gymnasium – da soll sichergestellt sein, dass sie Hilfe finden, wenn sie Schwierigkeiten haben. "Zusätzlich zu unseren Vertrauenslehrern und pädagogischen Fachkräften haben die 5. und 6. Klassen Patinnen", erzählen die Schülerinnen Jaana, Jule und Leonie. Die Patinnen, Schülerinnen aus den 9. Klassen, werden gut geschult, beispielsweise im Schlichten von Streit. Ausgrenzung und Mobbing wird so in der Gemeinschaft die rote Karte gezeigt.

Zivilcourage

Die Schule unterstützt die Aktivitäten ihrer Schülerinnen und motiviert zu selbstständigen Aktionen. Im Rahmen eines Wettbewerbs der Bundeszentrale für politische Bildung konnten sie vor Kurzem einen Film drehen über das Thema Zivilcourage. Der kam gut an. Sie gewannen den ersten Preis und durften eine Woche nach Berlin fahren. Dort besuchten sie nicht nur Angela Merkel, sondern auch den Paten ihrer "Schule mit Courage". "Mit Herrn Dr. Wolfgang Schäuble hat unsere Schule einen tollen Paten gewonnen. Er kann gut mit jungen Menschen und schafft es, auch komplizierte Sachverhalte verständlich weiterzugeben", sagt Arens. Schäuble pflegt die Patenschaft und kennt sich in Offenburg gut aus. Auch außerhalb steht die Schule zu ihren Überzeugungen. "Es ist wichtig, die Kritikfähigkeit zu schärfen und zur eigenen Haltung zu stehen", davon sind Jaana, Jule und Leonie überzeugt.

Wir engagieren uns

Jaana (16): "Ungerechtigkeit ist etwas, das ich gar nicht leiden kann. Da muss ich einfach in jeder Form etwas dagegen tun. Es erschreckt mich, in welche Richtung sich unsere Gesellschaft gerade entwickelt. Weil ich finde, dass hier etwas schief läuft, mache ich in möglichst kreativer Form darauf aufmerksam. Ich gehe auch direkt auf andere zu und versuche, ins Gespräch zu kommen."
Leonie (16): "Ich möchte andere Leute zum Nachdenken anregen. Alles zu hinterfragen ist wie Steine in die richtige Richtung zu legen. Wir genießen Meinungsfreiheit in unserem Land, da sage ich auch meine offen. Wegschauen ist keine Option."
Jule (18): "Ich sitze nicht in der Schule, um nur den Unterrichtsstoff zu lernen. Es geht um unsere Zukunft. Da will ich auch lernen, worauf es wirklich ankommt im Leben. Dass man beispielsweise nicht einfach andere Meinungen nachplappert sondern sich klarmacht, für welche Werte man selber eintritt."

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