Kinder werden im Stadteil- und Familienzentrum Stegermatt besonders gefördert
Vom sozialen Brennpunkt zur Bürgergemeinschaft

Das Archiv der Aktivitäten: Leiter Joachim Riffel ist stolz auf das "Gedächtnis" des SFZ Stegermatt.
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  • Foto: Dagmar Jäger
  • hochgeladen von Rembert Graf Kerssenbrock

Offenburg (djä). Seit über 20 Jahren sind die Stadtteil- und Familienzentren (SFZ) der Stadt Offenburg ein wichtiger Bestandteil des städtischen Konzepts für ein „kinder- und familienfreundliches Offenburg“. Mit den Zentren wurden eigene, lokale Infrastrukturen für soziale Dienstleistungen geschaffen, von der Kindertagesstätte ab dem ersten Lebensjahr bis zur Erwachsenen- und Seniorenarbeit. Sechs dieser gemeinwesenorientierten Begegnungsstätten gibt es in Offenburg.
"Wir sind das etwas andere SFZ" heisst es in Stegermatt. 1996 schlossen sich alle bisher dort tätigen Institutionen zum gemeinsamen Stadtteil- und Familienzentrum Stegermatt (SFZS) zusammen. Die Geschichte dieses Quartiers ist eine besondere. In Stegermatt wurden in den Zwanziger Jahren erste Behelfswohnungen einfachster Bauweise als Wohnraum für Großfamilien, Arbeitslose und Gelegenheitsarbeiter errichtet. Viele Gruppen zogen zu, wie Landfahrer, Wanderarbeiter und Roma aus Mazedonien. Eine Entwicklung hin zu einem "sozialen Brennpunkt" war unausweichlich. Seit den Siebziger Jahren wurde deshalb viel Geld in neuen oder sanierten Wohnraum und in den Aufbau einer gemeinwesenorientierten Infrastruktur investiert. Die Bewohner wurden in die Entwicklung einbezogen und es entstand ein lebendiges Mit- und Füreinander mit gemeinsamen Aktionen und Aktivitäten im Stadtteil. In den Räumen des SFZS am Mühlbach, der früheren Villa Pfähler, trifft der Besucher auf die Zeitzeugen der Geschichte: unzählige Fotos dokumentieren rund hundert Jahre Leben im Stadtteil.
Besondere Aufmerksamkeit gilt den Kindern und Jugendlichen in Stegermatt. In der Kindertagesstätte werden Kinder von einem Jahr bis zum Schuleintritt betreut und gefördert. Im September 2011 wurde an der Konrad-Adenauer-Schule die gebundene Ganztagesgrundschule mit sozialpädagogischem Schwerpunkt eingeführt. Seither ist das pädagogische Team des SFZS dort tätig. Beim sogenannten Team-Teaching sind jeweils ein Lehrer der Schule und ein Erzieher des SFZS gemeinsam für eine Schulklasse verantwortlich. Die Vorteile: da auch die Räumlichkeiten vorhanden sind, kann beispielsweise Einzelförderung stattfinden oder es können Lerngruppen entsprechend der unterschiedlichen Leistungsniveaus der Kinder gebildet werden. Erfolge sind deutlich. Als der Leiter des SFZS, Joachim Riffel, 1989 in Stegermatt zu arbeiten begann, besuchten ein Drittel der Kinder eine Förderschule. Kein Kind ging in eine weiterführende Schule. 2016 – fünf Jahre nach Einführung der Ganztagsschule – besuchten sechs Prozent der Kinder eine Förderschule. Das ist Bundesdurchschnitt. 50 Prozent wechselten auf weiterführende Schulen. "Es war sehr wichtig, den Eltern klarzumachen, welch große Rolle das Lernen spielt. Es gibt nur einen Weg aus der Armut und der heißt Bildung", ist Riffel überzeugt.
Etwa 60 Prozent aller Wohnungen in Stegermatt gehören der Wohnbau Offenburg. Eine "Wohnungsbelegungskommisssion" aus Vertretern des SFZS, der Aktionsgemeinschaft Stegermatt und der Wohnbau entscheiden, wer aus dem Kreis der Bewerber eine Wohnung in welchem Haus bekommt.
"Ein Phänomen unseres Stadtteils ist die große Hilfsbereitschaft der Bewohner. Das soziale Miteinander steht auch im SFZS im Mittelpunkt", sagt Joachim Riffel.

Autor:

Rembert Graf Kerssenbrock aus Kehl

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