Peter Schirrmacher ist besser bekannt als DJ Crazie Pee

In seiner Anfangszeit spielte DJ Crazie Pee hauptsächlich Black Music, inzwischen vor allem Musik aus den 70ern, 80ern und 90ern. Außerdem ist er ein großer Fan von Schlager-Partys.
  • In seiner Anfangszeit spielte DJ Crazie Pee hauptsächlich Black Music, inzwischen vor allem Musik aus den 70ern, 80ern und 90ern. Außerdem ist er ein großer Fan von Schlager-Partys.
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Offenburg-Zell-Weierbach. Sein bürgerlicher Name ist Peter Schirrmacher. Besser bekannt ist er
allerdings als DJ Crazie Pee. „Den Namen haben mir Freunde gegeben“,
sagt der 40-Jährige. Pee ist die Abkürzung für Peter und Crazie wurde
angehängt, weil er einfach ein verrückter Entertainer ist. Keine Sekunde
kann der DJ hinter seinem Pult still stehen. Wenn er auflegt, dann geht
Peter Schirrmacher ab wie eine Rakete. Inzwischen spielt er aber nicht
nur die Lieder anderer Interpreten ab. Gerade hat DJ Crazie Pee selbst
einen Song aufgenommen: „King of Pop“. 

„Zwei befreundete Musiker kamen auf mich zu und fragten, ob ich mir vorstellen könnte, selbst zu
singen. Sie hätten ein Lied für mich“, erzählt er. Es ist ein
Stimmungslied und geeignet, den Ballermann-Besuchern einzuheizen. Auf
die Frage, ob er eine Karriere als Sänger anpeilt, erklärt er: „Schön
wäre es schon. In jedem Fall würde ich mich freuen, wenn das Lied den
Leuten gefällt.“ 

Mit Musik ist Peter Schirrmacher aufgewachsen. Zu Hause lief den ganzen Tag das Radio und der Vater besaß eine riesige
Plattensammlung. Während andere Kinder einen schlichten
Kassettenrekorder hatten, nannte er schon einen Plattenspieler,
Verstärker und Boxen sein eigen. Außerdem trug Peter Schirrmacher einen
Großteil seines Taschengelds in die Plattenläden. Seine erste Berührung
mit der Disco-Szene hatte er im Jugend-Treff in Zell-Weierbach. Dieser
war montags, mittwochs sowie freitags geöffnet, Zutritt erst ab 14
Jahre. Ein Zwölfjähriger hatte eigentlich keine Chance reinzukommen.
Aber Peter Schirrmacher fand einen Weg: „Samstags wurde im Treff immer
sauber gemacht. Dann trieb ich mich vor dem Eingang herum.“ Wenn
diejenigen, die zum Putzdienst eingeteilt waren, keine Lust dazu hatten,
hieß es dann schon mal: „Komm rein und hilf.“ Im Gegenzug ließen sie
Peter Schirrmacher am nächsten Montag oder Mittwoch in den Jugend-Treff.

Mit 14 endlich offizieller Jugend-Treff-Besucher, erzählte er dem DJ dort, wie viele Platten er besaß. Dieser lachte ihn zuerst nur
aus. Um so größer das Staunen, als Peter Schirrmacher seine Sammlung
mitbrachte. Ab diesem Abend durfte er auflegen. Nachdem der Stamm-DJ in
ein Lokal in Kehl wechselte, übernahm der Jugendliche das Pult im Treff
sogar an den Freitagen. Es sollte für ihn aber noch besser kommen. Nach
einiger Zeit brauchte sein Vorgänger jemanden, der ihn freitags in Kehl
vertrat. Also fuhr er den damals erst 15-jährigen Peter nach Kehl, damit
dieser dort für ihn den Job übernahm. Und weil der seine Sache gut
machte, fragte niemand so genau nach, wie alt er eigentlich war. Leider
auch nicht, wie er in den frühen Morgenstunden wieder nach Hause kam:
„Ich fuhr morgens um 6 Uhr mit dem Zug von Kehl nach Offenburg, wo ich
mit meinen Plattenkoffern an der Haltestelle auf den Bus nach
Zell-Weierbach wartete.“ Seine Mutter wusste von seinen Aktivitäten. Sie
ließ ihn gewähren, verlangte aber, dass er keinen Unfug machte. Hat er
aber trotzdem ab und zu getan, wie DJ Crazie Pee augenzwinkernd verrät. 

Das ganze Leben nur eine einzige Party? Nein, Peter Schirrmacher schloss
eine Ausbildung als Automechaniker ab, leistete Zivildienst und machte
später noch eine Ausbildung als Veranstaltungstechniker. Mit 25 gründete
er seine Event-Firma. Inzwischen übernimmt er die komplette
Organisation und Durchführung von Veranstaltungen aller Art. Das macht
Spaß, ist aber auch knochenharte Arbeit. Als DJ hat er sich
deutschlandweit ebenfalls einen Namen gemacht. Ob im Kraftwerk in
Rottweil, beim Schlagermove in Hamburg oder After-Show-Partys nach
Konzerten von Dieter Thomas Kuhn – DJ Crazie Pee sorgt für Stimmung. Er
bekam sogar ein Dankschreiben von Jogi Löw, nachdem er auf dessen
Privatparty den prominenten Besuchern mächtig eingeheizt hatte. Was er
auf Promi-Partys so erlebt, verrät der DJ aber nicht: „Diskretion ist
oberstes Gebot.“

Zum Thema weibliche Fans gefragt, verweist er lächelnd darauf, immerhin seit zwölf Jahren in einer glücklichen
Beziehung zu leben. In Kürze werden sogar die Hochzeitsglocken läuten.
Wenn DJ Crazie Pee nicht arbeitet, fährt er im Winter gerne Snowboard:
„Am liebsten spiele ich aber mit meinem dreijährigen Sohn. Das ist meine
größte Leidenschaft, die kommt sogar noch vor der Musik.“

Autor: Anne-Marie Glaser

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