Logistische Herausforderung
Erste Windkraftanlage am Hohenlochen am Netz

Die erste von vier Windkraftanlagen auf dem Hohenlochen ist ans Netz gegangen.
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  • Foto: Badenova/A. Walny
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Ortenau (gro). Die erste Windkraftanlage auf dem Hohenlochen ist am Mittwoch in Betrieb gegangen. Das letzte der zwölf Rotorblätter wurde am Donnerstag vom Lagerplatz Durben an der L94 zum Windpark gebracht. Um 10 Uhr startete der Transport mit dem Selbstfahrer, der mit Schrittgeschwindigkeit die Strecke zurücklegte. Eigentlich hätte der Windpark bereits Ende 2020 ans Netze gehen sollen, doch durch das Wetter und die Pandemie konnte der Termin nicht gehalten werden.

70 Meter lange Rotorblätter

Das Projekt der Badenova-Tochter Badenova Wärmeplus war eine logistische Herausforderung: Hergestellt wurden die Rotorblätter in Portugal. Von dort ging es mit dem Schiff nach Bremen. Die 70 Meter langen Rotorblätter wurden auf einen teleskopischen Spezial-LKW umgeladen und bis zur Lagerfläche bei Zell gefahren. Von dort wurden die Teile auf einen sogenannten Selbstfahrer gepackt. Dabei handelt es sich um eine fahrende Plattform, auf der besonders sperrige Stücke nicht liegend, sondern stehend transportiert werden können. Das Fahrzeug wird mittels Fernbedienung navigiert, der Fahrer begleitet es zu Fuß. Nur so konnten die sperrigen Bauteile durch die engen Kurven bis zur Baustelle am Hohenlochen gebracht werden.

Selbstfahrer im Einsatz

Die Route musste sorgfältig geplant werden: "Eine besondere Herausforderung war der Transport im steilen und bergigen Gelände", so Yvonne Schweickhardt, Pressesprecherin des Unternehmens. Entlang der Strecke mussten Kreisverkehre vorbereitet, Kabel abgehangen, Ampeln weggedreht und Äste abgeschnitten werden. "Wir wollten so wenig Bäume wie möglich fällen, deshalb waren wir froh, dass wir mit dem Selbstfahrer bis zur Baustelle fahren konnten. Das Anwinkeln der Flügel hat uns dabei enorm geholfen," so Schweickhardt. Zur Vorbreitung der Strecke gehörte auch den Untergrund für die schwer beladenen Fahrzeuge vorzubereiten. Dazu wurden Stahlplatten ausgelegt und die Fahrbahnränder geschottert. Im Winter musste außerdem ein Räumdienst mit Schneeschieben und dem Streuen von Salz für freie Bahn sorgen.
Begleitet wurde der Transport nicht nur vom Fahrer, sondern im Schnitt von drei Begleitfahrzeugen zur Sicherung. Außerdem waren Fahrzeuge für die Werkzeuge und mit Verpflegung mit auf dem Weg . Für das Team, das den Selbstfahrer zu Fuß begleitete, standen regelmäßig warmer Kaffee und Wasser bereit.

Nächste Schritte

Gebremst wurde der Transport lediglich durch das Wetter. "Der Wind, dann der Schnee und die Dunkelheit haben uns Schwierigkeiten bereitet", stellte Schweickhardt fest. Hinzu kommt: Selbstfahrer gibt es nicht oft und sind deshalb begehrt. Es musste zudem ein neuer Termin gefunden werden. Deshalb lagerten die Rotorblätter länger als beabsichtigt an der L94 und der Verkehr konnte an dieser Stelle nur einseitig mit einer Ampel geführt werden. Doch diese Zeiten sind nun vorbei: "Die Ampel ist abgebaut, auf dem Lagerplatz befinden sich nur noch die Baustellencontainer und die Einrichtungen vom Selbstfahrer. Sobald das Blatt am Bestimmungsort eingetroffen war, fuhr das Fahrzeug nach Zell und wurde für den Abtransport für das nächste Projekt vorbereitet. Die Werkzeuge und die Baustelleneinrichtungen werden aufgeräumt und abtransportiert. Eine Abstimmung zum Rückbau beziehungsweise Wiederherstellung des Parkplatzes und der Kreisverkehre mit der Stadt Zell und dem Regierungspräsidium erfolgt zeitnah", schildert die Unternehmenssprecherin die nächsten Schritte.

Drei weitere Anlagen

Im Windpark wird derzeit an den drei weiteren Anlagen gebaut. An der zweiten der insgesamt vier Windkraftanlagen haben die Inbetriebnahmearbeiten bereits begonnen. An der Windkraftanlage drei wurde bereits das erste Rotorblatt montiert. "Nach Abschluss der Montage starten die Arbeiten zur Netzanbindung und danach die Inbetriebnahme", so Schweickhardt. Danach wird der Kran zur Anlage vier gebracht, von der bislang nur der 90 Meter hohe Betonturm steht. Es müssen noch der Stahlturm, das Maschinenhaus, die Nabe und die Flügel montiert werden. "Nach Abschluss der Arbeiten wird der Rückbau der Flächen, die nicht benötigt werden, vorbereitet, so dass in den nächsten Jahren einige Flächen grüner werden", verrät die Unternehmenssprecherin.

Der Windpark Hohenlochen liegt auf der Gemarkung Oberwolfach und Hausach auf zirka 650 Meter Höhe. Wenn alle vier Windkraftanlagen mit je 4,2 Megawatt Nennleistung ans Netz gegangen sind, werden jährlich rund 34 Gigawattstunden Strom erzeugt. Das entspricht dem Jahresbdarf von rund 21.800 Personen. Die dadurch generierte CO2-Einsparung beträgt rund 19.000 Tonnen.

Die erste von vier Windkraftanlagen auf dem Hohenlochen ist ans Netz gegangen.
Es war eine Kunst, die 70 Meter langen Rotorblätter um die bewaldeten Kurven zu bekommen.
Autor:

Christina Großheim aus Offenburg

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