Schutzausrüstung
Versorgung in der Ortenau gesichert

Ortenau (st). Am Montag hat das sogenannte Corona-Krisenkabinett der Bundesregierung über die Probleme bei der Beschaffung von Schutzmaterial beraten. Engpässe gäbe es in Deutschland vor allem bei Schutzkleidung und Atemmasken. Diese müssten zu großen Teilen auf dem hart umkämpften Weltmarkt teuer beschafft werden. Teile der Regierung haben sich deshalb für Produktionsstandorte in Deutschland ausgesprochen.

Krisen-Stab „Corona“

Der Ortenaukreis hat die Beschaffungsengpässe in seinem Krisen-Stab „Corona“ unter Leitung von Landrat Frank Scherer schon früh thematisiert. „Gerade zu Beginn der Krise war die Lage unübersichtlich. Wir haben nun klare Strukturen geschaffen. Es gibt drei Stränge, die vordringlich versorgt werden müssen“, sagt Scherer und nennt dabei die Kliniken im Ortenaukreis, die ihre Beschaffung gut selbst organisiert haben, die niedergelassenen Ärzte, die über die kassenärztliche Vereinigung ausgestattet werden sowie weitere Bedarfsgruppen, die zentral über das Landratsamt versorgt werden. „Obwohl der Ortenaukreis grundsätzlich nicht für die gesamte Beschaffung von Schutzausrüstung im Kreis zuständig ist, haben wir frühzeitig Lieferketten erschlossen und viele Institutionen soweit wie möglich unterstützt sowie schnelle Amtshilfe für unsere Städten und Gemeinden geleistet“ informiert Landrat Scherer. „Dabei waren und sind wir sehr dankbar für die große Unterstützung durch Ortenauer Unternehmen mit guten Kontakten nach China und die Unterstützung der Großen Kreisstädte, auch bei der Logistik und Verteilung.“

1.7 Millionen Mund-Nasenschutzmasken

Auch durch persönliche Kontakte des Landrats konnte der Ortenaukreis und das Ortenau-Klinikum mehrere Tonnen an Schutzmaterial bestellen, darunter 1.7 Millionen Mund-Nasenschutzmasken/OP-Masken, rund 270.000 FFP2-Masken, 173.000 Schutzkittel, 5.000 Schutzbrillen und 75.000 Einmal-Handschuhe sowie speziell für das Ortenau Klinikum rund 200.000 Mund-Nasen-Schutzmasken und 100.000 FFP-2-Masken.
„Ein Großteil der Ware ist bereits angekommen und wird aktuell über unser Amt für Brand- und Katastrophenschutz nach klaren Prioritäten unseres Gesundheitsamts verteilt. Den Rest erwarten wir nach Ostern, auch dieses Material wird dann sofort verteilt“, sagt der Dezernent für Sicherheit und Ordnung, Reinhard Kirr: „Wir sind froh, dass wir damit gerade auch der angespannten Lage in den Pflegeheimen Rechnung tragen und diese schnell mit dringend benötigten Schutzmaterialien versorgen können.“ In diesem Zusammenhang lobt Landrat Scherer auch die gute Kooperation mit der Stadt Offenburg, die selbst ein Kontingent von 200.000 FFP-2-Masken und 20.000 Infektionsschutzanzügen aus China organisierte. Daraus und aus kleineren Chargen des Landes, unter anderem 16.000 Handschuhe, 14.000 Mund-Nasenschutze, 2.200 FFP-2-Masken und 300 Schutzkittel, hat das Gesundheitsamt des Ortenaukreises bereits vergangene Woche Einrichtungen mit Bedarf versorgt.

Pflegedienste

„Nun können wir nachlegen und diese Woche erneut, insbesondere auch die ambulanten Pflegedienste, unbürokratisch und schnell versorgen. Auch Reha-Kliniken, Hebammen und Zahnärzte, die ebenfalls dringenden Bedarf haben, können wir beliefern“, so der Landrat. Nach Ostern würden zudem Physio- und Ergotherapie- sowie Substitutionspraxen versorgt werden. Das Ortenau Klinikum sei bereits durch eigene Beschaffungen und den Lieferungen des Landkreises ausreichend versorgt.

Ausstattung der Praxen

In den Praxen der niedergelassenen Ärzte im Ortenaukreis gäbe es einen Bedarf an Schutzausrüstungen, wie Doris Reinhardt, Hausärztin und Kreisbeauftragte der Kassenärztlichen Vereinigung (KV), mitteilt. Die KV habe bereits eine umfassende Beschaffung organisiert, sei aber auch von Lieferschwierigkeiten betroffen. „Aber nicht nur die Praxen, sondern auch die neuen Versorgungsstrukturen mussten und müssen umfangreich ausgestattet werden, das ist ein Kraftakt. Deswegen bin dem Landrat dankbar, dass der Ortenaukreis mit einer unkomplizierten Unterstützung die Ausstattung der Praxen mit Schutzmasken unterstützt hat“, so Reinhardt.

Ortenau Klinikum

Die verschiedenen Bedarfsgruppen werden im Kreis in normalen Zeiten auf unterschiedlichen Wegen mit Schutzmaterial versorgt, erläutert Reinhard Kirr, zuständiger Dezernent für Sicherheit und Ordnung des Ortenaukreises. „So werden die niedergelassenen Ärzte über die Kassenärztliche Vereinigung versorgt, die Bundes- und Landespolizei durch die Innenministerien, Gemeindefeuerwehren wiederum durch die Kommunen und die Einheiten des Katastrophenschutzes über den Ortenaukreis“, so Kirr. Einrichtungen des Gesundheitswesens, Pflegeheime, Krankenhäuser und Rehakliniken seien normalerweise selbst für die Beschaffung von Schutzausrüstung verantwortlich, so versorge sich auch das kreiseigene Ortenau Klinikum grundsätzlich selbst. „Unabhängig von diesen Zuständigkeiten haben wir aber angesichts der angespannten Lage ein zentrales Ressourcenmanagement für Schutzausrüstung eingerichtet“, so Kirr. „Um noch effektiver zu werden und die Schutzkleidung gezielt und koordiniert dorthin zu verteilen, wo sie am dringendsten gebraucht wird, bündeln wir die Kräfte, insbesondere auch mit der Stadt Offenburg, die ebenfalls gute Beschaffungserfolge für Schutzkleidung erzielt hat“, erklärt der Dezernent.
Alle Einrichtungen im Ortenaukreis, die Bedarfe an Schutzkleidung und –material haben, melden diese zentral an das Landratsamt (schutzkleidung@ortenaukreis.de). Sie werden vom Amt für Brand- und Katastrophenschutz erfasst und schnellstmöglich bearbeitet. „Der Ortenaukreis wird die Beschaffungen kreisweit tätigen und die Verteilung priorisieren, während die Feuerwehr Offenburg ab nächster Woche die gemeinsame Zentrale Ausgabestelle auf dem Messegelände in Offenburg betreibt“, erklärt Kirr, der auch den Großen Kreisstädte Achern, Kehl, Lahr und Oberkirch für die logistische Unterstützung bei der Material-Verteilung dankt.

Autor:

Anne-Marie Glaser aus Offenburg

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