Günstige Lebensmittel sind immer stärker gefragt

Anlaufstation Offenburger Tafel: Etwa 120 Asylbewerber mehr in Offenburg und Gengenbach verzeichnen die Helfer.
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Ortenau. Die Nachfrage in den Geschäften der Ortenauer Tafeln steigt. „Unser Kundenstamm hat sich in den vergangenen Monaten deutlich vergrößert“, so Albert Guhl, erster
Vorsitzender des Nachbarschaftsnetzes Kehl-Dorf, das die Kehler Tafel
betreibt. „Zu uns kommen rund 40 Kunden am Tag“, weiß Teamleiterin
Elfriede Feuchter. Der Grund für den Zulauf liegt in der steigenden Zahl
der Flüchtlinge und Zuwanderer. „Fast täglich kommen neue Menschen
hinzu, die auf günstige Lebensmittel angewiesen sind“, so Albert Guhl.

Deshalb suchen die Organisatoren der Kehler Tafel ehrenamtliche Mitstreiter.
„Wir brauchen dringend noch Helfer mit Führerschein, im Augenblick haben
wir nur einen Fahrer“, erklärt Elfriede Freuchter (Telefon
07851/483714). Die Fahrer sorgen dafür, dass die Lebensmittel von den
Firmen, die sie den Tafeln zur Verfügung stellen, auch in die Läden
kommen. Dabei helfen sich die Ortenauer Tafeln untereinander aus. „Mit
den Offenburgern arbeiten wir eng zusammen“, sagt Elfriede Feuchter. Zu
den Firmen, welche die Kehler Tafel versorgen, gehören große
Speditionen, aber auch ortsansässige Bäcker und Käsevertriebe.

Im Augenblick arbeiten durchschnittlich zwölf Helfer bei der Tafel. Vor
allem montags ist viel zu tun, an anderen Tagen sorgen auch mal nur fünf
Paar fleißige Hände dafür, dass die Waren in den Regalen liegen, wenn
die Kunden kommen. „Im Verkauf wäre auch noch Personal mit
Kassenerfahrung wichtig“, stellt Elfriede Feuchter fest. „Unser Angebot
ist groß, aber wir haben nicht von allem gleich viel“, erklärt die
Teamleiterin. Deshalb achten die Tafel-Mitarbeiter darauf, dass alle
Kunden von allem etwas bekommen. Rücksicht wird auf religiöse
Essensvorschriften genommen. „Wir bemühen uns, auch Geflügelwurst zu
haben oder wenig Lebensmittel mit Gelatine.“

Auch die Acherner Tafel verzeichnet deutlich mehr Kunden durch die steigende Anzahl an
Asylbewerbern. Nicole Hoffmann, Leiterin der Acherner Tafel: „Im ganzen
Jahr 2014 waren hier etwa 35 Familien registriert, seit Januar sind es
bereits 26, Tendenz steigend.“ Das bedeutet auch mehr Aufwand für die
Mitarbeiter: „Wir brauchen jetzt viel mehr Zeit. Meist sind wir nicht
schon um 17 Uhr fertig, sondern erst gegen 18 Uhr.“ Daher wäre mehr
Personal schon wünschenswert, sagt Hoffmann.

Außerdem hätten ihre Mitarbeiter mit Verständigungsschwierigkeiten zu kämpfen. „Wir
haben in diesem Punkt aber schon die ehrenamtlichen Betreuer
eingeschaltet und können so diese Problematik lösen.“ Besonders
schwierig sei es, den Flüchtlingen beispielsweise klar zu machen, dass
jede Familie nur eine bestimmte Anzahl an Eiern bekommt, je nachdem, wie
viele zur Verfügung stehen. „Alle unsere Kunden müssen eben lernen, aus
dem, was wir haben, etwas zu machen“, betont Nicole Hoffmann. Die
Tafeln seien dazu da, eine Lücke zu schließen. Man finde hier eben nicht
alles, aber vieles zu einem sehr günstigen Preis. „Das Geld, was man
bei uns spart, kann man anderswo einsetzen, um das zu kaufen, was fehlt“, sagt Hoffmann.

„Etwa 100 Asylbewerber mehr verzeichnet die Tafel in Offenburg, 20 in Gengenbach, in Oberkirch entsprechend“, stellt Ilse Herberg von der Offenburger Tafel, die zwei Außenstellen
hat, fest. Schwierig sei, dass die Menschen schlecht Deutsch könnten und
überhaupt nicht mit der hiesigen Esskultur vertraut sind. „Wenn alle
nur Eier und Milch wollen, können wir sie nicht bedienen“, so Herberg.
„Sie kennen Joghurt nicht, genauso wenig wie manchen Salat oder Obst.
Das würde uns in Syrien auch nicht anders gehen.“

Autor: gro/ds

Anlaufstation Offenburger Tafel: Etwa 120 Asylbewerber mehr in Offenburg und Gengenbach verzeichnen die Helfer.
Die Kehler Tafel, hier Elfriede Feuchter beim Einräumen der Ware, sucht dringend ehrenamtliche Helfer.

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