Nicht jeder Baggersee ist auch ein Badesee

Still ruht der See – im Sommer locken sie aber auch viele Schwimmer an.
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Ortenau. Nicht nur die Plätze in den Freibädern sind an heißen Sommertagen begehrt. Auch die
Baggerseen in der Region locken Schwimmer an, sich im Wasser abzukühlen.
Doch nicht an jedem Baggersee ist Schwimmen erlaubt oder sinnvoll.
Gerade die Seen, an denen noch aktiv Kies abgebaut wird, können
gefährlich für die Badegäste werden.

„Betreten verboten“ so die Schilder am Baggersee in Diersheim. Das Firmengelände der Kieswerk
Diersheim GmbH ist für Nicht-Betriebsangehörige eigentlich tabu. Darum
kümmert sich allerdings niemand. Ein Problem für das Unternehmen. „Bei
Temperaturen wie jetzt kommen ab 13 Uhr die ersten Badegäste“, so
Betriebsleiter Ralf Richter. Ungeniert laufen die ungebetenen Gäste über
das Betriebsgelände. „Wir haben auch schon mit der Polizei
zusammengearbeitet“, so Richter. Doch gefruchtet hat die Aktion nicht.
Die höflichen Hinweise der Beamten, dass das Betreten verboten sei,
wurden genauso freundlich abgetan.

Dabei ist es nicht ungefährlich in dem See zu schwimmen. Gerade die steilen Ufer –
besonders begehrt bei jugendlichen Schwimmern – können abrutschen, da an
ihnen noch Kies abgebaut wird. Auch das Springen vom Bagger oder den
Förderanlagen birgt Risiken. „Der Bagger ist mit Stahlseilen unter dem
Wasser befestigt“, warnt Richter vor einem unbedachten Sprung. Das
Problem des Unternehmens, es gibt kein ausgesprochenes Badeverbot am
See. Aber da das Firmengelände den See umschließt, kommt man eigentlich
nicht an ihn heran. Ein Problem sind auch die Partyhinterlassenschaften
wie Glasscherben, Notdurft und Müll.

„Wir haben eigentlich kein Problem mit Schwimmern“, so Hans Martin Peter von der Hermann Peter KG in Freistett. Am Freistetter Baggersee gebe es nur wenige Badegäste.
Motorboote drehen ihre Runden – aber eher am Wochenende, wenn kein
Geschäftsbetrieb ist. „Wir können ungebetene Badegäste nur ermahnen und
sie bitten, das Betriebsgelände zu verlassen, weil wir ansonsten die
Polizei einschalten müssten“, sagt Hans-Jürgen Herkt, Geschäftsführer
der Peterbeton GmbH, die auch den „Petersee“ in Achern betreiben.

Grundsätzlich ist es Aufgabe des Betreibers eines Baggersees darauf zu achten, dass
nichts passiert und nicht Aufgabe der Polizei, wie Karen Stürzel,
Pressesprecherin der Polizeidirektion Offenburg, erläutert. „Wir werden
erst gerufen, wenn tatsächlich etwas passiert ist“, so Stürzel. Sie
warnt aber ausdrücklich davor in Baggerseen zu schwimmen in denen noch
aktiv gefördert wird. Denn Gefahren gebe es en masse: So sei die
Wasseroberfläche oft sehr warm, doch schon in einem Meter Tiefe könne es
schlagartig kalt werden, ein Herzinfarkt und damit Ertrinken könnte
drohen. Nicht nur Sprünge vom Bagger seien gefährlich, generell sollte
man Sprünge ins Wasser grundsätzlich vermeiden, da man oft nicht sehe,
wie tief das Wasser ist. „Schwerste Verletzungen können die Folge sein“,
warnt Karen Stürzel die unerwünschten Badegäste.

Autor: gro/ds

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