Rheintalbahn
Landrat Erny und OB Steffens fordern klares Bekenntnis

Auf der Zauberflötenbrücke in Offenburg werben Offenburgs Oberbürgermeister Marco Steffens, Landrat Thorsten Erny und Dr. Nikolas Stoermer, Erster Landesbeamter des Ortenaukreises und Vorsitzender des Projektbegleitgremiums Autobahnparallele, für ein klares Bekenntnis des Bundes zum Ausbau der Rheintalbahn. | Foto: Kai Hockenjos/Ortenaukreis
  • Auf der Zauberflötenbrücke in Offenburg werben Offenburgs Oberbürgermeister Marco Steffens, Landrat Thorsten Erny und Dr. Nikolas Stoermer, Erster Landesbeamter des Ortenaukreises und Vorsitzender des Projektbegleitgremiums Autobahnparallele, für ein klares Bekenntnis des Bundes zum Ausbau der Rheintalbahn.
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Offenburg (st)  Der Deutsche Bundestag hat am 28. Januar 2016 den menschen- und umweltgerechten Ausbau der Rheintalbahn zwischen Offenburg und Riegel beschlossen – unter anderem mit zweiröhrigem Tunnel in Offenburg, einer zweigleisigen Güterzugtrasse entlang der A 5 und umfangreichem Lärmschutz. Doch trotz planerischer Fortschritte bleiben zentrale Fragen offen, heißt es in einer Pressemitteilung des Landratsamts. Im Vorfeld des Jahrestags haben sich Landrat Thorsten Erny und Offenburgs Oberbürgermeister Marco Steffens in einem gemeinsamen Schreiben an den Bundesminister für Digitales und Verkehr sowie den Verkehrsminister des Landes Baden-Württemberg gewandt und darin appelliert, am vereinbarten Ausbau festzuhalten. Mit ihrer Erklärung anlässlich des zehnten Jahrestags unterstreichen sie diesen Appell nun auch öffentlich und verlangen vom Bund ein klares Bekenntnis zur zügigen Umsetzung des Projekts.

Historische Weichenstellung

Der von Erny und Steffens als „historische Weichenstellung für die Region“ bewertete Beschluss des Bundestags sieht vor, in Offenburg einen zweiröhrigen Eisenbahntunnel anstelle eines oberirdischen Ausbaus zu bauen. Zwischen Offenburg und Riegel soll eine zweigleisige Güterzugstrecke in Parallellage zur A 5 entstehen; die bestehende Rheintalbahn wird für den Personenfern- und -nahverkehr ertüchtigt. Beide Strecken sollen einen Lärmschutz erhalten, der über die gesetzlichen Mindeststandards hinausgeht. „Seither hat die Deutsche Bahn die Planungen für den Tunnel Offenburg sowie für den Neubau an der Autobahn und den Ausbau der Bestandsstrecke vorangebracht. Der Tunnel Offenburg befindet sich inzwischen im Planfeststellungsverfahren; für den Abschnitt von Hohberg bis Riegel sollen die Planfeststellungsunterlagen noch in diesem Jahr beim Eisenbahn-Bundesamt eingereicht werden“, informiert Landrat Erny.

Große Bedeutung

Gleichzeitig wächst in der Region die Sorge, dass sich der Ausbau vor dem Hintergrund der angespannten Haushaltslage des Bundes verzögern könnte. „Zehn Jahre nach diesem historischen Bundestagsbeschluss erwarten wir vom Bund ein unmissverständliches Bekenntnis zum Aus- und Neubau der Rheintalbahn auch in unserem Abschnitt“, betont Erny. „Es geht um ein Schienenprojekt von nationaler und europäischer Bedeutung, das im Bundesverkehrswegeplan im vordringlichen Bedarf steht und gegenüber der Schweiz vertraglich zugesagt ist. Wer die Verlagerung des Verkehrs von der Straße auf die Schiene ernst meint, muss jetzt Verlässlichkeit zeigen: Die Planfeststellungsverfahren müssen zügig durchgeführt und die Abschnitte anschließend ohne weitere Verzögerung in die Bauausführung gehen“, fordert der Landrat.

Klare Signale

Offenburgs Oberbürgermeister Marco Steffens unterstreicht die besondere Bedeutung des Projekts für die größte Stadt im Ortenaukreis: „Mit der Tunnellösung und der Verlagerung der Güterzüge an die Autobahn wurde vor zehn Jahren ein Weg aufgezeigt, der Offenburg dauerhaft von Lärm und Durchgangsverkehr entlastet. Unsere Bürgerinnen und Bürger erwarten zu Recht, dass dieses Versprechen eingelöst wird. Es braucht jetzt Planungssicherheit und klare Signale aus Berlin, damit aus den Beschlüssen von damals endlich sichtbare Baufortschritte werden.“
Konkret fordern Landrat Erny und OB Steffens vom Bund, am vereinbarten Ausbaupaket festzuhalten:
• Neubau des zweiröhrigen Güterzugtunnels Offenburg,
• Neubau der zweigleisigen Güterzugstrecke in Parallellage zur A 5,
• Ausbau der bestehenden Rheintalbahn für den Personenfern- und -nahverkehr,
• Optimierung der Bauabläufe, damit die derzeit geplante sechsjährige Vollsperrung der Bestandsstrecke von 2036 bis 2041 deutlich reduziert werden kann,
• Lärmschutz nach Maßgabe des Projektbeiratsbeschlusses vom 26. Juni 2015 sowohl an der Neubau- als auch an der Ausbaustrecke.
„Die badische Rheinschiene liegt im Herzen Europas mit engen Verbindungen nach Frankreich, in die Schweiz und nach Italien“, betont Erny. „Schon heute stoßen wir auf der Rheintalbahn zu bestimmten Tageszeiten an die Kapazitätsgrenzen.
Der Ausbau ist die Voraussetzung dafür, den Güterverkehr spürbar von der Straße auf die Schiene zu verlagern. Gleichzeitig eröffnet er die Chance, mit einem Halbstundentakt im Fernverkehr und einem Viertelstundentakt im Nahverkehr die Qualität des Angebots für Pendler, Schülerinnen und Schüler sowie Reisende deutlich zu steigern. Das stärkt nicht nur die Attraktivität des Schienenverkehrs, sondern auch den Wirtschaftsstandort Ortenau insgesamt.“

Geschlossenheit

Sowohl der Landrat Erny als auch OB Steffens kündigen an, die Interessen der Region weiterhin geschlossen zu vertreten: „Die Rheintalbahn ist ein Jahrhundertprojekt – für die Region, für Deutschland und für Europa. Zehn Jahre nach dem Bundestagsbeschluss ist es jetzt an der Zeit, den nächsten Schritt zu gehen: weg von Zweifel und Verzögerungsdebatten, hin zu klaren Zusagen, belastbaren Zeitplänen und einer konsequenten Umsetzung des vereinbarten Ausbaus.“

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