Abschied in den Ruhestand
Wirtschaftsförderer Fomferra sagt Tschüss

Hans-Joachim Fomferra, langjähriger Wirtschaftsförderer der Stadt Offenburg, verabschiedet sich in den Ruhestand. | Foto: Stadt Offenburg/Haberecht
  • Hans-Joachim Fomferra, langjähriger Wirtschaftsförderer der Stadt Offenburg, verabschiedet sich in den Ruhestand.
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Offenburg (st). 34 Jahre lang war er das Gesicht, die Konstante der Offenburger Wirtschaftsförderung. In Kürze wird er 64 und Ende Juni geht Hans-Joachim Fomferra laut Pressemitteilung der Stadt in den Ruhestand. Weil noch Urlaub ansteht, ist sein letzter Arbeitstag schon Ende Mai – ebenso wie die interne Verabschiedung durch OB Steffens, Personalrat, Team, Kollegen und engen Wegbegleitern.

Daten, Zahlen, Fakten zu Offenburgs Wirtschaft – bei Nachfragen musste er nirgendwo nachschauen. Der versierte Netzwerker und Wirtschaftsförderer mit Leib und Seele kennt sie alle aus dem Effeff. Ebenso wie jeden Quadratmeter freie Gewerbefläche auf Offenburger Gemarkung, Expansionswünsche, Nachfolgediskussionen, die Erfolge der Hidden Champions, harte und weiche Standortfaktoren, Trends, Details und Bewegungen im hiesigen Unternehmensgefüge.

Perfektes Match

Dass sich Offenburgs Wirtschaft so kontinuierlich positiv entwickelt hat, stabil ist selbst in disruptiven Zeiten, und auf dieser Basis auch die Stadt Offenburg enormes Potenzial entfalten kann – daran aktiv mitgewirkt zu haben, das hat ihn immer beflügelt und ihm immens Freude gemacht, wie er betont. „Waren es 1988 31.679 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, so zählte man 2021 rund 43.000. Damals lag die Arbeitslosenquote bei etwa sechs Prozent – derzeit ist sie nur halb so hoch. Die Gewerbesteuereinnahmen des heutigen Oberzentrums sind in Euro ähnlich der damaligen DM-Summe“, veranschaulicht er die Situation.

Fomferra managte die Wirtschaftsförderung als Schnittstelle von Wirtschaft und Verwaltung, pflegte eine synergetische Zusammenarbeit mit dem TPO, der Steinbeis-Stiftung, Existenzgründern, Start-Ups, Jungunternehmern, IHK oder Bildungseinrichtungen wie der Hochschule. Daneben war er Geschäftsführer der Stiftung Technologie und Wirtschaft Mittelbaden, zu dessen Anfangszeiten WRO-Geschäftsführer sowie Leiter der Geschäftsstelle des „Gewerbepark Raum Offenburg“. Bestandspflege und Ansiedlungsakquise, Erweiterung und Verlagerung von Betrieben, Gründerförderung oder die Entwicklung des Einzelhandelskonzepts mit der GMA waren seine Aufgaben, die seit nahezu 20 Jahren laufenden Wirtschaftsforen sind inzwischen eine bewährte Institution.

Vier OB, vier Standorte

Unter drei Oberbürgermeistern und einer Oberbürgermeisterin hat er in Offenburg gewirkt. Die Zusammenarbeit mit der Stadtspitze war immer eng. Fomferra und sein Team waren in über drei Jahrzehnten an vier Standorten tätig – seit 2006 sind die Büros im Marktcenter am Marktplatz. Verortet war der Teamplayer anfangs als Referatsleiter für Wirtschaftsförderung beim Finanzbürgermeister, danach durchgehend im OB-Dezernat: als Amtsleiter, Abteilungsleiter und Stabsstellenleiter sowie ab 2012 als Fachbereichsleiter mit den Bereichen Wirtschaftsförderung, Liegenschaften, Stadtentwicklung und Stadtmarketing. Seit August 2021 arbeitete er als Doppelspitze zusammen mit seinem Nachfolger Sven Jacobsen, in der Leitung des Fachbereichs Wirtschaft, Marketing und Kommunikation.

Heimat

Hans-Joachim Fomferra stammt aus dem „Ruhrpott“, ist in Gelsenkirchen aufgewachsen. Nach dem Studium der Raumplanung an der Uni Dortmund steuerte er als Diplom-Ingenieur erst verschiedene private Planungsbüros an, arbeitet dann zwei Jahre lang im damals noch jungen kommunalen Aufgabengebiet als Wirtschaftsförderer in Kaarst, bevor eine Stellenausschreibung aus Offenburg sein Interesse weckte. Leben und arbeiten, wo andere Urlaub machen? Eine gute Idee, fanden seine Frau Ute und er. Offenburg wurde nicht nur beruflich ein Volltreffer, auch für die Familie Fomferra, deren drei Kinder im Badischen zur Welt kamen, wurde die Stadt zur zweiten Heimat. In der Oststadt zu Hause, will Hans-Joachim Fomferra nun die Freiräume des neuen Lebensabschnitts genießen. Ehrenamtlich im Vorstand der OBG tätig, will er darüber hinaus auch weiterhin seine langjährige Erfahrung als Wirtschaftsförderer punktuell einbringen. Schalke O4 trägt er im Herzen. Offenburg aber auch.

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